3 kauft Orange: Einreichung bei EU in wenigen Tagen

Die Übernahme soll demnächst angemeldet werden, berichtet 3-Chef Trionow. Die Kommision habe "alle Argumente verstanden". Die Anmeldung in Österreich wird noch dauern.

Hutchison 3G Austria CEO Trionow briefs the media in Vienna
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Hutchison 3G Austria CEO Trionow briefs the media in Vienna
(c) REUTERS (Herwig Prammer)

Der Verkauf des drittgrößten heimischen Mobilfunkers Orange und den kleineren Konkurrenten 3 ist auf Schiene. Zumindest berichtet das der potenzielle Käufer. "Wir sind unmittelbar vor der Einreichung in Brüssel", sagt 3-Chef Jan Trionow im Gespräch mit DiePresse.com. Die Dokumente für die Prüfung durch die Wettbewerbskommission sollten in den nächsten Tagen abgeschickt werden. Daher sieht es Trionow auch gelassen, dass die Telekom Control Kommission (TKK) die Neuvergabe der Handyfrequenzen verschoben hat, bis die Behörde einen Entschluss gefasst hat. Bis Sommer sollte der Deal abgeschlossen sein, ist Trionow überzeugt.

EU-Kommission und BWB am Zug

Auch die anderen an der Übernahme beteiligten Unternehmen, Orange und A1 (letztere erhalten Standorte und Frequenzen von Orange sowie die Diskontmarke Yesss!) sind von der TKK-Ankündigung nicht überrascht. "Die Vergabe zu verschieben, bis die Marktverhältnisse klar sind, macht Sinn", sagt Orange-Sprecherin Petra Jakob zu DiePresse.com. Die Behörde selbst hatte auch angekündigt, dass man jederzeit den Prozess wieder aufnehmen könnte, sobald die EU und die Bundeswettbewerbsbehörde den Verkauf beurteilt haben. Die BWB muss entscheiden, ob der Verkauf von Yesss! an A1 die Wettbewerbsverhältnisse in Österreich nicht zu stark verzerrt. Immerhin ist A1 bereits Marktführer und würde dadurch noch mehr Kunden erhalten.

Anmeldung steht kurz bevor

Während 3 bereits alles fertig zu haben scheint, steht die Einreichung von A1 bei der heimischen Behörde aber noch aus. Brüssel würde sieben Wochen für eine Prüfung benötigen, die BWB allerdings nur vier Wochen, erklärt Trionow die Verzögerung. Daher gebe es noch genug Zeit für A1, den Kauf anzumelden. "Wir streben einen möglichst zeitgleichen Abschluss an", sagt der 3-Chef. Die Behörden sollen sich in ihren Bewertungen nicht gegenseitig beeinflussen, lautet die Begründung.

Zuversicht bei 3

Seit 3. Februar, als 3 bekannt gegeben hatte, Orange kaufen zu wollen, laufen Gespräche mit Brüssel und Wien. Die Betreiber wollen bereits im Vorfeld möglichst viele Fragen klären, damit der Prozess bereits in der ersten Prüfungsphase abgeschlossen werden kann. Urteilt eine der Behörden negativ, müsste die Orange-Übernahme in die vertiefte Prüfung gehen. Davon geht Trionow aber nicht aus: "Die letzten Mobilfunkmerger sind auch in Phase eins abgeschlossen worden." Man habe bereits alles mit Brüssel ausdiskutiert. "Unsere Argumente wurden verstanden und liegen auf dem Tisch", berichtet Trionow. Inhaltliches Feedback der Kommission oder BWB habe es dazu aber noch nicht gegeben.

(db)

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