3 kauft Orange: Einreichung bei EU in wenigen Tagen

24.04.2012 | 12:39 |  von Daniel Breuss (DiePresse.com)

Die Übernahme soll demnächst angemeldet werden, berichtet 3-Chef Trionow. Die Kommision habe "alle Argumente verstanden". Die Anmeldung in Österreich wird noch dauern.

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Der Verkauf des drittgrößten heimischen Mobilfunkers Orange und den kleineren Konkurrenten 3 ist auf Schiene. Zumindest berichtet das der potenzielle Käufer. "Wir sind unmittelbar vor der Einreichung in Brüssel", sagt 3-Chef Jan Trionow im Gespräch mit DiePresse.com. Die Dokumente für die Prüfung durch die Wettbewerbskommission sollten in den nächsten Tagen abgeschickt werden. Daher sieht es Trionow auch gelassen, dass die Telekom Control Kommission (TKK) die Neuvergabe der Handyfrequenzen verschoben hat, bis die Behörde einen Entschluss gefasst hat. Bis Sommer sollte der Deal abgeschlossen sein, ist Trionow überzeugt.

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EU-Kommission und BWB am Zug

Auch die anderen an der Übernahme beteiligten Unternehmen, Orange und A1 (letztere erhalten Standorte und Frequenzen von Orange sowie die Diskontmarke Yesss!) sind von der TKK-Ankündigung nicht überrascht. "Die Vergabe zu verschieben, bis die Marktverhältnisse klar sind, macht Sinn", sagt Orange-Sprecherin Petra Jakob zu DiePresse.com. Die Behörde selbst hatte auch angekündigt, dass man jederzeit den Prozess wieder aufnehmen könnte, sobald die EU und die Bundeswettbewerbsbehörde den Verkauf beurteilt haben. Die BWB muss entscheiden, ob der Verkauf von Yesss! an A1 die Wettbewerbsverhältnisse in Österreich nicht zu stark verzerrt. Immerhin ist A1 bereits Marktführer und würde dadurch noch mehr Kunden erhalten.

Anmeldung steht kurz bevor

Während 3 bereits alles fertig zu haben scheint, steht die Einreichung von A1 bei der heimischen Behörde aber noch aus. Brüssel würde sieben Wochen für eine Prüfung benötigen, die BWB allerdings nur vier Wochen, erklärt Trionow die Verzögerung. Daher gebe es noch genug Zeit für A1, den Kauf anzumelden. "Wir streben einen möglichst zeitgleichen Abschluss an", sagt der 3-Chef. Die Behörden sollen sich in ihren Bewertungen nicht gegenseitig beeinflussen, lautet die Begründung.

Zuversicht bei 3

Seit 3. Februar, als 3 bekannt gegeben hatte, Orange kaufen zu wollen, laufen Gespräche mit Brüssel und Wien. Die Betreiber wollen bereits im Vorfeld möglichst viele Fragen klären, damit der Prozess bereits in der ersten Prüfungsphase abgeschlossen werden kann. Urteilt eine der Behörden negativ, müsste die Orange-Übernahme in die vertiefte Prüfung gehen. Davon geht Trionow aber nicht aus: "Die letzten Mobilfunkmerger sind auch in Phase eins abgeschlossen worden." Man habe bereits alles mit Brüssel ausdiskutiert. "Unsere Argumente wurden verstanden und liegen auf dem Tisch", berichtet Trionow. Inhaltliches Feedback der Kommission oder BWB habe es dazu aber noch nicht gegeben.

(db)

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    Bild: REUTERS (Heinz-peter Bader) Das "Refarming" der Frequenzen 800, 900 und 1800 Megahertz wird wegen der Übernahme des Mobilfunkers durch den Konkurrenten 3 verschoben. Die Betreiber warten schon lange auf die Neuvergabe.

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3 Kommentare
Gast: EU_WoBistDu
24.04.2012 22:16
0

Wo bleibt der Markt?????

Die EU hat eine funktionierende Marktwirtschaft zu garantieren und was sich hier bei Lebensmitteln, beil Telekommunikation etc. tut, das hat nichts mehr mit Markt zu tun!

Gast: Take ONE und es ist ein Klax to be really free
24.04.2012 21:51
0

Wenn A1 wirklich Yesss! bekommt, dann....

Wenn A1 wirklich Yesss! schlucken darf und damit das Niedrigpreissegment im Mobilfunkmart als Mulit-Marken-Quasi-Monopolist abdeckt, habe ich wirklich massive Zweifel an der Macht und dem Einfluß der Wettbewerbsbehörde.

Um über 300 Millionen will man sich rund 750.000 Yesss! Kunden, die aufgelassene Marke ONE und ein paar Basisstationen aus den späten 1990er Jahren kaufen. Wie lange braucht der Deal, bis er sich für A1 rechnet? Ist das nicht logisch, dass man den Diskountmarkt langsam aber sicher "auflassen" will und Tarife wie € 8,80 für 1000 Minuten/SMS und 1 GB Daten sehr bald der Vergangenheit angehören werden? In Kürze wird Bob/Yesss! mehr als doppelt so teuer sein. Wetten?

Die wegen ihres Weißrussland-Deals defizitäre A1 erhöht schon jetzt die Festnetztarife mit dem fadenscheinigen Argument, dass das Telefonieren verglichen mit den Energiekosten ja so billig geworden ist. Fakum ist, dass es jetzt zum ersten Mal einen freien Markt und damit einen (gesunden) Preisk(r)ampf gibt!
A1 bräuchte nur von Krammer lernen und "abspecken" sowie die besonderen Freunde nicht so sehr mit Geschenke beglücken und ein Glasfaserausbau bis in das letzte Bergbauernhaus wäre ein "klax!"

Da warens nur noch 3

Betreiber
Reicht doch wohl um beim Konkurs eines der 3 nicht ohne Handofonieren da zu stehen. Der Staat muss nicht zur Rettung einspringen und zahlen. Die Entwicklung der mobilen Kommunikation ist auch gesichert, wenn sich die politiker nicht wieder jede Erkenntnis von PR Managern vorsetzen lassen muessen, des kick-back wegen.

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