26.05.2013 10:35 Merkliste 0

Kein Handy-Signal: US-Ehepaar stirbt nach Unfall

14.05.2012 | 10:13 |   (DiePresse.com)

Die Senioren versuchten neun Mal vergeblich, um Hilfe zu rufen. Ihre eigenen Befreiungsversuche scheiterten und führten zu ihrem Tod. Die Betreiber zögern mit dem Ausbau.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Hätten Madeleine und Arthur Morris Empfang gehabt, würden sie heute wohl noch leben. Das US-Ehepaar hatte einen prinzipiell harmlosen Autounfall nahe ihres Ferienhauses, allerdings hatte sich der Wagen verkeilt. Nachdem sie mehrmals erfolglos versucht hatten, per Handy um Hilfe zu rufen, versuchten sie sich selbst zu befreien - mit katastrophalem Ausgang, wie die New York Daily News berichtet. Arthur (88) stürzte aufgrund des steilen Winkels beim Aussteigen und verkeilte sich zwischen Boden und Auto. Er erstickte nach etwa zehn Minuten. Madeleine (89) konnte sich zu einem Nachbarhaus retten, starb dort aber, weil sie die Nacht im Freien verbringen musste und dem kalten Wetter und Regen ausgesetzt war.

Neun Notrufe ohne Ergebnis

Insgesamt versuchten die Senioren neun Mal, den Notruf zu erreichen. Aufgrund der schlechten Mobilfunkversorgung in dieser Gegend erreichten sie aber niemanden. "Wären Sie im Auto geblieben, hätten sie vermutlich überlebt", sagt Jeantet Fields, einer der Enkel der Verstorbenen. Truthahnjäger fanden das verunfallte Auto am nächsten Tag. Im trockenen Innenraum hätten die beiden den Vermutungen nach bis dahin unversehrt aushalten können. Da Madeleine und Arthur Morris aber von der Außenwelt abgeschnitten waren, gerieten sie offenbar in Panik.

Ein Sprecher von AT&T, beim Provider der beiden, sagte zu Cnet, man fühle mit den Angehörigen. "Mobilfunkabdeckung in bergigen und abgelegenen Regionen ist eine Herausforderung für die gesamte Branche", heiß es in der Stellungnahme. Jeantet Fields hatte seinen Großeltern ein AT&T-Handy gegeben, weil er sich dachte, dass ein so großer Anbieter auch in ländlichen Gegenden Empfang hat.

Jahrelanges Problem

Die Abdeckung in den USA ist aufgrund der Größe des Landes ein Problem. Polizei und Anrainer des Ortes, in dem die Morris' ein Haus hatten, beschweren sich schon seit längerer Zeit über mangelnden Mobilfunk-Empfang. Vor zwei Jahren bat der örtliche Abgeordnete Handyanbieter, seine Region besser abzudecken. Das geschah aber nie. Potenzielle Standorte für Funkmasten wurden aber schon längst ausgelotet. Bis es aber zu einer Versorgung kommt, wird es laut dem Bericht noch dauern.

Für die Hinterbliebenen ist das wenig Trost. "Ihre Knie haben funktioniert. Das Auto hat funktioniert. Alles hat so funktioniert wie es soll nur nicht das Handy", sagt einer der Söhne, Ronald Fields. Madeleine und Arthus Morris hätten nächstes Jahr ihren fünfzigsten Hochzeitstag gefeiert.

(db)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

17 Kommentare

wenn man mit 88

und seiner 89 jährigen partnerin alleine in die pampa fährt und dann was passiert, ist der netzbetreiber schuld? gehts noch?

wieso ist jetzt bitte

der Netzbetreiber Schuld???
dieser wäre maximal eine Hilfe gewesen aber doch wohl der Schuldige an dem Tod!!

Gast: strelnikov
14.05.2012 19:21
6 1

Wie bei uns

Bei uns gibt es ja genug "Experten", die jeden Mobilfunkmast verhindern wollen, ohne an Notfälle zu denken. Ausserdem sind viele kleine Masten weniger Strahlungsintesiv als Grosse, weil die Entfernung zum Telefon geringer ist. Aber wir haben ja eine Dornbirnerin, die in unregelmässigen Abständen ihre "Fachkenntnis" in Leserbriefen zum Ausdruck bringen. Namen nenne ich fairerweise keine.

was hat man eigentlich die letzten 10 Millionen Jahre gemacht?

so ganz ohne Handy?

was hätten sie denn getan?

rauchzeichen? sich an einer liane nach hause schwingen? oder mc-gyver-style aus einer kugelschreibermine und einem schuhbandl einen funksendemasten gebaut?

bitte um antwort.

Re: was hätten sie denn getan?

tja, ich wäre auch gestorben.
so wie viele 1000e Leute, die irgendwo unbemerkt verletzt liegen geblieben sind.

aber der Punkt ist: das Ehepaar ist nicht gestorben, weil es keinen Handyempfang gab, sondern weil sie einen Autounfall hatten.

okay, sie hätten überlebt, wenn es Emfpang gegeben hätte, aber bitte:
genauso gut wenn jemand den Unfall gesehen hätte, oder wenn jemand vorbeigefahren wäre und sie gesehen hätte...

Re: was hätten sie denn getan?

Schuhband fuktioniert nicht, du brauchst einen Kaugummi.

Re: was hat man eigentlich die letzten 10 Millionen Jahre gemacht?

getrommelt und gebetet

(beides mit gleichem Erfolg)

Re: was hat man eigentlich die letzten 10 Millionen Jahre gemacht?

Da sid die Leut eh auch gestorben, aber es gab kein Internet, wo man das hochdramatisch ausschlachten konnte.

Gast: dereisernefelix
14.05.2012 12:30
7 23

mit 88 ..

sollte man das autofahren schön langsam sein lassen ...

Re: mit 88 ..

Im österreichischen Stadtverkehr, ja.
Aber in Amerika, womöglich in einer abgeschiedenen und dünn besiedelten Gegend, wird man nicht viele Alternativen zum eigenen Auto haben. Insofern sollte man aber auch als Fahrzeuglenker auf Notfälle wie diesen Unfall gut vorbereitet sein. Sich einfach auf das Mobiltelefon zu verlassen - obwohl man weiß, dass es Probleme mit dem Signal gibt -, ist natürlich fahrlässig.

9 3

Re: mit 88 ..

Mit soviel Dummheit und/oder Frechheit sollte man das Posten lassen...

Antworten Antworten Gast: gast45
14.05.2012 14:35
5 6

Re: Re: mit 88 ..

.88 ist wirklich zu alt fürs autofahren ..

Antworten Antworten Antworten Gast: gruft
14.05.2012 16:47
9 1

Re: Re: Re: mit 88 ..

Ha, Ha. Ich hab mit 87 den Führerschein gemacht. Seither brause ist durch Europa.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: brane
15.05.2012 13:55
0 0

Re: Re: Re: Re: mit 88 ..

Mit viel Glück und brausen auch noch! Unverantwortlich!

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
14.05.2012 11:57
15 4

Millionenklage...

Und schon bereiten mehrere skrupellose Anwälte eine Millionenklage auf Erfolgshonorar gegen den Mobilfunkbetreiber vor!

Re: Millionenklage...

ja, gottseidank gibts das nur bei den verrückten Amis!