Hätten Madeleine und Arthur Morris Empfang gehabt, würden sie heute wohl noch leben. Das US-Ehepaar hatte einen prinzipiell harmlosen Autounfall nahe ihres Ferienhauses, allerdings hatte sich der Wagen verkeilt. Nachdem sie mehrmals erfolglos versucht hatten, per Handy um Hilfe zu rufen, versuchten sie sich selbst zu befreien - mit katastrophalem Ausgang, wie die New York Daily News berichtet. Arthur (88) stürzte aufgrund des steilen Winkels beim Aussteigen und verkeilte sich zwischen Boden und Auto. Er erstickte nach etwa zehn Minuten. Madeleine (89) konnte sich zu einem Nachbarhaus retten, starb dort aber, weil sie die Nacht im Freien verbringen musste und dem kalten Wetter und Regen ausgesetzt war.
Neun Notrufe ohne Ergebnis
Insgesamt versuchten die Senioren neun Mal, den Notruf zu erreichen. Aufgrund der schlechten Mobilfunkversorgung in dieser Gegend erreichten sie aber niemanden. "Wären Sie im Auto geblieben, hätten sie vermutlich überlebt", sagt Jeantet Fields, einer der Enkel der Verstorbenen. Truthahnjäger fanden das verunfallte Auto am nächsten Tag. Im trockenen Innenraum hätten die beiden den Vermutungen nach bis dahin unversehrt aushalten können. Da Madeleine und Arthur Morris aber von der Außenwelt abgeschnitten waren, gerieten sie offenbar in Panik.
Ein Sprecher von AT&T, beim Provider der beiden, sagte zu Cnet, man fühle mit den Angehörigen. "Mobilfunkabdeckung in bergigen und abgelegenen Regionen ist eine Herausforderung für die gesamte Branche", heiß es in der Stellungnahme. Jeantet Fields hatte seinen Großeltern ein AT&T-Handy gegeben, weil er sich dachte, dass ein so großer Anbieter auch in ländlichen Gegenden Empfang hat.
Jahrelanges Problem
Die Abdeckung in den USA ist aufgrund der Größe des Landes ein Problem. Polizei und Anrainer des Ortes, in dem die Morris' ein Haus hatten, beschweren sich schon seit längerer Zeit über mangelnden Mobilfunk-Empfang. Vor zwei Jahren bat der örtliche Abgeordnete Handyanbieter, seine Region besser abzudecken. Das geschah aber nie. Potenzielle Standorte für Funkmasten wurden aber schon längst ausgelotet. Bis es aber zu einer Versorgung kommt, wird es laut dem Bericht noch dauern.
Für die Hinterbliebenen ist das wenig Trost. "Ihre Knie haben funktioniert. Das Auto hat funktioniert. Alles hat so funktioniert wie es soll nur nicht das Handy", sagt einer der Söhne, Ronald Fields. Madeleine und Arthus Morris hätten nächstes Jahr ihren fünfzigsten Hochzeitstag gefeiert.
(db)
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