Streit um neue SIM-Karten: Apple setzt sich durch

01.06.2012 | 13:28 |   (DiePresse.com)

Die mit bisherigen Systemen kompatible Nano-SIM gewann den Zuschlag. Das Konkurrenzprodukt von Nokia, Motorola und RIM wurde abgelehnt. Mit dem neuen Format sollen noch schlankere Smartphones möglich werden.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Im Streit um einen Standard für künftige SIM-Karten für Mobiltelefone ist eine Entscheidung gefallen. Die Hersteller können jetzt noch dünnere Smartphones bauen. Mit dem Vorschlag hat sich Apple gegen Nokia, Motorola und RIM durchgesetzt. Nach einem monatelangen Streit zwischen zwei Industriegruppen ist der Weg für kleinere SIM-Karten in künftigen Mobiltelefonen frei. Das zuständige europäische Gremium ETSI einigte sich auf einen Standard für die um 40 Prozent verkleinerte Nano-SIM. Die neue Karte werde kompatibel zu bisherigen SIM-Versionen sein, teilte die ETSI am Freitag mit.

Damit hat sich Apple mit seinem Vorschlag gegen einen Entwurf von Nokia, Motorola und des Blackberry-Anbieters RIM durchgesetzt. Sie setzten auf eine ganz neue Form, die an das Design einer MicroSD-Speicherkarte erinnert, während Apple im Prinzip die bisherige SIM-Form mit noch weniger Plastikrand beibehalten will. Im Prinzip ist nur noch der Chip übrig, mit einer ganz dünnen Umrandung.

Entscheidung verzögert

Eine Entscheidung hatte eigentlich schon bei einem ETSI-Treffen im März fallen sollen, der Streit verhinderte dies jedoch. Der deutsche Kartenspezialist Giesecke & Devrient, der bereits Prototypen der Apple-Version angefertigt hatte, begrüßte am Freitag die Planungssicherheit für die Branche.

Auf SIM-Karten (Subscriber Identity Module) werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. In Smartphones kommt schon heute oft eine kleinere Micro-SIM zum Einsatz. Mit einer kleineren Nano-SIM werden Smartphone-Hersteller ihre kommenden Geräte noch flacher und kompakter bauen können. Die genauen Abmessungen der Nano-SIM sind 12,3 zu 8,8 zu 0,67 Millimeter.

Die neue Karte - ETSI spricht offiziell vom "vierten Formfaktor" (4FF) - ist in etwa so lang wie die heutige Micro-SIM breit ist. Das hatte Nokia kritisiert, weil Nutzer sie versehentlich falsch herum in heutige Micro-SIM-Slots reinstecken könnten. Nokia hatte zwischenzeitig auch gedroht, den Vorschlag von Apple zu boykottieren, falls er zum Standard erklärt werden sollte, und die Lizenzen für nötige Patente zu verweigern.

Die ETSI (European Telecommunications Standards Institute) ist die zuständige europäische Standardisierungsorganisation. In ihr stimmen alle Teilnehmer der Branche ab.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

13 Kommentare
Gast: gast:1
04.06.2012 06:49
0

verlogen...

wenn ein Hersteller allen Ernstes meint, dass er beim Geräte-Design auf die wenigen Kubik- Millimeter angewiesen ist, hat er wohl etwas falsch gemacht - ich rate jedem mal sein Handy (sobald kaputt) mal zu zerlegen und selbst nachzusehen.

Es geht doch bloss darum, noch weiter in Richtig WegwerfHandy zu gehen.

Ich sehe keinen Mehrwert darin, wenn das Gerät irgendwann garkeine SIM mahr hat und somit fix an mich gebunden ist.. dann ist man nämlich total an den Provider gebunden und kann sich nicht schnell einfach ein Handy kaufen... dann muss man immer hoffen, dass der Provider mitspielt und die eigene Nummer auf dem anderen Gerät aktiv schaltet... das grenzt an Kommunismus.. nein danke.

Antworten Gast: Take ONE und es ist ein klax to be really free
13.06.2012 22:35
0

Re: verlogen...

Ja, es kommt auf jeden Quadratmillimeter an. Für einen guten Konstrukteur geht es um jedes Zehntelmillimeter.

Man hat nicht viel Platz und braucht diesen für Hardware, nicht für unnötiges Plastik.


wozu SIM Karten?

technisch überflüssig -

aber die Tele-Konzerne wollen diese physische Abhängigkeit ...

Antworten Gast: asdfg123
06.06.2012 17:48
0

Re: wozu SIM Karten?

Wenn Sie eine Sim als technisch überflüssig betrachten, haben Sie Recht. Allerdings müssen Sie dann bei jedem Providerwechsel ein neues Handy kaufen, da sie die fixe Sim nicht austauschen können.
Das wäre ein gewaltiger Rückschritt!
Deshalb: "Ja zur Sim."

Antworten Gast: yxy
02.06.2012 07:15
2

Re: wozu SIM Karten?

SIM-Karten kann man tauschen, d.h. man kann sein Telefon bei unterschiedlichen Providern nutzen. Ohne SIM geht das halt nicht mehr.

Die Nano-SIM ist der nächste Schritt in diese Richtung, d.h. eine Exit Barrier. Das dieser Entwurf von Apple stammt ist wenig verwunderlich, sind doch deren Geräte besonders teurer und die Carrier daher besonders daran interessiert die Kunden lange zu binden.

Die Nokia/RIM Alternative wäre für den Kunden leichter zu handhaben gewesen, wurde daher abgelehnt.


Re: Das ist doch Unsinn:

„Ohne SIM geht das halt nicht mehr.“

Warum sollte das Ohne SIM nicht mehr gehen? Können sie ihren E-Mail-Anbieter etwa auch nicht tauschen ohne einen neuen Computer zu kaufen weil ihnen die SIM fehlt?

10

Re: Re: wozu SIM Karten?

Warum genau soll Sim A eine größere Barrieresein als Sim B ?!

is doch eh sinnvoll!

so eine verkleinerung is doch eh sehr sinnvoll wenn die handys dadurch nocj schlanker werden können, die meisten wechseln ihre Sim-Karte eh nur alle 1 oder 2 Jahre wenn sie ein neues Handy bekommen^^
von dem her: 1x rein und die Sache läuft :D

klarer Fail

wenn die Karte keinerlei Optische Abgrenzung zu was ist vorn oder hinten hat dann hamma den Salat.

Nun ja Apple wollte es und hat's bekommen. Denn ein iBrick user benötigt ja keinen SIM Tausch da er sein geheiligtes Spielzeug ja eh nicht tauscht.

Gast: ösi der wahre
01.06.2012 16:00
1

Ist doch klar

dass Europa Apple hilft. Wird schon wieder jemand etwas verdient haben. Tortola, BVI etc. sind ja nicht weit von den USA weg.

Re: Ist doch klar

einer der hauptgründe warum apple den zuschlag bekam war das ihr desing auch in älteren modellen verwendet werden kann!

Re: Re: Ist doch klar

Das checken die ganzen ihater nicht.
Hauptsache ein "i" vorne dran, dann könn' ma wieder schimpfen.

Re: Re: Ist doch klar

und weil Apple im Gegensatz zu anderen das Design kostenlos zu Verfügung stellt

AnmeldenAnmelden