Die reißende Nachfrage nach seinen Galaxy-Smartphones hat dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung erneut einen Rekordgewinn beschert. Der operative Gewinn sei binnen Jahresfrist um 79 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar (6,7 Billionen Won) gestiegen, teilte Samsung am Freitag mit. Gegenüber dem ersten Quartal ist dies eine Steigerung von 14,5 Prozent. Die Smartphones dürften sich erneut als Ertragsperle erweisen. Damit hätte Samsung seine Marktführerschaft vor Apple und Nokia ausgebaut. Den detaillierten Zwischenbericht will Samsung gegen Ende des Monats vorlegen.
Geschätzte 49 Millionen Smartphones
Samsung nannte wie üblich im Ausblick keine konkreten Gründe für das starke Abschneiden im zweiten Quartal. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern profitierte der Konzern vor allem von der ungebremst starken Nachfrage nach Smartphones der Galaxy-Reihe. Samsung setzte im zweiten Quartal schätzungsweise 49 Millionen Stück ab, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.
Nach Berechnungen der Marktforscher von Strategy Analytics hatte Samsung im ersten Quartal 2012 insgesamt 93,5 Millionen Handys verkauft. Damit hätten die Südkoreaner den Wettbewerber Nokia nach 14 Jahren vom Spitzenplatz in der Branche verdrängt.
Europa: Kosten senken, Preise erhöhen
Sorgen bereitet den Koreaner jedoch die Schuldenkrise in Europa. Diese könnte die Nachfrage nach Fernseh- und Haushaltsgeräten beeinträchtigen. "Europa ist unser größter Markt für Verbraucherelektronik und wir könnten gezwungen sein, Kosten zu senken und Preise zu erhöhen, sollte der Euro weiter fallen", sagte ein Manager, der anonym bleiben wollte, da die Pläne noch intern sind. "Unsere Smartphones gehen weg wie warme Semmel, aber das verzerrt die Perspektive." Die schwache Weltwirtschaft und der schwache Euro seien eine Herausforderung.
(APA/Reuters/dpa)
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