In den USA tobt ein Patentkrieg mit Apple, aber in Europa lässt sich Samsung davon nichts anmerken. Im Vorfeld der Elektronikmesse IFA stellte der Hersteller den bereits erwarteten Nachfolger seines Riesen-Smartphones Galaxy Note vor. Das Galaxy Note 2 verfügt nun über einen noch größeren Touchscreen (5,5 statt 5,3 Zoll), kommt mit der aktuellen Android-Version 4.1 "Jelly Bean" an Bord und wird von einem leistungsstarken Vierkern-Prozessor betrieben, der mit 1,6 Gigahertz getaktet ist. Die Auflösung ist mit 1280 x 720 Bildpunkten allerdings nicht größer als bei kleineren Geräten.
Das Galaxy Note 2 setzt auf Stifteingabe, bei Samsung "S Pen" genannt. Im Vergleich zum Vorgänger wurde dieser noch einmal verbessert. Notizen lassen sich als Fenster überall in jeder App öffnen, womit das neue Smartphone eine der Multitasking-Funktionen des größeren Galaxy Note 10.1 übernimmt, das ebenfalls mehrere Apps neben- oder übereinander darstellen kann. Der "Screen Recorder" ermöglicht es, ganze Aktionen aufzunehmen und gewissermaßen ein Beispielvideo aufzunehmen, wie man eine bestimmte App nutzt. Oft genutzte Apps lassen sich über schnelle Gesten mit dem S Pen direkt aufrufen.
Trotz des größeren Bildschirms wurde das Gerät nur um vier Millimeter breiter, dafür ist es um drei Millimeter kürzer. Das Galaxy Note 2 misst 80 x 151 x 9,4 Millimeter. Das Gewicht ist mit 180 Gramm fast identisch geblieben. Beim Speicherplatz will Samsung drei Versionen anbieten: 16, 32 und 64 Gigabyte mit zusätzlicher microSD-Karten-Erweiterung. Die Kamera übernimmt das neue Riesen-Handy direkt vom Galaxy S3, also hinten 8 Megapixel, vorne 1,9 Megapixel.
Galaxy Camera: Smart-Cam mit 16 Megapixel
Wer mehr Kamera-Leistung will, für den hat Samsung die "Smart-Cam" Galaxy Camera aus dem Hut gezogen. Sie bietet 16 Megapixel auf einem CMOS-Sensor und ein optisches 21-fach-Zoom mit Bildstabilisator. Die Lichtempfindlichkeit reicht von ISO 100 bis ISO 3200. Videos werden im HD-Format 1080p aufgenommen. Eine Slow-Motion-Funktion mit 120 Bildern pro Sekunde klappt nur in der Auflösung 720 x 480 Pixel. Der Speicherplatz ist mit 8 Gigabyte vergleichsweise klein, allerdings lässt er sich per microSD-Karte aufrüsten.
Auch bei der Galaxy Camera kommt als Betriebssystem Android 4.1 zum Einsatz. Gesteuert wird die Kamera über den 4,7-Zoll-Touchscreen auf der Rückseite. Wer möchte, kann die Galaxy Camera auch mit Sprachkommandos kontrollieren. Befehle wie "Zoomen" und "Auslösen" soll das Gerät laut Samsung verstehen.
Mehrere Hersteller bewegen sich derzeit in die richtung, Kompaktkameras mehr an Smartphones anzunähern und umgekehrt. Beispiele sind das Nokia 808 PureView und Nikons Coolpix S800c. Die Firmen tragen damit der Tatsache Rechnung, dass immer mehr Menschen Fotos nicht einfach für sich machen, sondern um sie mit anderen per Social Network zu teilen. Die Galaxy Camera bietet dafür nicht nur WLAN, sondern auch Mobilfunkanbindung per 3G oder LTE. Wer seine Bilder vorher bearbeiten möchte, hat Zugriff auf 35 Bearbeitungsfunktionen im "Photo Wizard".
"Jelly Bean" für alle
Preise für Österreich nannte der Hersteller noch weder für das Galaxy Note 2, noch für die Galaxy Camera. Für letztere gibt es auch keinen Termin, das Galaxy Note 2 soll im Oktober in Europa auf den Markt kommen. Außerdem hat Samsung Updates für alle bisherigen Note-Modelle und das Galaxy S3 angekündigt. Sie alle sollen demnächst ein Update auf Android 4.1 "Jelly Bean" erhalten.
(db)






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