Samsung hat bei der zweiten Generation seines Galaxy Tab 10.1 nur sanft nachgebessert. Im Test entpuppt sich das schlanke Tablet aber nach wie vor als eine der besten iPad-Alternativen. Der Vorgänger wurde schließlich sogar von Richtern als gelungener Gegenpart zum Apple-Tablet gewürdigt, auch wenn das in einigen Ländern zu Verkaufsverboten der "dreisten Kopie" führte - für Samsung ist das wohl eher willkommenes Marketing.
Beim Nachfolger hat sich Sasmung trotzdem bemüht, die Anregungen der Juristen aufzugreifen und das Design zu ändern. Dabei orientiert sich das Tablet an der Gestaltung einer Sonderausgabe des Vorgängers - das Galaxy Tab 10.1N brachte Samsung in Deutschland als Reaktion auf ein Verkaufsverbot auf den Markt. Im Unterschied zum Vorgänger hat also auch das zweite 10.1er einen schmalen Rahmen um das Display, in den die Lautsprecher integriert sind. Die Rückseite gestaltet Samsung in mattem Kunststoff. Mit 98 Millimetern und 583 Gramm gehört das 10.1er noch immer zu den leichtesten 10-Zoll-Tablets.
Android 4.0. Samsung streicht Funktionen
Lief der Vorgänger noch unter Android 3.0, wird am neuen 10.1er bereits Android 4.0 angeboten. Samsung hat dem Betriebssystem allerdings wieder seinen eigenen Stempel aufgedrückt und dabei einige Funktionen gestrichen. Bei anderen Geräten mit dieser Version des Betriebssystems kann zum Beispiel direkt vom Sperrbildschirm aus auf diverse Apps zugegriffen werden.
Vermisst wird am 10.1er auch die Möglichkeit, das Gerät durch eine Aufnahme des Gesichts zu entsperren. Möglich, dass dieser Umstand mit einer anderen Erstaunlichkeit zusammenhängt: Samsung hat im Vergleich zum Vorgänger die Auflösung der Frontkamera gesenkt. Waren es beim 10.1N noch 1600 x 1200 Pixel, gibt es jetzt nur noch 640 x 480 Pixel. Die rückseitige Kamera bietet wie beim Vorgänger 3 Megapixel, der LED-Blitz wurde aber eingespart. Die Fotoqualität ist mäßig, aber ein 10-Zoll-Tablet wird wohl ohnehin nur in äußersten Notfällen als Kamera zum Einsatz kommen.
Kein besseres Display
Die Displayauflösung ist übrigens ebenfalls gleich geblieben. 1280 x 800 Pixel ist bei der Größe im Vergleich zur Konkurrenz eher wenig. Die Pixeldichte kommt gerade einmal auf 149 ppi - das 9,7 Zoll große aktuelle iPad hat eine Dichte von 264 ppi. Die Bildqualität ist dennoch gut, Farben und Kontrast aber nicht ganz so leuchtend bzw. deutlich wie bei anderen Samsung-Geräten.
Auch beim Prozessor setzt Samsung nach wie vor auf einen Dual-Core-Prozessor, statt wie viele andere bereits auf vier Kerne. In der Praxis war davon aber kaum etwas zu merken. Feine Sache: Anders als beim Vorgänger lässt sich der Speicherplatz nun durch Micro-SD-Karten erweitern. Sonst gibt es neben dem Dockinganschluss allerdings keine weiteren Ports: Auf Micro-USB hat Samsung genauso verzichtet wie auf HDMI und Co. Über Wi-Fi-Direct sollen sich Daten zwischen Geräten über eine direkte WLAN-Verbindung - also ohne WLAN-Router/Hotspot - austauschen lassen. Leider wird der Standard nur von wenigen Geräten unterstützt.
Fazit: Vor allem weil es so dünn und leicht ist, ist das Galaxy Tab 10.1 auch in der zweiten Generation noch eine der besten iPad-Alternativen. Die Betonung liegt auf noch, denn es wird nicht lange dauern bis höhere Displayauflösungen und Quad-Core-Prozessoren quasi Standard sind.
Samsung Galaxy Tab 2 10.1: Die Bilder zum Test




E3 2013Alles über das wichtigste Event der Branche
DiePresse.com/Handy
Technik-Experten-QuizKey Lime Pie zum Frühstück?