Werbung in Microsofts Dateimanager - den Usern reicht's

Installierte Apps und Spiele, Werbung im Startmenü. Nur ein paar nervige Änderungen, die in Windows 10 Einzug gehalten haben. Mit Werbung für One Drive im Windows Explorer scheint den Usern die Hutschnur zu platzen.

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(c) EPA/Andrew Gombert (Andrew Gombert)

Windows 10 hatte keinen optimalen Start. Und das lag weniger an der Software, als an Microsofts Umgang mit den Update-Erinnerungen. Und kaum haben sich die Nutzer davon erholen können, steigen die Werbe-Anzeigen. Als Nutzer, der regelmäßig im Internet ist, ist man an Werbebanner, Anzeigen und Pop-ups allmählich gewöhnt und kann sie zum Teil ignorieren, aber jetzt scheint Microsoft den Bogen überspannt zu haben. Jetzt wird sogar im Windows-Explorer Werbung für den eigenen Cloud-Service geschaltet und die User reagieren ungehalten.

Nachdem mit den Windows-Updates auch ungefragt Spiele und Apps installiert wurden, Werbung ins Startmenü integriert wurde, wird jetzt der Dateimanager zur Microsoft-Werbefläche. Microsoft hingegen argumentiert, dass es sich lediglich eine Benachrichtigung handle, "um Kunden auf die Möglichkeiten für die Datenspeicherung und die Dateiverwaltung in Cloud-Diensten hinzuweisen."

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(c) extremetech

In der Argumentation wird aber vergessen, dass man in der Benachrichtigung lediglich auf den eigenen Dienst hinweist und vergisst dabei Alternativen von der Konkurrenz wie Google Drive oder auch Dropbox, um nur zwei zu nennen.

Werbung beziehungsweise Benachrichtigung deaktivieren

Der Dienst am Nutzer, zumindest so argumentiert Microsoft die Einschaltung, kann aber ausgeschaltet werden. Diese Option ist aber gar nicht so leicht zu finden und auch in der Werbung selbst findet sich dazu kein Hinweis. Bei den Update-Erinnerungen hat Microsoft wenigstens die Option gegeben, diese nicht mehr anzeigen zu lassen.

Deaktiviert wird es unter Ansicht - Ordneroptionen - Ansicht. Dort findet sich dann der Punkt "Benachrichtigungen des Synchronisierungsanbieters". Dort das Häkchen entfernen und die Änderungen speichern.

Microsoft sollte mit Fingerspitzengefühl arbeiten

Das Unternehmen sollte nicht vergessen, dass sie schon immense Strafen durch die EU-Kommission hinnehmen musste. Stichwort: Browserchoice. Und nach wie vor ist das Unternehmen unter Beobachtung, weil das Betriebssystem Windows das marktbeherrschende System ist. Unter dem Gesichtspunkt der Monopolstellung könnte diese Werbung die EU-Kommission erneut auf den Plan rufen. 

Schon damals führte das aggressive Marktverhalten Microsofts zu einer hohen Geldstrafe. 2009 war der Internet Explorer der am weitesten verbreitete Browser. Die Konkurrenz kam kaum dagegen an, weil auf jedem Windows-PC bereits der Browser installiert war. Die EU verhängte aufgrund der Monopolstellung eine Geldstrafe in Höhe von 1,7 Milliarden Euro und dem Unternehmen wurde dazu auferlegt, bei jedem ausgelieferten Gerät eine Browserwahl zu installieren, um den Usern die Möglichkeit zu geben, sich einen alternativen Browser auszusuchen. Die Gefahr, dass One Drive eine Monopolstellung einnimmt, ist eher gering. Das Vorgehen des Unternehmens aber ähnlich wie damals.

(Red.)

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