Manchmal sind Apple-Produkte einfach nur langweilig

Manchmal versteckt sich hinter neuen, geheimen Apple-Produkten nur eine Banalität. Das mussten nun auch jene User lernen, die seit September über einen von Apple bei der FCC eingereichten Chip diskutierten.

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(c) FCC

Neue Produkte werden von den Herstellern besser vor neugierigen Blicken geschützt als manch geheime Regierungsakten. Doch bis ein Produkt fertig ist, muss ein Unternehmen sich doch bisweilen in die Karten blicken, da einige Komponenten vorab untersucht werden müssen. Das sieht das US-Gesetz so vor. Es sieht aber nicht vor, dass die Hersteller dazu schreiben, was es ist. Und das kann für wilde Spekulationen in den Weiten des Internets sorgen. So geschehen mit einem kabellosen Apple-Device, das die Produktbezeichnung A1844 trägt.

In der weiteren, ebenfalls wenig aufschlussreichen Beschreibung hieß es, dass es sich um ein energieschonendes, kabelloses Gerät mit Bluetooth und NFC-Support handelt. Seit September als das Gerät bei der FCC, der us-amerikanischen Telekom-Regulierungsbehörde, auftauchte, wurde in Online-Foren über das mögliche neue Device diskutiert. Viele User fragten sich, ob der Chip im neuen iPhone 8, das im September vorgestellt werden soll, zum Einsatz kommen soll. Welchen Einsatzzweck er dort hätte haben sollen, war man sich aber uneinig.

Viel Wirbel um einen Türöffner

Doch meist versteckt sich hinter den bahnbrechend-anmutenden Erfindungen nur banale Technik, die schon vielerorts eingesetzt wird. Auch in diesem Fall, denn bei dem Chip handelt es sich lediglich um einen Türöffner für Apple-Mitarbeiter.

In der weiterführenden Beschreibung, die erst jetzt veröffentlicht wurde, heißt es, dass das System grün leuchte und ein Geräusch von sich gebe, wenn der Zugang gewährt werden kann. Wenn nicht, leuchtet das Empfängergerät rot, ebenfalls von einem Geräusch begleitet.

Auf eine kommerzielle Nutzung deutet in den Unterlagen nichts hin. Das gelöste Rätsel erklärt aber auch zwei weitere bei der FCC gelistete Geräte, die von Apple eingereicht wurden. Hier dürfte es sich um die passenden Gegenstücke des Schließsystems handeln.

Interessant bleibt dennoch, warum Apple hier auf eine Eigenlösung setzt, statt auf die am Markt erhältlichen Geräte zurückzugreifen. Da Apple aber selbst gerne die Kontrolle behält, kann es einfach deswegen sein, dass man anderen Herstellern nicht genug Vertrauen schenkt und befürchtet, dass sich fremde Systeme leicht austricksen lassen.

(bagre)

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