Fenster in die Zukunft von Windows

Wer ein Windows Tablet will, kann ruhig einen Blick auf das Huawei MateBook werfen. Der erste Versuch der Chinesen hat ein paar Schönheitsfehler, ist aber insgesamt gut gelungen.

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MateBook: Der erste Windows Tablet-Ausflug von Huawei.
MateBook: Der erste Windows Tablet-Ausflug von Huawei. – (c) Huawei

Sie heißen „Elite x2“, „Aspire Switch Alpha“ oder schlicht „Surface“ und haben zwei Dinge gemeinsam: Es handelt sich um Windows Tablets, die mit einer abnehmbaren Tatstatur ausgestattet sind. Microsoft hat dieses Segment mit seinem Surface erfunden. Und jetzt gesellt sich auch der chinesische Multi Huawei hinzu. „MateBook“ heißt der erste Versuch.

Worum handelt es sich konkret? Ein 12-Zoll-Tablet im Format 3:2 mit einer Auflösung von 2160 mal 1440 Pixel. Huawei schreibt bei der asiatischen Konkurrenz von Samsung ab und liefert ein Tablet im iPad-Stil mit abgerundeten Kanten, das gut in der Hand liegt. Die Verarbeitung wirkt ebenso hervorragend. Wie fast alles in der Computerwelt hat auch dieser Vorteil einen Nachteil: Im Gehäuse findet nur eine einzige USB-C-Schnittstelle Platz. Dahin geht zwar der allgemeine Trend, aber ohne (optional erhältliches) Dock werden sich viele Anwender schwer tun. Kleiner Trost: im Lieferumfang ist auch ein Adapter enthalten, mit dem man die USB-C in eine herkömmliche USB-Schnittstelle verwandeln kann.


Tastatur dabei. Der Bildschirm ist sehr schön, sehr scharf. Auch die Lautsprecher können sich hören lassen. Ein Stylus ist vorhanden, aber ebenfalls nicht im Standardpaket. Die vorliegende Variante nennt sich „MateBook Business“ und kommt mit einem m5-Prozessor (1,1 GHz), acht Gigabyte RAM und 256 GB Festplatte daher und kann im Handel schon um 830 erstanden werden. Der Fingerabdrucksensor versteckt sich in der Lautstärkenwippe. Anders als beim Surface ist die Tastatur im Lieferumfang enthalten.

Wie bei anderen Geräten dieser Klasse, macht es Sinn, sie zweimal zu bewerten. Einmal als Laptop und einmal als Tablet. Als Laptop hat das MateBook so seine Schwächen. Die Anschlüsse fehlen. Aber vor allem ist das Keyboard-Folio nicht so durchdacht, wie man es sich wünschen würde. Anders als beim Surface liegt es flach auf dem Tisch auf. Das geht besser. Außerdem gibt es für den Bildschirm bloß eine Reihe fixer Positionen. Das kann zu Frust führen.

Während das Schreibgefühl nicht schlecht ist, wundert man sich schon über die Entscheidung der Chinesen, eine Tastatur ohne Freiraum zwischen den Tasten zu entwerfen. Diesen Fehler haben sowohl Microsoft als auch Samsung bei früheren Produkten begangen und seitdem auch ausgeräumt. Sei's drum.

Wer ein Tablet sucht, auf dem eine Vollversion von Windows läuft, sollte sich das MateBook trotzdem genau ansehen. Denn anders als etwa das Surface handelt es sich hier wirklich um einen Tablet-Computer. Dafür sorgt die Haptik, die abgerundeten Kanten und das lüfterlose Design. Keine Sorge: Die Performance ist nicht beeinträchtigt. Der m5-Prozessor arbeitet brav. Selbst eine Partie Minecraft ist ohne Probleme möglich. Es kann allerdings ab und an warm werden.

Ohne Tastatur wiegt das Tablet nur 651 Gramm, mehr als 100 Gramm weniger als ein Surface. Ein „Switch Alpha 12“ von Acer kommt sogar auf 920 Gramm. Hier ist das MateBook also im klaren Vorteil. Solange man in der Windows-Welt bleibt. iPads und viele Android-Tablets sind freilich leichter und bieten auch bessere Akkulaufzeiten. Fazit: Das MateBook weist den Weg in die Zukunft, wo Windows alle Möglichkeiten eines PCs auf immer kleinere, immer leichtere Tablets bringt. Es bleibt spannend.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2017)

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