Die Autonomie des Handgelenks

Die Watch 2 ist die erste Smartwatch mit eSIM und kommt vom Hersteller Huawei. Gemeinsam mit 3 wird sie in Österreich angeboten. „Die Presse am Sonntag“ hat sie getestet.

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Die Uhr wurde von 3 zum Testen zur Verfügung gestellt.
Die Uhr wurde von 3 zum Testen zur Verfügung gestellt. – (c) Huawei

Eigentlich habe ich nie verstanden, warum wir Smartwatches tragen sollen, wenn alles, was wir brauchen, auf dem Smartphone gespeichert ist“, erklärte niemand anders als Huawei-CEO Eric Xu auf dem Huawei Analyst Summit (HAS) in Shenzhen (China). Erfrischend ehrliche Worte von einer Führungskraft. Er stellte damit aber auch das wenige Wochen zuvor in Barcelona vorgestellte Produkt – zumindest zum Teil – infrage.

In vielen Fällen ist eine Smartwatch tatsächlich nur ein hübsches, teilweise praktisches Smartphone-Add-on zur Vermessung des eigenen Ich. Hier sticht aber die Huawei Watch 2 heraus, denn sie funktioniert auch völlig unabhängig vom Hauptgerät. Es ist die erste Smartwatch mit eSIM in Österreich. Apple bietet ebenfalls bereits eine solche Uhr an, aber aufgrund anderer Standards wird sie hierzulande nicht angeboten.

G-Shock-Design trifft auf Moderne. Die Huawei Watch 2 erinnert auf den ersten Blick an das G-Shock-Design der Casio-Uhren aus den 1990er-Jahren. Die Huawei-Uhr hätte statt der schnöden 2 durchaus den Beinamen „Sport“ oder „Fitness“ verdient. Die Uhr ist relativ groß ausgefallen und nichts für zarte Handgelenke. Die Verarbeitung ist hochwertig, lediglich das Kautschukarmband macht einen billigen Eindruck. Dieses kann aber gegen handelsübliche 22-mm-Bänder ausgetauscht werden.

Die Watch 2 unterstützt Bluetooth, W-LAN, NFC und hat zudem einen GPS-Sensor. Der verbaute 420-mAh-Akku bewies im Test Ausdauer. Zwei Tage bei intensiver Nutzung (inklusive GPS) war die Norm. Nach zwei Stunden in der Ladeschale war sie dann wieder voll einsatzfähig. Das 1,2 Zoll große Display löst mit knackigen 390 x 390 Pixeln auf und wird von einer Lünette aus Kunststoff umrandet. Die Materialwahl begründet sich darin, dass Metall die LTE-Verbindung stört.

Sprichmit der Uhr. Damit ist die Huawei Watch 2 die erste Smartwatch in Österreich, die autark funktioniert. Sie braucht keine aktive Verbindung zum Smartphone, um dabei kontinuierlich zu messen und zu tracken. Dazu gibt sie Auskunft über das Ausmaß der Bewegung und fordert den Träger auf, sich zu bewegen.

Für das Training stehen mehrere voreingestellte Optionen zur Auswahl. Man kann sich zwischen Laufband oder Laufen in der freien Natur entscheiden. Vom Energieverbrauch durchaus ein Unterschied. Die gesammelten Daten können jederzeit abgerufen werden und bieten ambitionierten Hobbysportlern ausreichend Infos. Für Profis sind die Daten nicht ausreichend aussagekräftig. Mit der Bluetooth-Anbindung und dem vier Gigabyte internen Speicher kann man auch Musik installieren und Bluetooth-Kopfhörer verbinden. Für das Training ist man dann damit bestens ausgestattet und hat beide Hände frei.

Die Installation. Das Einrichten und Installieren geht schnell vonstatten. Lediglich die Suche nach Updates dauert ein wenig, und eines ist gewiss: Die Uhr findet Updates. Bis die Uhr einsatzbereit ist und final eingerichtet werden kann, braucht man zusätzlich drei Apps und einen QR-Code, um die Uhr mit dem Mobilfunkprovider zu verbinden. Ein zusätzlicher Vertrag ist nicht notwendig. Kostenpunkt der Huawei Watch 2 liegt bei 379 Euro in der LTE-Version.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2017)

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