Häftling saß wegen Computerfehler zu lang hinter Gittern

David Rayes' Haftstrafe wurde knapp um die Hälfte seiner Inhaftierung verlängert. Ein Systemfehler sei dafür verantwortlich, aber auch menschliches Versagen, erklärte die US-Gefängnisbehörde.

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imago stock&people

Weniger als ein Jahr betrug die Haftstrafe für David Reyes aus Kentucky. Er wurde im Oktober 2015 wegen Freiheitsberaubung, unsittlichen Verhaltens und tätlichen Angriffs rechtskräftig verurteilt. Ein Computerfehler verlängerte die Haftstrafe um fünf Monate.

David Reyes hätte am 13. Februar 2017 aus der Haft entlassen werden müssen. Das geschah aber nicht. Interventionen bei der Haftanstalt brachten keinen Erfolg. Erst als die Familie einen Anwalt einschaltete und dieser eine Beschwerde bei Gericht einlegte, kam Bewegung in seinen Fall.

US-Medien berichten, dass die Haftstrafe sich durch einen technischen Fehler und aufgrund von Versäumnissen der Gefängnisaufsicht verlängerte. Im System erschien ein falsches Entlassungsdatum. Kein Einzelschicksal. Die Gefängnisaufsicht bemerkte weitere Fehler im System und meldete diese auch, aber die zuständigen Techniker reagierten nicht umgehend darauf.

Der Fall von David Reyes zieht weitere Kreise, denn zwei weitere Häftlinge haben bereits Beschwerde eingereicht. Demnach soll auch ihre Haftstrafe längst verbüßt sein.

Medien in den USA befürchten, dass noch viel mehr Gefängnisinsassen bereits längst ihre Zeit abgesessen haben könnten, aber aufgrund der Verkettung technischer und menschlicher Fehler, noch immer inhaftiert sind.

(bagre)

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