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Klima: Am Kollaps vorbei

11.10.2007 | 18:22 |  JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Vor 135.000 Jahren wurde es in Afrika für lange Zeit so trocken, dass die Menschen in Bedrängnis kamen.

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Der Malawi-See, früher und heute einer der tiefsten – 706Meter – und klarsten der Erde, war 60.000 Jahre am Austrocknen, gerade hundert Meter hoch stand das Wasser, brackig und dicht mit Algen bewachsen. Und diese Periode war nicht irgendeine, sie dauerte von 135.000 Jahren bis 65.000 Jahre vor unserer Zeit, es war eine entscheidende Zeit für unsere Ahnen: Vor etwa 150.000 Jahren war in Afrika Homo sapiens entstanden, vor etwa 70.000 Jahren machte er sich auf den Weg nach Norden und erwanderte die Erde.

Zwischen diesen beiden Daten wurde die Population durch eine unbekannte Katastrophe dezimiert, sie ging durch einen „Flaschenhals“, die genetische Vielfalt der Überlebenden – und der Auswanderer – war schmal. Das wusste man, nun bietet ein Team um Andrew Cohen (Tucson) eine Erklärung: Die Forscher haben erstmals Bohrkerne auf dem afrikanischen Kontinent gezogen, aus dem Boden des Malawi-Sees. Vor 135.000 Jahren wurden die zuvor mit dunklen Schichten durchsetzten Sedimente hell, das Dunkle war Asche verbrannter Vegetation, nun gab es offenbar nichts mehr, was brennen hätte können.

Zugleich blühten im See Algen auf, die mit Brackwasser zurechtkommen. Beides passt zu früheren Befunden: Zur gleichen Zeit rückte die Sahara nach Süden vor und die Kalahari nach Norden, offenbar wurde der ganze Kontinent von einer Dürre geplagt. „Vermutlich sind die Populationen der Menschen zusammengebrochen“, berichtet Cohen, sie erholten sich erst wieder vor etwa 70.000 Jahren, vielleicht so gut, dass einige auswandern mussten (Pnas, 8.10).

Die Erholung lag am Segen vom Himmel, aber der hatte auch seinen Fluch, Moskitos, Malaria. In Reaktion darauf begann in den den besonders betroffenen Regionen Afrikas die Evolution zu arbeiten. Es kamen Genvarianten, die vor Malaria schützen, aber um einen hohen Preis: Wenn beide ererbten Chromosomen die Mutation tragen, kommen andere Krankheiten, Sichelzellen-anämie, Thalassämie.


Bei Malaria gut, bei Bakterien schlecht

Dem Schutz dient auch eine Variante des Toll-like receptor 4 (TLR4). Der Rezeptor gehört zum Immunsystem, er detektiert Viren, Bakterien, Protozoen, Malaria gehört dazu. Die Variante erhöht zwar die Malaria-Infektionsrate, sorgt aber für einen milderen Verlauf. Aber sie ist auch gefährlich, bringt tödliche Überreaktionen auf Bakterien.

Diese Variante hat heute eine eigenartige Verteilung: Es gibt sie vor allem in Afrika, auch in Europa – dort wird sie von einer jüngeren Variante neutralisiert –, nicht in Amerika. Das bringt Mihai Netea (Nijmwegen) zu folgendem Szenario: Die Variante wurde noch vor der Auswanderung in Afrika entwickelt, sie wurde in Europa neutralisiert, weil es dort weniger Malaria gab und mehr bakterielle Bedrohungen, sie wurde vor der Erwanderung Amerikas abgelegt (Pnas, 8.10.). Unumstritten ist das nicht: Es gab wohl auch in Europa mehr als genug Malaria.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2007)

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3 Kommentare
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Die Auswanderung

unser Vorfahren begann schon vor ca.90.000 Jahren als es durch die Trockenheit in Afrika im Rahmen der letzten brutalen Vereisung(Würm-Glazial) der Erde immer trockener wurde.

Die Syrische Wüste dehnte sich damals massiv bis zum Mittelmeer aus und der alte Wanderungs-Weg des Homo erectus("Heidelberger Mensch" etc.) nach Europa wurde dadurch versperrt.

Die Nord-Wanderung erfolgte deshalb über den heutigen Jemen nach Asien und Europa.

Durch das Gletscherwachstum war damals der Meeres-Spiegel viel niedriger und unsere Vorfahren konnten in der Region des heutigen Djibuti leicht von Afrika nach Südarabien auswandern.

Eine Gruppe des H.sapiens wanderte der Küste entlang bis nach Ost-Asien,die andere Gruppe über Mesopotamien nach Europa und Westasien.

Gen-Analysen der mitochondrialen DNA im Rahmen der Out of Afrika-Theorie("Eva-Hypothese") bestätigten diese Theorie in den letzten Jahren durch statistisch relevante Test¿s!

Noah von der Arche am Berg der Freude

Antworten Michael
15.10.2007 14:32
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Re: Die Auswanderung

Warum kann die Presse den Poster "Aaron Fishhof" nicht einmal verwarnen?

Er stellt gross angelegt Behauptungen auf, welche jeglicher Quellenangabe entbehren und meist echter "Bullshit" sind.

Noch dazu überflutet er damit die Website. Das ist nicht mehr lustig.

Antworten Antworten da wuzzi
15.10.2007 15:56
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Würde nicht viel nützen

Er wechselt einfach seine Identität und tobt sich weiter aus. Für ist das sicher kostengünstiger als sich all die Pulverl zu kaufen, die er eigentlich brauchen würde. Einfach nicht ernst nehmen, das schadet nur den Nerven.