Österreichs Physiker brauchen sich im internationalen Vergleich keinesfalls verstecken. Laut einem von der Wissenschaftsagentur „Thomson Scientific“ erstellten Ranking über die Jahre 1997 bis 2007 belegen sie erstmals einen Platz unter den Top 20 der am häufigsten zitierten Wissenschaftler. Betrachtet man die Zitierungen pro Veröffentlichung, schaut sogar Platz vier heraus.
Einen wesentlichen Beitrag dazu lieferten die Innsbrucker und Wiener Quantenphysiker: So können allein die fünf wissenschaftlichen Leiter des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Blatt, Briegel, Grimm, Zeilinger und Zoller) über ein Drittel der österreichischen Zitierungen (fast 40.000) auf sich vereinen. Diese Zitate beziehen sich auf über 800 Publikationen der fünf Wissenschaftler.
Zwei Arbeiten haben besonderes Interesse hervorgerufen: Im Jahr 1995 veröffentlichte Peter Zoller gemeinsam mit Ignacio Cirac einen Vorschlag für den Bau eines Quantencomputers. Zwei Jahre später konnte Anton Zeilinger erstmals die sogenannte Teleportation mit Lichtteilchen demonstrieren. Beide Veröffentlichungen wurden bis heute über 1200 Mal zitiert.
Quantitativ wird die Welt der Physik freilich nach wir vor von US-Wissenschaftlern dominiert: Mit über 2,7 Millionen Zitierungen von 218.000 Publikationen im Beobachtungszeitraum 1997 bis 2007 führen sie deutlich. Es folgen Deutschland und Japan. Österreich kömmt auf 105.854 Zitierungen von 9137 Publikationen. Bei der Zahl der Zitierungen pro Publikation ist Österreich mit 11,59 Vierter, geschlagen nur von der Schweiz, den Niederlanden und den USA.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2008)

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