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IPS-Stammzellen lindern Parkinson

08.04.2008 | 10:26 |   (Die Presse)

Im Rattenversuch zeigen die verjüngten Zellen ihre Potenz.

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In das Feld der Stammzellen ist Bewegung gekommen, seit es Shinya Yamanaka (Kyoto) vorletzten Sommer gelang, differenzierte Körperzellen durch das Einbringen von (vier) Genen in undifferenzierte Zellen zu verjüngen: induzierte pluripotente Stammzellen, iPS. Aus denen lassen sich dann wieder viele Zelltypen ziehen. Damit können iPS etwas, was früher nur ES konnten, embryonale Stammzellen, für die man Embryonen erzeugen und zerstören muss. Allerdings ist bisher nicht klar, wie weit iPS und ES identisch sind – und ob die ethisch unbedenklicheren iPS wirklich das Gleiche können wie die umstrittenen ES.

Zumindest an Ratten und bei der Gehirnkrankheit Parkinson können sie es, das hat gerade in einem „Proof of principle“-Experiment eine Gruppe um Rudolf Jänisch (Cambridge) gezeigt: Sie hat Fibroblasten (Bindegewebszellen) zu iPS verjüngt und daraus verschiedene Gehirnzellen gezogen, in Kultur. Die wurden dann Ratten injiziert, deren Gehirne zuvor so geschädigt wurden, dass sie Symptome von Parkinson zeigen: „Die Zellen zeigten die Aktivität von Gehirnzellen, und sie haben sich in den Verband der Gehirnzellen integriert“, erklären die Forscher: „Das Verhalten der Tiere verbesserte sich“ (Pnas,7.4.).

Doppelte Tumorgefahr

Ja, warum versucht man das Wunder nun nicht gleich an Menschen? Weil alle Stammzellen gefährlich sind, ES und iPS: Injiziert man sie, bilden sie Tumore. Man muss aus ihnen erst andere Zellen gewinnen und die injizieren, und dabei muss man sorgfältig verhindern, dass auch Stammzellen mitinjiziert werden. Dieses Tumorproblem ist bei den iPS von einem zweiten überlagert: Die verjüngenden Gene werden mit Viren in die Zellen transportiert, auch die können Krebs auslösen (je nachdem, wo sie sich in das Genom der Zelle setzen).

Beides konnten die Forscher bei ihren iPS/Hirnzellen verhindern, aber reif für den Menschen sind diese noch lange nicht. Andere Forscher haben gerade bemerkt, dass die Verjüngung bei verschiedenen Zellen verschiedene Ergebnisse bringt, dass es zur Gewinnung beispielsweise von Gehirnzellen vielleicht besser wäre, mit Epithelzellen zu beginnen (statt mit Fibroblasten). Zudem dringt man in die molekularen Feinheiten der Verjüngung vor, um sie ohne Viren – und zusätzliches Krebsrisiko – durchführen zu können (Science, 320, S.28). jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.04.2008)

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1 Kommentare
astra1971
08.04.2008 11:30
0 0

Tier und Mensch - unterschiedlicher geht es nicht

Man "testet" verschiedene Substanzen auf unterschiedlichste Weise am Tier und versucht die "Ergebnisse" daraus auf den Menschen zu übertragen. Verschiedene Tierarten und der Mensch reagieren auf verschiedene Substanzen aber bekanntlich völlig unterschiedlich.

Tierversuche sind aus medizinischen und moralischen Gründen prinzipiell abzulehnen, weil die Ergebnisse aus den Tierversuchen aufgrund der Speziesunterschiede zwischen Mensch und Tier nicht auf den Menschen übertragbar sind. Die trotzdem millionenfach vollzogene Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen wird dadurch zum reinen Glücksspiel zum Nachteil von Mensch und Tier. Menschen erleiden nachweislich schwerste Schäden durch nicht übertragbare, irreführende Ergebnisse aus Tierversuchen (z.B. Contergan, Lipobay).