Im Alter von 90 Jahren ist am Mittwoch in Cambridge, Massachusetts der Meteorologe Edward Lorenz einem Krebsleiden erlegen. Er hatte Mathematik in Dartmouth und Harvard studiert, dann Meteorologie am MIT, dort lehrte er auch als Professor, 1991 erhielt er den Kyoto-Preis. Weltbekannt wurde er als Vater der Chaostheorie, als Entdecker des „deterministischen Chaos“. Populär wurde vor allem eine Studie namens „Predictability: Does the Flap of a Butterfly's Wings in Brazil Set Off a Tornado in Texas?“ (1972). Aussage: Kleinste Ursachen können schwerwiegende Folgen haben. So prägte er das bis heute beliebte Schlagwort vom „Schmetterlingseffekt“.
Zur Chaostheorie kam er zufällig, als er einen Computer unabsichtlich zweimal dieselbe Berechnung ausführen ließ – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. „Als Bub hatte ich immer großes Interesse an Zahlenspielen und war von Veränderungen im Wetter interessiert“, begründete Lorenz seine Berufswahl.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.04.2008)
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