Es gibt Wassereis auf der Marsoberfläche. Das gaben NASA-Forscher am Donnerstag bekannt. Auf Fotos der Marssonde Phoenix sind weiße Material-Brocken zu sehen. Spätere Aufnahmen zeigen, dass sich diese Teilchen aufgelöst haben. Innerhalb weniger Tage sind sie vom festen in den gasförmigen Zustand übergegangen.
"Es muss Eis sein", meint der Leiter der Phoenix-Mars-Mission Peter Smith. "Diese kleinen Klumpen sind innerhalb weniger Tage komplett verschwunden. Das ist der perfekte Beweis dafür, dass es sich um Eis handelt." Damit hat sich das Ziel der Nasa erfüllt, auf dem roten Planeten Wasser-Eis zu finden.
Die Klumpen wurden in einem Graben fotografiert, den die Sonde am 15. Juni vergrößert hatte. Dieser erhielt von den Wissenschaftern den Namen "Dodo-Goldilocks". Am Donnerstag stieß die Sonde im Graben "Snow White 2" ("Schneewittchen 2") auf eine harte Oberfläche. Wissenschaftler hoffen, dass es sich dabei um ein Eisschicht handelt.
Datenverlust nach Computerproblem
Jetzt ist die Schwierigkeit, das Eis für weitere Untersuchungen in die Marssonde zu bringen. Zurzeit hat die Sonde wiederholt technische Probleme: Ein Computerproblem soll die Arbeit um etwa 24 Stunden verzögern. Da die Systeme unerwartet in den Ruhezustand geschalten haben, gingen außerdem wissenschaftliche Daten und Bilder verloren.
Zuvor gab es bereits Probleme, weil eine Gesteinsprobe von der Marsoberfläche den Filter der Sonde verstopfte. Mittlerweile ist die Probe bereits im Analyseofen der Phoenix. Die Proben werden jetzt auf Spuren von Leben untersucht.
Der Mars-Orbiter "Mars Odyssey" hatte bereit 2002 Hinweise entdeckt, dass es in den Polarregionen des Roten Planeten Eis geben könnte. "Phoenix" landete in einer Region mit polygonen Bodenformen, wie es sie auch in den Permafrost-Gebieten der Erde gibt.
(sg, APA)


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