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USA definieren den Tod neu

14.01.2009 | 18:53 |  (DiePresse.com)

Der Bioethik-Rat des US-Präsidenten hat eine neue Todesdefinition formuliert. Ein 168-seitiger Bericht soll die Frage klären, welche Diagnoseart ethisch und medizinisch vertretbar ist.

Wann darf ein Mensch für tot erklärt werden? Diese Frage hat in den Vereinigten Staaten für Diskussionen gesorgt. Viererorts wurden Bedenken geäußert, dass Ärzte die Definition des Todes aufweichen, um leichter an Organe für Transplantationen zu gelangen. In einem am 13. Jänner veröffentlichten Bericht des Bioethik-Rats des US-Präsidenten wird versucht, die Frage nach der Definition des Todes zu klären. Um den Tod zu definieren, wurde festgelegt, was Leben eigentlich ist.

Dem 168-seitigen Bericht zufolge versucht ein lebender Organismus sich ständig selbst zu erhalten. Wenn der Organismus nicht mehr in der Lage ist, diese Funktion auszuüben, hört er auf, an seiner Umgebung teilzuhaben. Er verliert damit auch die Fähigkeit, diese Umgebung zu beeinflussen und zu verändern. Weiters muss bei einem lebenden Organismus auch die Notwendigkeit bestehen, mit dieser seiner Umwelt zu interagieren.

 

Interaktion mit der Umwelt nötig

Was sehr philosophisch angehaucht klingt, ist eine Erweiterung der neuzeitlichen Definition des Hirntods. Die alleinige Absenz jeglicher Hirnfunktionen wurde bisher als Anzeichen für den Todeseintritt gesehen. Allerdings wurde beobachtet, dass hirntote Patienten immer noch eine stabile Körpertemperatur erhalten und Wunden verheilen konnten. Kinder, die an Beatmungsgeräten hingen, erreichten sogar die Geschlechtsreife. Das Gehirn war trotz Abwesenheit jeglicher Hirnfunktionen immer noch für Prozesse im Körper verantwortlich.

Hirntote Patienten sind die Hauptquelle für Organtransplantate. Ärzte in den Vereinigten Staaten standen jetzt vor dem Problem, dass sie entweder Organe von einem technisch gesehen noch lebenden Patienten entnahmen, oder aber die Definition des Todes aufweichten. Der Bericht des Bioethik-Rates will jetzt Klarheit schaffen. Dies soll auch dem Schutz der Patienten dienen. Die Komapatientin Terry Schiavo, deren Familie ihre lebenserhaltenden Maßnahmen abdrehte, wäre auch nach den neuen Erkenntnissen als lebendig eingestuft wurden.


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