21.11.2009 17:29 | Meine Presse Merkliste0

Das älteste Wort: „Ich“

27.02.2009 | 18:27 |   (Die Presse)

Britische Forscher lauschen zurück – und nach vorn. Worte wie "ich" und "wir" sind mindestens 15.000 bis 20.000 Jahre alt. Das Wort "dirty" ist hingegen vom Aussterben bedroht.

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Könnten wir uns mit einem Steinzeitmenschen verständigen? Es würde schon halbwegs gehen, meint Mark Pagel, Evolutionsbiologe der University of Reading, der die Entwicklung der Sprache(n) so interpretiert wie die der Lebewesen: „Wir könnten einen Zeitreisenden mit einem ,Wörterbuch‘ ausstatten, in dem heutige Wörter stehen, die damals ähnlich geklungen haben. Er könnte damit keine sehr komplizierten Diskussionen führen, würde aber auch nicht in Probleme geraten.“

Denn manche Wörter wandeln sich langsam, vor allem häufig gebrauchte, hier trägt die Parallele mit den Genen: „I, who, we, one, two, three“ sind „resistent gegen Evolution“, sie sind zugleich „die ältesten Wörter“, sind „mindestens 15.000 bis 20.000 Jahre alt“ und haben „damals zumindest ähnlich geklungen“. Aber der häufige Gebrauch alleine macht es nicht, es geht auch um Typus, Wörter wie „and“ und „but“ entwickeln sich laut Pagel hundert Mal rascher als die stabilen Zahlwörter, auch Verben und Adjektive sind evolutionär kurzlebig, Substantive hingegen halten sich wieder. All das entnimmt der Forscher einem Supercomputer, den er mit den bekannten Sprachen füttert, etwa mit „water“, „Wasser“, „Vaten“ (schwedisch) und „Wato“ (gotisch). Man muss diese Wörter nur laut vor sich hin sprechen, rät Pagel, dann hört man auch ohne Supercomputer, was sich erhält, das gezogene „a“ deutet noch auf den gemeinsamen Ahnen.

 

Sterbekandidat: „dirty“

Anderes ist längst vergessen oder wird es bald sein: Ganz oben auf Pagels Sterbeliste steht „dirty“ – „es hat die höchste Evolutionsrate von allen Wörtern, es wird in den nächsten 750 Jahren verschwinden“ –, es folgen „throw“, „bad“ und „because“, sie alle haben sich heute schon weit von ihren Pendants in anderen Sprachen wegentwickelt. In Summe verschiebt sich – immer vorausgesetzt, der Supercomputer behält recht – der gesamte Wortschatz frappant rasch: „Fünfzig Prozent unserer heutigen Wörter hätten unsere Ahnen vor 2500 Jahren nicht verstanden.“ (www.reading.ac.uk) jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.02.2009)

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11 Kommentare
Gast: ramirez
09.03.2009 17:08
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es wandeln sich ja nicht nur sprachen....

hat dieser forscher auch daran gedacht, dass die bevölkerung von vor 20000 jahren eine andere war? und anderen sprachfamilien angehörte? vielleicht sogar einer von der wir heute nichts mehr wissen. in den letzten zehntausend kahren gab es genügend völkerwanderungen innerhalb europas und vorallem nach europa hin.

Gast: sarah
09.03.2009 17:02
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nichts als blödsinn

ich würde auch gerne mal diese 50% der wörter sehen, mit denen ich mich immernoch gut verständigen könnte....

er hat mit seinem supercomputer also rausgefunden, dass das a gezogen ausgesprochen wird (von wegen haha) un das alles in indogermanischen sprachen. daraus schließt er zeitreisen nach europa von vor 20000 jahren wären sprachlich möglich. selbst wenn dieser ganze nonsense mit der wortsterberate und dem wandel von wörtern stimmen würde, hat er wohl eine sache vergessen. europa war nicht von anfang an von indogermanen besiedelt. es gab andere völker anderer sprachfamilien...


Nero
01.03.2009 14:56
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Schwachsinn

All das entnimmt der Forscher einem "Supercomputer"

Ich frage mich immer wieder was das für geheimnisvolle Supercomputer sind, die anscheinend alles wissen.

Mal ganz ehrlich, das Wort gehört einfach gestrichen aus dem Wortschatz, das zieht einfach nicht mehr und hat schon einen gewaltigen Bart.

Wir könnten ja bei PC oder einfach nur Computer bleiben, aber Supercomputer ist ja echt mal übertrieben ...

Gast: Jarkov
01.03.2009 04:57
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Unsinn

Hier glaubt anscheinend ein Evolutionsbiologe, er könne revolutionäre Erkenntnisse schließen, und war sich zu gut, auch nur ansatzweise mit Sprachwissenschaftlern darüber zu sprechen - die Erkenntnis, dass Deutsch, Englisch, Schwedisch und Gotisch verwandt sind, ist schließlich schon mehrere Jahrhunderte alt, die Idee, dass I, who, etc. früher auch so ähnlich geklungen haben ist nicht einmal ansatzweise beweisbar, und wird von allen bisher getätigten sprachwissenschaftlichen Forschungen eher nicht angenommen (was man leicht sieht, wenn man bedenkt, dass Englisch wirklich keine archaische Sprache ist, sondern sich unter den germanischen Sprachen wohl am weitesten fortentwickelt hat, bzw. die Aussprache eher dem keltischen angepasst hat). Abgesehen davon sind die "A"s in Wasser und Vaten nicht gezogen, sondern kurz, und die Methode mittels "Supercomputer" Sprachverwandtschaften festzustellen, ist wie von einem Vorposter richtig gesagt, längst überholt.

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Re: Unsinn

Aaso BÜTTÄ!

Brit¿sche Forchscha habm doch...
Wie khomm¿ Sie dazu?!?!
Die indogerman¿sche Sprachwurchz¿l! Und überhaupt!

ehtreiber
28.02.2009 23:58
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Purer Schwachsinn

Welche "bekannten Sprachen" werden denn da in den "Supercomputer" gefüttert? Der Mann hat auch noch nie was von Sprachfamilien gehört, scheint's. Das Beispiel mit dem "gezogenen a" in "Wasser" (das noch dazu im Deutschen nicht einmal "gezogen" ist, *LOL*) kann man gleich mit "viz" (ungarisch) und "su" (türkisch) widerlegen.

Einen Zeitreisenden mit einem Wörterbuch mit zu damals "ähnlich klingenden" Wörtern auszustatten, um damit verständlich zu sein, und gleichzeitig zu sagen, dass Wörter wie "ich" und "drei" damals "zumindest ähnlich geklungen haben" ist praktischer Nonsens, weil dann alles einander "ähnlich" klingt.

Außerdem hätte ich gern diese 50 % des englischen Wortschatzes geliefert bekommen, die vor 2.500 Jahren angeblich verständlich gewesen wären.

misfits74
28.02.2009 23:07
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da hat ein presseschreiberling was gelesen und essayiert,

was er nichmal ansatzweise selber verstanden hat.

http://www.guardian.co.uk/science/2009/feb/26/language-evolution-words-extinction-dirty

http://www.scientificblogging.com/beamlines/will_we_say_‘dirty’_tomorrow

und das wort supercomputer zieht gar nicht mehr - gehört ins kinderbuch!


Gast: Flotzky
28.02.2009 19:44
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Alte Wörter

Stinkarsch ist ein altes Wort.

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Unfug

Die hier angewandte Methode nennt sich Glottochronologie, war in der Linguistik bis vor einigen Jahrzehnten in Mode und ist dann mit Recht verworfen worden, da sie durch Sprachkontakt bedingte Prozesse ebenso wenig einberechnet wie unterschiedliche Geschwindikeiten im Lautwandel, die sich aufgrund der soziolinguistischen Situation ergeben. Nur wissen das die Genetiker nicht, wenn sie sich jetzt in das Fachgebiet einer von ihnen nicht genügend verstandenen anderen Wissenschaft einmischen. Leider sind die dadurch produzierten Resultate ein kompletter Topfen.

Gast: rumpelstilzchen
28.02.2009 08:38
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Der Supercomputer

"Ich" ist nicht nur das "älteste Wort", sondern auch die transzendentale Voraussetzung aller Worte! Dass alle Worte damals "ähnlich geklungen" haben, kann aber wohl nur ein Wunschtraum der globalen Anglisierungsbestrebungen sein.

Gast: gast
27.02.2009 23:59
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Sprachen verändern sich...

... und aus der Tatsache, dass sich Sprachen auseinanderentwickeln zu schließen dass Teile einer Sprache aussterben ist mehr als gewagt. Der "Supercomputer" Teil wirkt pseudowissenschaftlich - man kann heute wohl mit jedem handelsüblichen PC diese Corpus-Berechnungen anstellen, beeindruckt halt den Laien nicht so.