Was wurde aus... "MacGyver" Richard Dean Anderson?

04.03.2012 | 18:52 |   (DiePresse.com)

Der Mann, der mit einem Schweizer Armeemesser nahezu alles basteln konnte, reiste später zwischen den Sternen. Inzwischen beschränkt sich der Schauspieler auf Gastrollen.

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Er war eine Ikone der 1980er-Jahre und das beste Marketing für Schweizer Taschenmesser. Richard Dean Anderson wird wohl ewig als Titelheld der Abenteuerserie "MacGyver" in Erinnerung bleiben. Im Gegensatz zu vielen anderen Serienhelden griff er nie zur Waffe, sondern konnte sich immer mit Werkzeug und besagtem Messer aus der Affäre ziehen. Doch nach der von 1985 bis 1992 ausgestrahlten Serie wurde es recht ruhig um den lächelnden Super-Bastler mit damals zeitgemäßem Vokuhila.

Vom Bastler zum SciFi-Helden

Der inzwischen 62-Jährige ruhte sich nach dem Ende von MacGyver aber nur kurz auf seinen Lorbeeren aus. Von 1997 bis 2005 (länger als MacGyver) spielte er die Hauptrolle des Air-Force-Colonels Jack O'Neill in der Science-Fiction-Serie "Stargate: SG-1", die auf dem 1994 erschienenen Film "Stargate" mit Kurt Russell und James Spader basierte. Dort war dann auch Schluss mit dem waffenlosen Kampf. Andersons Charakter reiste stets bewaffnet zwischen den Sternen, um sich gegen intergalaktische Bösewichte wehren zu können. Nachdem er im Laufe der Serie zunehmend ergraute, zog er sich bis auf ein paar Reprisen seines Charakters als Gastrolle wieder zurück. Für die letzten beiden von zehn Staffeln übernahm Science-Fiction-Veteran Ben Browder die Hauptrolle.

"Stargate" bescherte Richard Dean Anderson nicht nur einen kommerziellen (er produzierte die Serie), sondern auch einen militärischen Erfolg. Der Schauspieler, der sich vor seinen ersten Rollen als Clown und Jongleur verdingte, wurde 2004 ehrenhalber zum Brigadegeneral der Air Force befördert. Grund dafür war, dass Stargate nach Ansicht der US-Luftwaffe selbige in einem positiven Licht darstellte.

2006 schlüpfte Anderson wieder kurz in die Rolle des MacGyver. Für den Kreditkartenhersteller Mastercard befreite er sich von seinen Fesseln, rutschte an einem Kabel entlang und reparierte einen Lastwagen-Motor - und das alles schaffte er mit kleinen Haushaltsgegenständen. Der Clip wurde während des 40. Super Bowl ausgestrahlt.

Nur mehr Gastrollen

Ansonsten beschränkt sich Anderson inzwischen auf Gastauftritte in TV-Serien. Neben den Stargate-Ablegern "Stargate: Atlantis" und "SGU: Stargate Universe" trat er als wiederkehrender Charakter in der Anwaltsserie "Fairly Legal" auf. Dazwischen verbringt er möglichst viel Zeit mit seiner Tochter Wylie Quinn Anarose Anderson, die im August 1998 geboren wurde. Er bezeichnete sie während seiner Zeit für "Stargate: SG-1" als Grund dafür, zur Arbeit zu kommen. Inzwischen nähert sich Anderson aber mehr dem wohlverdienten Ruhestand.

Auch wenn seine Jahre als Air-Force-Colonel den größten Erfolg für ihn darstellen, hält sich MacGyver in der Popkultur hartnäckiger als Kultfigur. Sie wurde zum Synonym dafür, mit einfachsten Mitteln das Unmögliche möglich zu machen. Ein MacGyver-Film ist seit Jahren in Planung. Konkrete Informationen dazu gibt es allerdings nicht. Die Persiflage "MacGruber" kam 2010 in die Kinos und floppte berechtigterweise spektakulär.

(db)

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