Was wurde aus ... dem grünen "Realo" Joschka Fischer?

23.03.2012 | 15:19 |   (DiePresse.com)

Er war linker Steinewerfer in den 70ern, grüner "Realo" in den 80ern und wurde Ende des Jahrtausends deutscher Außenminister. Was macht der Politiker, der gegen die Taliban in den Krieg zog, seit seinen Rücktritt?

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Vom beleibten Mann mit dem Beinamen "Grünen Tonne" joggte Joschka Fischer sich zu einem drahtigen Mann. Vom Steine werfenden Demonstranten in den 70er Jahren entwickelte er sich zunächst zur realpolitischen Führungsfigur der Grünen - einer Randpartei. Dann mauserte sich Fischer zu einem der tonangebenden Politiker der Bundesrepublik Deutschland. 1998 zog er unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder als dessen Stellvertreter und Außenminister in die Regierung ein. Bis 2005 konnte er sich am Zenit seiner politischen Karriere halten. Aber Fischer war nicht unumstritten: Kritik musste er vor allem wegen der Beteiligung der Bundeswehr am Afghanistan-Einsatz einstecken. 2005 zog sich Fischer nach einer Wahlniederlage aus der aktiven Politik zurück.

Was macht man als Altpolitiker: Beraten!

Der Tradition honoriger Politikern folgend, hielt Fischer seitdem Vorträge und ist für diverse Unternehmen als Berater tätig. Zuerst beriet er Investmentbanken wie Barclays Capital und Goldman Sachs. Im Herbst 2006 ging Fischer als Gastprofessor für internationales Wirtschaftsrecht für ein Jahr an die amerikanische "Princeton University". 2007 folgte die Gründung einer eigenen Beraterfirma, der "Joschka Fischer Consulting". Fischer ist zudem Gründungsmitglied und Vorstand des Think Tanks „European Council on Foreign Relations", der vom Milliardär George Soros finanziert wird. Auch im Portfolio einer Beratungsfirma von Madeleine Albright ist Fischer zu finden.

Außerdem stieg Fischer 2009 zum Konkurrenten seines ehemaligen Chefs auf. Ex-Kanzler Schröder berät das Pipelineprojekt Nord-Stream, Fischer die Widersacher der Nabucco-Pipeline. Die Pipeline soll Erdgas aus dem Kaspischen Meer nach Europa transportieren und dabei die europäische Abhängigkeit von Russland verringern. Nebenbei beriet Fischer den Automobilriesen BMW, die Siemens AG und seit 2010 den Handelskonzern REWE, zu dem auch die heimische Supermarktkette Billa gehört.

Erfolgreiche Hochzeit und gescheiterte Klage

Außer als Berater hat Fischer mit einer Klage gegen „die Bunte" von sich reden gemacht. Fischer verlor, die Illustrierte habe sein Privathaus in Berlin abbilden dürfen, befand das Gericht. Ganz ist Fischer aber auch vom politischen Parkett nicht verschwunden. Im Europarat ist er Chef der neunköpfigen „Gruppe herausragender Persönlichkeiten". Dort soll er Strategien für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts entwickeln. Im Frühjahr 2011 erschien der erste Bericht der Gruppe. Im proeuropäischen Netzwerk der Spinelli-Gruppe ist Fischer außerdem der europäische Föderalismus ein Anliegen.

Privates gibt es ebenso zu vermelden: Nur wenige Tage nach dem Rückzug vom Posten als deutscher Außenminister heiratete Fischer seine Lebensgefährtin Minu Barati. Auch als Ehemann hat Fischer eine ordentliche Karriere hinter sich. Wie der Spiegel Online 2005 berichtet, ist Barati bereits Fischers fünfte Ehefrau.

(lau)

(Red.)

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13 Kommentare

Er ist wirklich das Letzte!


pecunia non olet.



...aber diese unfassbare scheinheiligkeit eines durchschnittlichen paradelinken stinkt mehr als bis zum himmel !

Gast: Derístmirnichtgriiin
02.04.2012 08:24
2

Der und der Blinzler

Lange vor Schröder erfand der Steineschmeisser die Ich AG und perfektionierte diese.

berater

ist doch erleuchtend zu sehen wenn die grünen roten gutmenschen nach ihrer politkarriere zu beratern von windigen firmen, bankern usw. werden. aber vorher jahrelang auf diese firmen schimpfen u. dann ihr geld nehmen. so sehen also die sogenannten anständigen gutmenschen aus. was mich noch wundert?? das alle die diese blender unterstützt gewählt haben, kommen sich die jetzt nicht verarscht vor ???

Gast: africano
29.03.2012 18:54
5

Fischer ist ein ganz Link - Linker Agent ,vergesst ihn.

Solche Leute werden von den Medien hofiert.

Gast: asdfsdfsadf
29.03.2012 06:19
5

Hat man unbedingt diese unsympathische und ausgefressene Randnotiz der Geschichte wieder ausgraben müssen?

Ich hatte den schon verdrängt.

Re: Hat man unbedingt diese unsympathische und ausgefressene Randnotiz der Geschichte wieder ausgraben müssen?

ja doch, solche zeitnahe "Ausgrabungen" sind gut, um ins Bewußtsein zu rufen, welche Politgang das EU-ropa in den aktuell regierenden Kapitalfaschismus geführt hat!

Re: Hat man unbedingt diese unsympathische und ausgefressene Randnotiz der Geschichte wieder ausgraben müssen?

Einer der wenigen Linken mit Lernfähigkeit.
Das ist schon eine Erwähnung Wert.
Der Mann hat Format und Erfolg.

Gast: Demobeobachter
28.03.2012 04:51
5

Demokratie ist doch toll!

Da kann so einer wie Fischer, ohne Bildung irgendwelcher Art gaaanz gaaaanz hoch kommen. Dass auf dem Weg von "in die Luft geworfenen" Steinen zumindest ein Polizist seit Jahrzehnten Invalidenrente bekommt, ist da auch kein Problem mehr. Dass er unheimlich nahe (daher, in derselben Wohnung) mit RAF-Moerdern lebte, macht da auch nichts mehr. Was er dem Land angetan hat zaehlt nicht, da er immer offen als Feind der Deutschen aufgetreten ist. Und das Heroin-Spritzerl war halt zeit seines Lebens auch immer dabei. Voll praedestiniert, die Gesellschaft des 21 Jhdt zu entwickeln. Bin ich froh, dass ich diesem Europa vor Jahrzehnten den Ruecken gekehrt habe.

rechtens

sollte er den Rest seines Lebens im Knast verbringen, für das was er Deutschland angetan hat.

Re: rechtens

und auch Österreich (Sanktionen)!

Gast: Der Notar
26.03.2012 08:44
5

Er frißt

sich durch alle Nobellokale der Welt.

omni corruptus!

Berater und Konsulent...= Korruption

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