Frankreich könnte Reichensteuer bis 2017 kassieren

07.01.2013 | 11:43 |   (DiePresse.com)

Ursprünglich sollte die Abgabe auf zwei Jahre befristet werden. Jetzt könnte sie bis zum Ende von Hollandes Mandat eingehoben werden.

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Die in Frankreich geplante Reichensteuer könnte in einer Neufassung über einen längere Zeitraum eingehoben werden als ursprünglich vorgesehen. Die neue Steuer, die eine vom Verfassungsrat kassierte Abgabe von 75 Prozent auf Einkommen über einer Million Euro ersetzen soll, könne für die Dauer des bis 2017 laufenden Mandats von Staatschef Francois Hollande eingefordert werden, sagte Budgetminister Jerome Cahuzac am Sonntagabend französischen Medien. Die Dauer der Einhebung sei einer der "Parameter". Die ursprünglich geplante Reichensteuer sollte auf zwei Jahre befristet sein.

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Der französische Verfassungsrat hatte die Reichensteuer, eines der Vorzeigeprojekte des im Mai gewählten Sozialisten Hollande, vor eineinhalb Wochen gestoppt. Das Gremium bemängelte, dass die Reichensteuer auf dem Einkommen von Einzelpersonen beruht, wohingegen üblicherweise das Einkommen von Haushalten Bemessungsgrundlage ist. Damit sei der Gleichheitsgrundsatz verletzt.

"Frage der Steuergerechtigkeit"

Die sozialistische Regierung machte nach der Entscheidung des Verfassungsrates umgehend klar, die Reichensteuer in neuer Form durchsetzen zu wollen. Hollande sagte in seiner Neujahrsansprache, dies sei eine Frage der "Steuergerechtigkeit". Haushaltsminister Cahuzac machte am Sonntagabend im Gespräch mit den Sendern Europe 1 und iTélé sowie der Zeitung "Le Parisien" keine Angaben zur möglichen Höhe einer neuen Reichensteuer. Er sagte aber, der Verfassungsrat habe klar gemacht, dass er einen Steuersatz von mehr als 75 Prozent nicht durchgehen lassen werde (mehr dazu ...).

Im Zuge der in Frankreich erhitzt geführten Debatte um die Reichensteuer hatte Filmstar Gérard Depardieu angekündigt, seinem Land den Rücken kehren zu wollen. Am Donnerstag bekam er von Russlands Präsident Wladimir Putin die russische Staatsbürgerschaft verliehen, am Wochenende holte er sich seinen Pass persönlich in Russland ab ("DiePresse.com" berichtete).

Prominente Steuerflüchtlinge: Depardieu & Co.

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(APA/AFP)

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21 Kommentare
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1916

Im Zuge der Oktoberrevolte 1916 flohen viele Reiche Russen nach Frankreich und Ihr Leben zu retten.
Heute fliehen die Franzosen nach Russland um Ihr Eigentum vor
den Roten zu retten.
Liebe Kollegen eine Ironie der Geschichte.

1200 Autos brannten in der Sylvesternacht

Franzoesische Normalitaet: EINTAUSENZWEIHUNDERT IN EINER NACHT.

75% Einkommensteuersatz verscheucht die Elite ...

... das meint zumindest Andreas Unterberger in seinem Artikel für die EU-Infothek vom 08.01.2013 unter http://www.eu-infothek.com/article/die-flucht-der-klugen-koepfe-aus-europa .

Und der nächste Streich aus Frankreich: Steuerharmonisierung in Europa. Laut Unterberger sind die daraus resultierenden fatalen Folgen vorprogrammiert.

Wollen wir das?

Und seine Helfer zuendeten wieder tausende Autos in der Sylvesternacht an

Dan bringt wieder Steuern beim Neukauf!

tja die Titanic sinkt...

da helfen auch ein paar schnelle Enteigungsaktionen nix mehr!

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Schön ...

... wie sich hier alle darüber amüsieren, wie schnell und zielgerichtet Hollande Frankreich an die Wand fährt.

Dennoch ist Frankreich noch immer die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Geht dort das Licht aus, geht überall das Licht aus.

Und so sehr ich die Sehnsucht danach mit vielen hier teile - wünschen sollte sich das wahrlich niemand.

Hollande hat meine volle Unterstuetzung

Endlich wird Frankreich so richtig kaputt.

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Re: Hollande hat meine volle Unterstuetzung

Frankreich wird kaputt, durch die roten Brüder um Hollande.

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Leistungsgerechtigkeit....

"Leistungsgerechtigkeit" würde dann bestehen, wenn Herr Hollande dann, wenn er nichts zu Stande brächte, arbeitslos, oder zumindest mit größeren finanziellen Einbußen zu rechnen hätte. Wird nicht geschehen. Der Herr Sozi bleibt finanziell abgesichert bis ans Lebensende (Frau Rudas u. a. übrigens auch).

Der sitzt fest und fett im sozialistisch abgesicherten Neidbecken, Ideologie umnebelt und hat die Reichensteuer versprochen - auch wenn sie nichts bringen wird. Die Sch.... bleibt am Dampfen und am Schluss stellt sich heraus, dass es ohne produktiv und innovativ denkende Menschen nicht gehen wird.

Dann war man zumindest (selbst) gerecht.

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Ich rate jedem leistungsorientierten Franzosen auszuwandern!

und abzuwarten bis sich die selbstgerechte, masslose leistungsbestrafende Sozialindustrie mit ihren ganzen Zombies selbst in den Abgrund gefahren hat. Danach kann man mit einem gerechteren Sozialmodell das Land wieder aufbauen. Enteignende Zwangssolidarität mit der Verantwortungslosigkeit ist reiner Linksdilettantismus zum schnelleren Untergang! Kein Denkender Mensch will in so einer Gesellschaft noch mehr leisten als er muss! Das hatten wir schon einmal! Und ie Franzosen feiern noch immer den Tag als Nationalfeiertag an dem sie begannen 2/3 ihrer Intelligenz zu enthaupten!!! Hollande dürfte nun daran anknüpfen!

Nicht könnte

machen,holen.
Die armen Millionäre sollen nur ihren Beitrag an der Gesellschaft bezahlen.
Wo ist das Problem ob einer mit 100 Millionen oder mit 200 Millionen Euro stirbt?

Re: Nicht könnte

Dazu müsste man das französische Steuerrecht ziemlich präzise kennen (was ich nicht tue). In AT wäre ein Spitzensteuersatz von 75% in der Einkommenssteuer ziemlich witzlos. Wirklich reiche Menschen in diesem Land haben meist kein so hohes Einkommen, das der ESt. unterliegt. Eher der KESt. (und das zu reduzierten Stiftungs-Sätzen).

Einkünfte aus Arbeit absurd hoch zu besteuern geht also am Thema vorbei. Ausser dieses lautet, Neidkomplexe zu bedienen und gleichzeitig die höchsten Einkommen und Vermögen unangetastet zu lassen.

Ich halte Hrn. H. für einen populistischen Blender. Ein Land mit derart hoher Abgabenquote hat nachweislich ein Ausgabenproblem.

jaja

die fantasie der sozen
beschränkt sich halt auf das verprassen des geldes der anderen.

Re: jaja

Sie sind ja nicht sicher als Adeliger auf die Welt gekommen. Ohne Sozen könnte sie heute noch nicht schreiben und rechnen.

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Re: Re: jaja

Sie d....... roter Ideolge. Lesen und schreiben haben die Österreicher unter Maria Theresia lernen dürfen.

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Re: Re: jaja

Sie sollten sich einmal damit auseinandersetzen, wer die allgemeine Schulpflicht in Österreich eingeführt hat.

Mit Betonung auf ALLGEMEIN.

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Re: Re: Re: jaja

Sehr richtig. Nichtsdestoweniger dürfen wir nicht vergessen, dass der Sozialismus jahrzehntelang gute Dienste für Europa geleistet hat und mitverantwortlich für den Wohlstand des breiten Volkes ist.

Die Urgedanken (Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit,..) hat nunmehr aber jede relevante Gruppierung aufgenommen. Heutige soziale Parteien haben kein spezielle Ideologie mehr, die sie von anderen abhebt. Alles was sie im Großen machen ist bestehendes Klientel zu bedienen und sich selbst zu pflegen. Leider nehmen sie auf diese Weise angebrachteren Praktiken auf Kosten der Zukunft den Raum.

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Re: Re: jaja

Das ist halt die Voraussetzung dafür gewesen, damit die Leute mehr verdienen können, was man ihnen nachher wieder wegnehmen kann.

Der Schaden dieser Steuer ist höher

als der Nutzen. Man muss sich nur mal den Immobilienhandel rund um Genf ansehn. Viele Freiberufler die mittels Internet usw... nicht standortgebunden sind, verlegen ihren Wohnsitz in die Schweiz. Glaubt man den schweizer Tageszeitungen sind das nicht nur Superreiche sondern auch mittelständische Alleinunternehmer.
Diese Reichensteuer ist reine Propaganda und schafft Neid. Frankreich täte besser daran sich um seine Banken zu kümmern, die ja massiv in Griechenland engagiert sind und die auch der österreichische Steuerzahler mittlerweile stützen muß.
In Norwegen sind die Einkommensunterschiede zwischen den Berufen nicht so groß wie z.B bei uns oder in Frankreich. Die Steuern betragen rund ein Drittel des Einkommens. Lehrberufe haben ein besseres Ansehen als etwa bei uns, die Neidgesellschaft kaum vorhanden.
Gleichmacherei durch Steuern erreichen zu wollen funktioniert nicht, da sie auf Zwang basiert. Bei einem gesellschaftlichen Konsens, wie etwa in Norwegen, kann man allerdings die Einkommen einander angleichen.

Die Erhöhung

des Multiplikationsfaktors "Jahre" in der Formel
"Steuersatz x Reiche x Jahre"
ist wohl durch die Reduktion des Multiplikationsfaktors "Reiche" bedingt. Wobei man davon ausgehen darf, dass die Erhöhung des Faktors "Jahre", noch bevor die Steuer überhaupt in Kraft getreten ist, den Faktor "Reiche" weiter marginalisieren wird.
Bei Null Reiche hätte man es dann geschafft, auch alle bisherigen Steuern (bei niedrigerem Steuersatz) dieser Personen zu 100% zu eliminieren.

Das ist eben das Problem an solchen "Budgetformeln", immer wieder gibt es so unerwartete Überraschungen (LOL), wie z.B. das davon betroffene Leute nicht mehr mitspielen wollen.

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Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier

dann steht der IWF vor der Tür..

Wo sich der Staat einmal breit gemacht hat, da verschwindet er ohne enormen Druck nicht mehr. Keine Behörde wird jemals zugeben, dass sie eigentlich überflüssig ist. Ein weltweites Problem, mit dem ich schon zahlreiche Volkswirte auseinandergesetzt haben. Ähnlich verhält es sich mit Steuern. Einmal eingeführt und die Bevölkerung daran gewöhnt, werden all die überflüssigen Posterln und Günstlinge zwecks Machterhalt damit durchgefüttert. Der ursprüngliche Sinn der momentanen, europaweiten Steuererhöhungen wird schnell vergessen sein, was mittelfristig mehr Schulden bei höheren Steuern bedeutet.

Jedenfalls so lange, bis mal wieder ein Kanzler/Präsident vorbeikommt, der mehr in der Birne hat als den Machterhalt um jeden Preis. Oder bis der große Crash kommt. Man kann sich ausmalen was wahrscheinlicher ist.

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