Schandfleck 2013: Verantwortungslose Arbeitgeber gekürt

Zum zweiten Mal wurde am 20. Februar der Schmähpreis "Schandfleck 2013" in Wien verliehen: Das Netzwerk Soziale Verantwortung, zu dem Gewerkschaften, Konsumentenschützer und NGOs gehören, verlieh zum zweiten Mal die Auszeichung "für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen".markus.sauschlager@chello.at

Der Jury-Preis ging heuer an die Bundestheater Holding für das Outsourcing von 400 Platzanweiser an die umstrittene Sicherheitsfirma G4S. (>>mehr dazu)

Im Bild (rechts): Bei der Verleihung mit dabei war auch der ehemalige Billeteur Christian Diaz, der die Zustände im Burgtheater öffentlich anprangerte.markus.sauschlager@chello.at

Mit dem Publikumspreis, der via Internet-Abstimmung ermittelt wurde, wurde die Andritz Hydro GmbH "ausgezeichnet". Rund ein Drittel der 4526 abgegebenen Stimmen gingen an das Unternehmen.

Begründung für die Nominierung ist die Beteiligung des Grazer Unternehmens am Staudammprojekt Xayaburi in Laos, "in deren Folge Menschen vertrieben werden und weitreichende Zerstörungen der Umwelt zu erwarten sind".Andritz

Drei weitere Nominierte standen heuer zur Auswahl, darunter das Lebensministerium. Begründung: Minister Nikolaus Berlakovich stellte sich gegen ein Verbot von Pestiziden, "die für den Tod von Bienen mitverantwortlich sind". Außerdem habe er "fragliche Biokraftstoffe gefördert und nichts unternommen hat, um den Rückgang des Mehrwegsystems von Getränkeverpackungen zu stoppen."APA/BKA/ANDY WENZEL

Auch die MA 48 ist ins Visier des Netzwerks geraten, weil sie Abfallberater bis zu 15 Jahre nicht angestellt hat. "Erste Urteile im August bestätigten die Scheinselbstständigkeit ihrer Tätigkeit. Die MA 48 musste sie einstellen, hat dies jedoch nicht entsprechend ihrer Qualifikation getan. Die MA 48 spielt auf Zeit und erkennt die Präjudizwirkung der Urteile nicht an", heißt es auf der Homepage.MA 48

Mit Apple war auch ein internationaler Konzern unter den Nominierten für den österreichischen Schmähpreis. Begründung: Das Unternehmen habe nach den "weltweiten Protesten gegen die Arbeitsbedingungen bei seinem Zulieferer Foxconn Teile seiner Produktion im Juni zu dem taiwanesischen Zulieferer Pegatron verlagert, der ebenfalls aufgrund seiner schlechten Beschäftigungspolitik in den Medien war."

>> Mehr Informationen zum "Schandfleck 2013"EPA
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