Kauffreudige Osteuropäer retten sich selbst

Die Wirtschaft im Osten wächst doppelt so schnell wie in Euroland. Grund dafür sind nicht länger die Exporte in den Westen, sondern der Inlandskonsum.

Poland Announces Interest Rate Decision
Schließen
Poland Announces Interest Rate Decision
Bloomberg

Die Zeiten, in der Osteuropas Wirtschaft vorwiegend von den Exporten in den Westen gelebt hat, sind vorbei. Die jüngste Erholung in der Region ist nur noch zu einem geringen Teil auf Ausfuhren in die reicheren Länder Europas zurückzuführen, schreiben die Ökonomen des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche in ihrer aktuellen Prognose. Der größte Teil des Aufschwungs kommt aus den Ländern selbst. Die Arbeitslosenraten fallen in den meisten Staaten - auch aufgrund der Abwanderung vieler Arbeiter in den Westen. Das stützt den privaten Konsum, der mittlerweile zum größten Wachstumstreiber Osteuropas geworden ist.


Für das kommende Jahr rechnet das WIIW mit einem durchschnittlichen Konjunkturplus von drei Prozent in der Region. Damit wächst die Wirtschaft im Osten doppelt so schnell wie jene der Eurozone. Vor allem in Zentraleuropa geht es stabil bergauf. Mit einem Plus von 3,9 Prozent dürfte Tschechien 2015 Wachstumskaiser werden. Slowakei, Slowenien, Polen, Ungarn oder Rumänien liegen knapp dahinter.

Öl-Staaten stecken in der Krise

Etwas besser als zuletzt sieht die Lage auch in Südosteuropa, vor allem in Mazedonien und Bulgarien, aus. Serbien und Kroatien können hingegen „froh sein, knapp über der Null zu liegen“, sagte WIIW-Experte Mario Holzner. Wirklich dramatisch bleibt die Situation für jene Staaten, die stark vom Ölpreis abhängen und/oder in politischen Krisen stecken. Die Volkswirtschaften in Russland, der Ukraine und Weißrussland dürften nach Einschätzung des WIIW heuer noch einmal deutlich abstürzen. Am schlimmsten erwischt es die Ukraine. Nach einem Minus von 6,8 Prozent im Vorjahr wird die Wirtschaft heuer voraussichtlich um 11,5 Prozent schrumpfen.

Kommentar zu Artikel:

Kauffreudige Osteuropäer retten sich selbst

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen