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Obama: "Freier Markt war nie als Freibrief gedacht"

22.04.2010 | 16:30 |   (DiePresse.com)

US-Präsident Barack Obama drängt auf eine strengere Regulierung des Finanzmarkts. "Wir müssen unsere Lehren aus dieser Krise ziehen, sonst verdammen wir uns selbst zu einer Wiederholung", mahnt Obama.

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US-Präsident Barack Obama macht Druck bei der Finanzmarktregulierung. In einer Rede am Cooper Union College nahe der New Yorker Wall Street wollte er sich am Donnerstag für eine strengere Finanzaufsicht einsetzen und die Branche aufrufen, die Reformbemühungen nicht zu bekämpfen, sondern mitzutragen. Im Kongress stoßen die Reformpläne der Demokraten bisher auf erbitterte Ablehnung der oppositionellen Republikaner.

"Freier Markt war nie als Freibrief gedacht"

Es dürfe nicht noch einmal dazu kommen, dass der Staat den Banken mit Milliardenhilfen unter die Arme greifen müsse, warnte Obama. "Wir müssen unsere Lehren aus dieser Krise ziehen, sonst verdammen wir uns selbst zu einer Wiederholung", mahnte er im Voraus veröffentlichten Redeauszügen zufolge. "Und genau das wird passieren, wenn wir diesen Moment verstreichen lassen." Das sei für ihn unannehmbar.

Er erinnerte die Finanzbranche daran, dass ihr Handeln konkrete Folgen für Familien habe, die ein Haus kaufen, ein Geschäft eröffnen oder für die Rente sparen wollten. "Ein freier Markt war nie als Freibrief dafür gedacht, zu nehmen, was man kriegen kann, egal wie", sagte er dem Text zufolge.

"Enormer Widerstand" gegen Gesetz

Finanzminister Timothy Geithner räumte in einem ABC-Interview ein, dass es "enormen Widerstand" gegen ein Regulierungsgesetz gebe. Der Größe der Banken müssten aber Grenzen gesetzt werden, damit sie ohne den Einsatz von Steuerzahlermilliarden zerlegt und aufgelöst werden könnten, "wenn sie es wieder vermasseln und sich an den Rand des Abgrunds bringen".

Obamas Demokraten haben sich unter anderem für einen Mechanismus zur Entflechtung und Abwicklung von Finanzkonglomeraten ausgesprochen, die so groß geworden sind, dass ihr Kollaps den ganzen Markt mitreißen würde.

Derivate-Handel soll stärker kontrolliert werden

Überdies soll der Derivatehandel strenger reguliert werden: Die umstrittenen Wertpapiere sollen künftig über zentrale Verrechnungsstellen abgewickelt werden, um den Handel einer gewissen Kontrolle zu unterwerfen.

Derivate sind von Basiswerten wie Rohstoffpreisen oder Aktienkursen abgeleitete, handelbare Papiere. Zu den Derivaten zählen Optionen und Termingeschäfte (Futures), für die im Börsenhandel bereits gewisse Regeln gelten, aber auch zahlreiche sogenannte Finanzinnovationen, die in immer neuen Varianten auf dem Markt auftauchen. Ein Beispiel sind die Asset Backed Securities (ABS), mit Ansprüchen aus Immobilienkrediten besicherte Papiere, deren Wertverfall ein wesentlicher Grund für die Finanzmarktkrise war.

Einrichtung eines Frühwarnsystems geplant

Die Reformpläne sehen weiterhin die Einrichtung einer Art Frühwarnsystem zur Identifizierung systemischer Risiken auf den Finanzmärkten vor. Überdies soll eine auf Finanzmarktprodukte spezialisierte Verbraucherschutzbehörde eingerichtet werden.

 

(Ag.)

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5 Kommentare
fariborsm
26.04.2010 12:21
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Obama: "Freier Markt war nie als Freibrief gedacht

Schau schau schau! Nachdem nun die Ländern der 3. Welt sich nicht mehr alles gefallen lassen, gesteht man jahrhunderte lang ausgebeutet zu haben.

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"Freier Markt war nie als Freibrief gedacht"

Schon allein die Überschrift ist ein Armutszeugnis für den Nobelpreisträger.

Der Freie Markt ist keine theorethische erfindung. Er entsteht oder auch nicht.

Ich finde es viel besser wenn es einen freien Markt gibt. Dies klammert aber bestimmte Regeln nicht aus, die der Staat durchzusetzen hat.

Wenn der Staat lieber Markt spielt anstatt die Regeln durchzusetzen dann haben wir, wie man sieht, ein riesiges Problem.

Gast: hbm
23.04.2010 08:59
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amüsant.

hätt ich dem obama gar nicht zugetraut.

sowas traun sich in der EU nichtmal die roten.

kein wunder daß er in den USA mit "sozialist" beschimpft wird, was für den durchschnittsami sogar noch verabscheuungswürdiger ist als bei uns z.b. "kellernaziassel" oder sowas in der art.

denn schließlich ist ein mensch, der sich bei geschäften um das wohl der abgezockten menschen und ihrer kinder gedanken macht, der absolut ultimative erztodfeind jedes erfolgreichen amis. sowas geht gar nicht.

langsam werden mir die USA immer sympathischer. die sind uns wirklich um einiges voraus und überlegen.
sogar bei der zerschlagung von betrügenden großbanken und auf dem weg in den sozialismus.
direkt unglaublich, weil man ja weiß, was für eine gigantisch riesige kraftanstrengung das für die republikaner ist.

Gast: gast1984
22.04.2010 23:08
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So ein Heuchler!!!

Wenn der Obama einen Markt haben will, der sich reguliert, sollte er mit den vielen Bailouts aufhören, die mittels über Staaatsanleihen geborgtem Steuergeld finanziert werden!

Automarkt-Abwrackprämien, Häusermarktstützung, Bankenbailouts, Luftfahrtsubventionen und die Militäroperationen im Irak und Afghanistan sollten beendet werden!

Gast: imernochgespert
22.04.2010 19:57
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"Freier Markt war nie als Freibrief gedacht"

für nen ami nicht schlecht...

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    Um das Finanzwissen in Europa ist es schlecht bestellt. 93 Prozent der Österreicher wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule.

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