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FMA: Krise kostete 15.000.000.000.000 Dollar

27.09.2010 | 11:44 |   (DiePresse.com)

Gegen die 15 Billionen Dollar, die die Finanzkrise bisher kostete, seien die Kosten der Aufsicht "Peanuts", meint FMA-Chef Kurt Pribil. Die Krise sei aber noch nicht vorbei, die Marktaufsichten seien gefragt.

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Die globale Finanzkrise hat nach Angaben von Kurt Pribil, Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA), bisher 15 Billionen Dollar gekostet. In dieser Zahl mit zwölf Nullen sind auch die Kursverluste an den Börsen enthalten, die mit der Krise einhergingen. Gegen diese Schadenssummen seien die Kosten der Aufsicht "Peanuts", sagte Pribil. Er sei selber überrascht, wie rasch die Krise wieder vergessen worden sei.

Erst zu viel Aufsicht, dann Versagen

Seien die Aufsichtsbehörden davor wegen Überregulierung und hoher Aufsichtskosten gescholten worden, so habe sich das nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman schlagartig geändert. Da sei von weltweitem und lokalem Aufsichtsversagen die Rede gewesen. "Die Finanzkrise hat schonungslos aufgezeigt, wo die Mängel liegen", so Pribil. Nun seien die richtigen Lehren zu ziehen. Es dürfe kein Markt, kein Anbieter, kein Produkt ohne effiziente Aufsicht sein.

In der Krise hätten nicht nur die Banken gewackelt, auch Versicherungen und Investmentfonds. Die erratischen Bewegungen an den Börsen hätten weitere Schockwellen ausgelöst. Die neue europäische Aufsichtsarchitektur sei eine Antwort darauf.

Europäische Aufsicht zu sehr verteilt

"Nicht happy" ist Pribil, dass die neuen europäischen Aufsichtsämter für Banken, Versicherungen und Wertpapiere an drei Orten (London, Paris, Frankfurt) sind. Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie eines Tages an einer Stelle zusammengefasst werden.

Zwei Jahre nach "Lehman" hat die EU eine neue grenzüberschreitende Aufsichtsarchitektur auf Schiene gebracht. Damit geben die nationalen Aufsichtsorganisationen - die weiter Pfeiler der Vor-Ort-Aufsicht sein sollen - erstmals Kompetenzen an "Europa" ab. Falls nötig, können die europäischen Aufsichtsstellen den Beaufsichtigten direkt Anweisungen geben.

Krise noch nicht vorbei

ÖVP-Finanzminister Josef Pröll kann noch keine Entwarnung geben, dass die Krise schon vorbei sei. Er geht davon aus, dass die jetzigen Beschlüsse zur neuen EU-Aufsichtsarchitektur nur erste Bausteine sind. Danach werde man an der Vertiefung zu arbeiten haben. Pröll räumt ein, dass es viel Mut und Kraft bedeuten wird, über nationale Alleingänge hinaus die Stärkung der Europa-Aufsicht zu bewerkstelligen. Die Behörden vor Ort dürften aber nicht zu besseren Konsumentenschutzorganisationen werden.

Politik wieder führend

Mit der Finanzkrise sei das Primat der Politik zurückgekehrt. Früher schien die Politik oft im Weg zu stehen, in der Krise aber wurde gleich nach dem Steuerzahler gerufen, um aufzufangen, zu stabilisieren. Keine Frage sei, dass die neuen Banken-Kapitalregeln (Basel III) begrüßenswert seien, sagte Pröll, die USA müssten hier in jedem Fall mitziehen. Was ihm fehle, sei die Aufrechnung der zweiten Seite der Medaille. Die Auswirkungen der neuen Regeln auf das Banksystem und die Finanzierung der Wirtschaft. Ähnliches gelte für die Versicherungen: Hier dürften die neuen Eigenmittelvorschriften (Solvency II) ebenfalls der Realwirtschaft nicht schaden.

FMA-Vorstand Pribil forderte heute weitere Finanzmarktreformen auf Europaebene, zum Beispiel im Gesellschaftsrecht. Es brauche ein "europäisches System zur Auflösung von in Schwierigkeiten geratenen Finanzinstituten. Es kann nicht sein, dass bei der Krise eines Finanzinstituts primär der Steuerzahler zur Kassa gebeten wird."

Schieder: Bonus-Schranken für ATX-Firmen

SPÖ-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder verlangt, die mit Wirksamkeit ab 2011 geplante gesetzliche Regelung für Banker-Bonuszahlungen nicht nur auf Finanzinstitute zu beschränken. Seiner Meinung nach sollte es einen ähnlichen Rahmen für alle börsenotierte Unternehmen geben, also für alle ATX-Firmen.

Für die künftig gestaffelte Bonus-Auszahlung an Manager schweben Schieder zum Teil fünfjährige Durchrechnungen vor.

Die Regierung verhandelt zur Zeit Details der geplanten gesetzlichen Bonus-Schranken. Solche Vergütungen über das Fixgehalt hinaus müssen künftig verpflichtend am langfristigen Erfolg eines Unternehmens orientiert sein. Vorerst wurde die Regelung für Bankvorstände bzw. leitende Bankmitarbeiter debattiert. Garantierte, erfolgsunabhängige Bonuszahlungen im laufenden Geschäft soll es für sie künftig nicht mehr geben.

(APA)

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13 Kommentare
Gast: fm
27.09.2010 20:54
0 0

Schmeißt alle Kontrolleure zum Fenster hinaus.

Neue Kontrolleure für die alte Krise! Das was war, braucht man nicht mehr kontrollieren. Sie konnten es eh nicht verhindern.

Für die neuen Krisen, die nicht vorhersehbar, ganz wo anders auftreten werden (nicht bei den Banken), brauchen wir dann wieder im nachhinein neue Kontrolleure, and so on and so forth.

Deshalb raus aus dem Teufelskreis: neue Krise, neue Gesetze, neue Kontrolleure, neue Bürokraten.
Dafür wird niemand mehr gerettet. Keine Banken, keine Firmen, keine Staaten.

Gast: kaiser von china
27.09.2010 19:16
0 0

wann

kommt der große crash und wirft uns in die steinzeit zurück?

Gast: radius
27.09.2010 17:52
0 0

Auch Peanuts sind zuviel für eine versagende Aufsichtsbehörde.


0 0

FMA .- schön und gut.

Was mir fehlt ist eine Staatsanwaltschaft, die die Täter der Vergangenheit hinter Schloss und Riegel bringt. Lauft immer noch frei herum das Gesindel.

Gast: kontrollor
27.09.2010 14:58
1 0

kosten für aufsicht sind peanuts

ich bin ja so froh dass die fma in österreich peanuts kostet; besonders die kontrollfreude und unabhängigkeit der fma in österreich sollte als leitbild für die internationale finanzaufsicht gelten. bei der/den hypos hat der pribil sicher mehr als einmal den finger gehoben und mit "du-du-du" gedroht. und was haben sich dann die hypos gefürchtet.

wenn in österreich etwas autorität in den augen der hochfinanz geniesst dann ist das sicher die fma.

Gast: FMA-Fan
27.09.2010 14:08
0 0

peanuts ??

wenn er schon so rechnet .. dann die gegenprobe :

bawag, investcredit, medici bank, amis, awd ..

sagen wir mal so ganz rund geschätzt 3 Mrd EURO Schaden ..
wieviele mitarbeiter hat die FMA ? .. sagen wir auch ganz rund 100 Mitarbeiter ...

jetzt sind eine Mrd bekanntlich 1000 Mio .

ausdividiert ergibt das somit 300 Mio EURO pro FMA-mitarbeiter

oder anders herum .. (schadensumme / anzahl staatsbürger) ergibt 3000 Euro, die das versagen der aufsicht jeden einzelnen gekostet hat .. .

peanuts ?? .. .. vielleicht sollte die finanzprokuratur dem Pribil ganz persönlich die 3 Mrd EURO in rechnung stellen ?


Antworten Gast: FMA-Fan
27.09.2010 16:36
0 0

Re: peanuts ??

bei so viellen nullen (da kann man sich schon mal vertun ..
sorry .. liebe FMA habe euch unrecht getan es sind nicht 300 Mio pro mitarbeiter .. es sind nur 30 Mio ..

. da kriegt der profomo ja eine höhere abfertigung .. ja dann ist es schon fast wieder geschenkt ...

Gast: :-)
27.09.2010 11:54
2 0

Schwachsinn

Die 15 Billionen USD hat es in Wahrheit nie gegeben. Die wurden mit kriminellen Methoden künstlich geschaffen und wenn man, wie geschehen draufkommt, fallen sie eben wieder in sich zusammen.

Antworten Gast: netter gast
27.09.2010 14:39
2 0

Re: Schwachsinn

Ob die 15 Billionen
wirklich existieren ,ist nicht die Frage .
Sicher ist ,die die behaupten
15 Billionen verloren zu haben ,
haben die Macht ,diese 15 Billionen von den Steuerzahlern einzufordern .

1 0

Re: Schwachsinn

kriminelle methoden würd ich jetzt nicht sagen, aber allein durch die geringe eigenkapitalerfordernis von nur 10% (wodurch die 9fache geldmenge einfach "aus der luft" erschaffen wird) ist diese zahl schon sicher mal um den faktor 10 zu hoch.

und dann kommen noch die fiktiven zahlen von virtuellen kursverlusten dazu, die man nicht einrechnen darf: denn ausgebliebener gewinn ist kein verlust!!

17und4
27.09.2010 11:54
0 0

nimmt amn nun durchaus berechtigt an, dass das meiste gar kein echtes Geld war,

sondern einfach nur Verpflichtungen der baken untereinander, die NICHT durch Bargeld besichert waren, und nur dieses hätte Bedeutung, dann sieht man erst, was diese Schwindelinstitute durch falsche Berichterstattung an die Politiker letztendlich von uns Bürgern und Steuerzahlern abgeluchst haben.
Die Politiker haben den Banken Pseudogeld gegen echtes Geld, geraubt von den Steuerzahlern, in den Rachen geworfen.

1 0

Re: nimmt amn nun durchaus berechtigt an, dass das meiste gar kein echtes Geld war,

sehr gut erkannt, echtes gegen virtuelles geld! wobei es weniger die verpflichtungen waren, sondern das große spekulieren mit virtuellem geld, das durch die geringe eigenkapitaldeckung aus dem nichts erschaffen wird...

Gast: gast1984
27.09.2010 11:13
0 0

Krise kostete 15.000.000.000.000 Dollar....bis jetzt!


Mein Geld

  • Kein Plan vom eigenen Geld
    Um das Finanzwissen in Europa ist es schlecht bestellt. 93 Prozent der Österreicher wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule.

Hobbyökonom