Griechenland: Eine Krise, viele Ratschläge

''Ich vertraue darauf, dass die griechische Regierung das Vertrauen des Parlaments bekommen wird.''

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigt sich nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou zuversichtlich.(c) EPA (OLIVIER HOSLET)

''Uns läuft sukzessive die Zeit davon.''

VP-Finanzministerin Maria Fekter sieht das nächste reguläre Treffen der Finanzminister am 11. Juli als spätesten Zeitpunkt für die Verabschiedung der Zwölf-Milliarden-Tranche und des neue Hilfspakets für Griechenland.(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

''Ich bin zuversichtlich.''

EU-Währungskommissar Olli Rehn denkt, dass die Eurogruppe am kommenden Sonntag in der Lage sei, die Auszahlung der nächsten Kredittranche an Griechenland Anfang Juli zu entscheiden.(c) EPA (ZSOLT SZIGETVARY)

''Finanzmärkte dürfen nicht sagen, Griechenland ist pleite''

Otto Fricke, haushaltspolitischer Sprecher der FDP im Bundestag, besteht auf private Beteiligung an der Griechenland-Hilfe: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Finanzmärkte nicht sagen, Griechenland ist pleite, und am Ende haben wir einen Flächenbrand."(c) Dapd (Michele Tantussi)

''Wenn alle Kämpfe öffentlich ausgetragen werden und die EZB mit Untergangsszenarien droht, braucht sich niemand zu wundern, wenn die Märkte aufgescheucht sind.''

Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger beklagte sich vor allem über den öffentlichen Streit zwischen den Beteiligten.(c) REUTERS (� Tobias Schwarz / Reuters)

''Dass wir dafür noch Extraleistungen anbieten, würde in der Öffentlichkeit auf nicht allzu viel Verständnis stossen.''

Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erteilte der Forderung der Banken wirtschaftliche Anreize als Gegenleistung dafür, griechische Anleihen zu halten, eine Abfuhr.(c) Dapd (Maja Hitij)

''Diese Freiwilligkeit durchschaut jeder.''

Der Konjunkturchef des Ifo-Instituts, Kai Carstensen, hält nichts von einer freiwilligen Beteiligung privater Investoren:" Denn wie soll ein Bankvorstand seinen Aktionären erklären, dass er freiwillig auf einen Teil der Ansprüche verzichtet"?(c) AP (Miguel Villagran)

''Es geht auch darum, dass in Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien und anderen man nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern sich alle gleich anstrengen.''

Die deutscher Bundeskanzlerin Angela Merkel bringt es auf den Punkt, was sie in der Griechen-Krise neben dem " Nichtschuldenmachen" für wichtig hält.(c) AP (Markus Schreiber)

''Griechenland fast ständig im 'default'.''

Kenneth Rogoff, ein amerikanischer Wirtschaftsprofessor schreibt über Griechenland in seinem 2009 gemeinsam mit Carmen Reinhart herausgegebenen Bestseller: "Von 1800 bis lange nach dem zweiten Weltkrieg befand sich das Land beinahe ständig im Zustand der Pleite."(c) FABRY Clemens

''Ansonsten hätte es keinen Sinn gehabt, den Euro einzuführen.''

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat dem hoch verschuldeten Griechenland Unterstützung zugesagt. Man könne ein Land der Euro-Zone nicht untergehen lassen, sagte er.(c) AP (Markus Schreiber)

''Griechenland steht vor einer sehr langfristigen Aufgabe''

Ewald Nowotny, EZB-Ratsmitglied und Chef der Österreichischen Nationalbank (ÖNB), meint, die wirtschaftlichen Probleme Griechenlands werden die Euro-Zone noch länger beschäftigen(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

''Eines ist klar: Geld ohne Gegenleistung gibt es nicht. Da helfen auch die Demonstrationen nicht.''

Union-Fraktions-Chef Volker Kauder verteidigt das Rettungspaket der EU für das schwer verschuldete Griechenland. Dennoch sei es allerdings noch nicht klar, ob das Land weiteres Geld zur Überwindung der Finanzkrise erhalten könne.(c) FABRY Clemens

''Sie haben bei der Privatisierung noch nichts auf den Weg gebracht.''

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle kritisiert Griechenland. Das Land brauche daher eine Art Treuhandanstalt, wie es sie in Deutschland gegeben habe. Wenn das Land die Privatisierung nicht schaffe, müsse diese über die Europäische Kommission mit Fachleuten vorangetrieben werden.(c) REUTERS (� STRINGER Brazil / Reuters)

''Die Kosten für die Umschuldung wären wahrscheinlich höher als der Nutzen.''

Der designierte Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat sich erneut klar gegen eine Umschuldung Griechenlands ausgesprochen.(c) REUTERS (FRANCOIS LENOIR)

''Griechenland und Irland sind verschieden.''

SP-Bundeskanzler Werner Faymann erklärt die Unterschiede zwischen Irland und Griechenland: "Griechenland hat eine negative Handelsbilanz, Griechenland hat eine Schattenwirtschaft, Griechenland hat eine Steuerstruktur, bei der nur ein Teil der Steuern auch tatsächlich bezahlt wird. Griechenland hat viel mehr strukturelle Probleme."(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

''Griechen müssen aber auch anfangen, Steuern zu bezahlen. Und sie müssen anfangen zu arbeiten.''

Sir Michael Rake, Chef der British Telecom, hält die Griechen nicht für faul. Aber seiner Meinung nach muss die griechische Wirtschaft produktiver und flexibler werden. Die Gewerkschaften müssen sich mit der Regierung und mit den Unternehmen auf einen gemeinsamen, harten Weg verständigen.(c) APA/DRAGAN TATIC (DRAGAN TATIC)

''Wäre es zu kühn, sich eine Union vorzustellen, die auch ein gemeinsames Finanzministerium hat?''

EZB-Chef Jean-Claude Trichet schlägt in einer "Langfristperspektive" ein solches Ministerium vor, das sich um die Themen Haushaltspolitik und Wettbewerbsfähigkeit ebenso kümmert wie um den Finanzsektor.(c) REUTERS (ARND WIEGMANN)

''Sie ist ein unötiges Problem, und weil die Politiker es nicht lösen, entstehen in Europa grosse Risiken und Unsicherheiten.''

Das sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower über die Griechenland-Krise. Er warnte, diese hätte erhebliche Bedeutung für die europäische Konjunktur und beklagte ein "völlig unnötiges Politkversagen".(c) EPA (MARKUS�SCHOLZ)

''Jeder Tag ist von gewaltiger Bedeutung. Wir dürfen nicht mal eine Stunde verlieren.''

Das hoch verschuldete Griechenland darf nach Einschätzung seines neuen Finanzministers Evangelos Venizelos keine Zeit mehr verlieren. Für Griechenland sei es absolut notwendig, seine Glaubwürdigkeit in Zusammenhang mit dem Sparprogramm wieder zu erlangen.(c) EPA (SIMELA PANTZARTZI)
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