''Das trifft uns hart'': Reaktionen auf das Griechen-Hilfspaket

''Ja, das trifft uns hart.''

Das sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Interview mit dem ZDF zur Privatbeteiligung. Dennoch sprach er von einem guten Kompromiss: "Damit sollte das griechische Problem gelöst sein." Ackermann hat als Vorsitzender des internationalen Bankenverbands IIF am Euro-Krisengipfel teilgenommen.AP Photo/Markus Schreiber

''Ich glaube, es ist verkraftbar''

Die Banken in Deutschland erwarten keine übermäßigen Belastungen, sagte Bankenverbans-Chef Michael Kemmer zu "Reuters TV". Für griechische Banken könne es schwieriger werden, aber dafür gebe es den Euro-Rettungsfonds. "Ich glaube, dass die Krise damit eingedämmt ist", so Kemmer. "Es ist zumindest ein so großer Wurf, dass wir für nächste Zeit Ruhe haben werden.Michael Gottschalk/dapd

''Schlechte Nachricht für die Steuerzahler''

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sagte zu "Reuters TV": "Die Finanzmärkte reagieren ja sehr positiv auf die Beschlüsse von gestern. Da es hier um einen Verteilungskonflikt zwischen den Steuerzahlern Europas und den Investoren geht, ist das eine schlechte Nachricht für die Steuerzahler". Diese seien "zusätzlich in die Haftung genommen worden. Die Zinsen für Griechenland wurden noch weiter unter das Marktniveau gesenkt."AP Photo/Matthias Schrader

''Problem in drei Monaten wieder da''

US-Analysten haben das neue Hilfsprogramm zwar begrüßt, sehen jedoch die Schuldenkrise nicht überwunden. So sagte Win Thin von Brown Brothers Harriman, die Euro-Zone schiebe das Problem nur vor sich her. "Diese Staaten brauchen eine sehr harte Umstrukturierung“, sonst trete die Situation bald wieder auf.REUTERS/John Kolesidis

''Sie haben zumindest die reale Chance, die Pläne zu erfüllen.''

EZB-Rat Ewald Nowotny hat die Beschlüsse begrüßt. "Griechenland ist jetzt auf zehn Jahre vom Kapitalmarkt genommen worden". Damit würden die Chancen für eine tatsächliche Sanierung steigen. Mit der Involvierung der Privaten "konnte die politische Blockierung, die uns die ganze Zeit beschäftigt hat, beseitigt werden", so Nowotny. Jetzt liege die zentrale Verantwortung bei Griechenland selbst.APA/GEORG HOCHMUTH

''Management der Eurozone funktioniert''

Finanzministerin Maria Fekter hat den Beschluss als Beweis gewürdigt, "dass das Management der Eurozone funktioniert". Die Euro-Länder verfolgten einen "breiten Ansatz", so Fekter am Freitag zur APA. Dass der Rettungsfonds EFSF zum Staatsfinanzierer der Eurozone wird, glaubt sie nicht: "Die Finanzminister werden es nicht zulassen, dass der EFSF zu einer Bad Bank wird und Schrottanleihen kauft".APA/HERBERT NEUBAUER

''Es wurden klare und richtige Beschlüsse gefasst''

Bundeskanzler Werner Faymann bekräftigte, dass es sich um eine Notoperation gehandelt habe. Es handle sich aber "bei weitem nicht um das Ende des Weges eines stabilen, gut koordinierten und homogenen Sektors im Europäischen Bereich". Die Entscheidung habe gezeigt, "wenn es darauf ankommt, stellen die Regierungschefs das Gemeinsame über das Trennende".APA-FOTO: HBF/ANDY WENZEL

''Die Lage war wirklich ernst.''

Die Situation habe sich zu einer systemischen Bedrohung für die Eurozone und für den Aufschwung in Europa und weltweit entwickelt, sagte der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. "Wir werden nicht zögern, unsere gemeinsame Währung zu verteidigen".REUTERS/Thierry Roge

''Wir sind diesen Herausforderungen gewachsen.''

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat das neue Hilfspaket als wichtige Entscheidung gelobt. Die europäische Währung werde sicherer - "und damit auch eine Grundlage für unser Wirtschaften, aber auch für den Wohlstand insgesamt". Der Euro sei mehr als nur eine Währung, er sei ein "Ausdruck großer Verbundenheit".REUTERS/Eric Vidal

''Wir sind ein stolzes Volk.''

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte, das Paket "verschafft Griechenland und der Eurozone eine Atempause". Der Gipfelbeschluss sei ein "europäischer Erfolg".Virginia Mayo/AP/dapd

''Das zeigt, dass die Ratingagenturen nicht recht haben.''

Mit der Einigung auf ein zweites Hilfspaket haben die Euro-Länder "richtig gehandelt", so Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Die Finanzmärkte hätten die Einigung positiv aufgenommen "und das zeigt auch, dass die Ratingagenturen nicht recht haben". Ein weiterer logischer Schritt sei eine "europäische und noch besser globale Finanztransaktionssteuer".AP Photo/Ronald Zak

''Die Herausforderungen an Europa werden bestehen bleiben.''

Das Hilfspakeit ist laut dem Investmentbanker Willi Hemetsberger ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Rückzahlung der Schulden sei wahrscheinlicher geworden, so der Ex-Bank-Austria-Vorstand im "Ö1-Morgenjournal". Dass die Diskussion um die Stabilität des Euro-Systems damit auf Dauer beendet ist, glaubt er aber nicht.Clemens Fabry

''Griechenland hat eine Verschnauffpause erhalten''

Gottfried Steindl, Analyst der Raiffeisen Bank International, schätzt den Entschuldungseffekt für Griechenland als "sehr gering" ein. Zinssenkung und Laufzeitverlängerung würden dem Land Zeit geben, um die Wirtschaft und den Staat wieder flott zu bekommen. Dies würde aber Jahre in Anspruch nehmen.EPA/FEHIM DEMIR

''Hätten uns bei früherem Deal Portugal erspart''

Das Hilfspaket wird von Ratingagenturen wohl als Zahlungsausfall eingestuft werden, so Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria. Aber: Griechenland sei jetzt "zumindest finanziert für die nächsten zehn Jahre". Wichtig sei, dass der Euro-Rettungsfonds neue Waffen bekommt. "Das hätte man schon viel früher machen müssen, da hätte man sich Portugal oder auch Irland erspart".FABRY Clemens

''Mehr als sich viele erwartet habe''

Laut Erste-Chefanalyst Friedrich Mostböck ist das Paket umfangreicher als zuvor angenommen. Das Paket dürfte vorübergehend Stabilisierung bringen, so Mostböck. Gleichzeitig betonte er, dass es eine globale Schuldenkrise und nicht nur eine der Eurozone gebe. Athen habe mit dem Ursprung der Finanzkrise nichts zu tun, die enorme Verschuldung des Landes sei schon länger bekannt gewesen.REUTERS/Heinz-Peter Bader
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