EU-Kommisssion senkt Kreditzinsen für Schuldnerländer

14.09.2011 | 15:39 |   (DiePresse.com)

Irland und Portugal sollen die gleichen Vorteile wie die Griechen erhalten. Der Vorschlag der EU-Kommission muss von den Mitgliedstaaten noch genehmigt werden.

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Die EU will die Zinsen für die eigenen Hilfskredite an die hoch verschuldeten Euro-Länder Portugal und Irland senken. Eine entsprechenden Vorschlag legte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vor. Die Mitgliedstaaten müssen ihn in den kommenden Wochen noch billigen.

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Der Vorschlag betrifft die milliardenschweren Darlehen aus dem Europäischen Finanz-Stabilisierungs-Mechanismus, der von der EU-Kommission verwaltet wird. Es wird erwartet, dass der Krisenfonds für finanzschwache Eurostaaten (EFSF), der von den Euroländern selbst geführt wird, nachziehen wird, berichteten Diplomaten.

Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hatten bei ihrem Gipfel am 21. Juli beschlossen, dass Schuldensünder Griechenland künftig vom EFSF Kredite zu niedrigen Zinssätzen von rund 3,5 Prozent bekommen kann.

Damit soll das krisengeschüttelte Land mehr Luft bekommen, um seine Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. Die "Chefs" entschieden auch, auch Irland und Portugal, die ebenfalls von milliardenschweren Hilfsprogrammen der Währungspartner profitieren, diese Vorteile ebenfalls einzuräumen.

Rabatt soll für alle Kredittranchen gelten

Die Zinsermäßigung der EU für Dublin und Lissabon soll für künftige und bereits ausgezahlte Kredittranchen gelten, teilte die Kommission mit. Es wird künftig auf einen Aufschlag verzichtet, die Länder zahlen somit ungefähr den Preis, den die Kommission auf dem Markt für die Aufnahmen der Gelder aufbringen muss. Die Maximal-Laufzeiten der Darlehen werden auf 30 Jahre verdoppelt.

Irland bekam von den Eurostaaten und Internationalem Währungsfonds (IWF) ein Hilfspaket von 85 Milliarden Euro. Portugal kommt auf 78 Milliarden Euro. Dublin erhielt aus der Krisen-Schatulle der Kommission bisher 11,4 Milliarden Euro, Lissabon 6,5 Milliarden Euro. Mehrere Eurostaaten, darunter Deutschland und Frankreich, wollten von Dublin im Gegenzug für die Zinsverbilligung Zugeständnisse bei der vergleichsweise niedrigen Unternehmensteuer sehen. Konkrete Zugeständnisse gingen aber bisher nicht in Brüssel ein.

(APA)

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3 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
14.09.2011 16:09
0

Die Umverteilung wird perfektioniert!

Zinsen unter der echten Inflationsrate, welche dann von den anderen Bürgern Europas getragen werden müssen, sind doch nichts anderes als eine Subvention. Die Griechen bekommen dann, wenn erst die gesamte offene Summe auf die Europäischen Steuerzahler abgewälzt worden sind, dann zusätzlich lässige 5.250 Mio. Euro (1,5% von 350 Mrd. Euro!).

Wie dappat die EU Granden schon sind, dass zeigt auch, dass der tolle EFSF seit mehr als 1 Jahr im Gespräch ist, der EFSF aber nur sehr beschränkt handlungsfähig ist, weil eben kaum was drinnen ist was auch ausbezahlt werden kann. Das ist auch einer der Hauptgründe, dass die EZB wir um viele Milliarden Staatsanleihen "aufkaufen" musste. Wahrscheinlich wird die EZB diese wertlosen Papiere auch noch in 5 Jahren in der Bilanz als "asstes" ausweisen!

Diese Versager bei der EU, der EZB und den Mitgliedsländern sollen sich doch für 100 Jahre in die Wüste Gobi zum Meditieren ohne Wasser treffen.

Gast: G 500
14.09.2011 16:05
0

erhalten mia euro

kann ich auch ein paar mia erhalten. reiche das gerne schriftlich ein

Re: erhalten mia euro

es gibt 2 Möglichkeiten wie sie an das Geld kommen:
entweder sie liegen den ganzen Tag unter Zypressen und saufen Ouzo,
oder sie gründen eine Bank

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