Reaktionen auf S&P-Drohung: ''Watch ist nicht negativ''

Maria Fekter

Österreichs Finanzministerin rechnet "derzeit nicht" mit einer Herabstufung. "Wir haben sehr stabile Fakten", sagte Fekter. "Die gesamte Euro-Zone ist unter Beobachtung. Watch ist nicht negativ."APA ( HERBERT PFARRHOFER)

Werner Faymann und Michael Spindelegger

Kanzler und Vizekanzler reagierten mit einer gemeinsamen Stellungnahme: "Die österreichische Bundesregierung handelt entschlossen und wird sowohl auf europäischer Ebene wie auch in Österreich selbst die entsprechenden Maßnahmen vorbereiten und umsetzen. Ziel der Bundesregierung ist es, die Staatsschuldenquote konsequent abzubauen" ...REUTERS (Leonhard Foeger)

... Werner Faymann sagte am Dienstag außerdem, das Vorgehen von Standard & Poor's sei "ungerechtfertigt". Umso wichtiger sei es nun, "unabhängiger zu werden" was die Finanzmärkte und derartig "übertriebene Bewertungen" betrifft. Gerade darum sei die Schuldenbremse im Verfassungsrang "zur Verteidigung unserer Bonität" wichtig.APA (HERBERT PFARRHOFER)

Jean-Claude Juncker

Laut dem Eurogruppen-Chef ist die Einschätzung der Agentur maßlos überzogen und ungerecht. Die Euro-Zone sei "dabei, die Dinge in Ordnung zu bringen." Er empfiehlt, die Ratings nicht so ernst zu nehmen.EPA (OLIVIER HOSLET)

Alain Juppe

"Wir wissen, dass wir uns mehr anstrengen müssen als andere, das steht fest", sagte der französische Außenminister am Dienstag dem Radiosender RTL. "Es ist eine Drohung, aber es ist keine Entscheidung. Es versteht sich, dass sie ernst genommen werden muss".REUTERS/Regis Duvignau

Angela Merkel und Nicolas Sarkozy

In einer gemeinsamen Erklärung ließen die deutsche Kanzlerin und Frankreichs Präsident wissen, man nehme die Ankündigung "zur Kenntnis". Sie bekräftigen ihre Überzeugung, dass die am Montag vorgestellten Vorschläge "die haushalts- und wirtschaftspolitische Koordinierung der Eurozone stärken und so Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum fördern werden".EPA (IAN LANGSDON)

... Angela Merkel fürgte am Dienstag hinzu: "Was eine Ratingagentur macht, das ist in der Verantwortung der Ratingagentur. Wir werden am Donnerstag und Freitag die Entscheidungen treffen, die wir für die Eurozone für wichtig und unabdingbar halten und damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Eurozone leisten", sagte Merkel mit Blick auf den EU-Gipfel.AP Photo/Michel Euler

Wolfgang Schäuble

Deutschlands Finanzminister sieht in der Rating-Mitteilung eine Aufforderung an die europäischen Regierungschefs beim EU-Gipfel die richtigen Entscheidungen zu treffen, um schrittweise das Vertrauen der NMärkte wiederzugewinnen. "Wir haben dafür alle Chancen", so Schäuble.APA (HANS KLAUS TECHT)

Christoph Leitl

"Der Krampus hat uns die Rute ins Fenster gestellt", meinte der Wirtschaftskammer-Chef angesichts der drohenden Herbabstufung. Er fordert die Regierung im Schatten eines möglichen Verlustes des Triple A Ratings auf, den "Stillstand" in Österreich zu beenden. "Jetzt ist Zeit zum Handeln", so Leitl. Das mangelnde Vertrauen der Märkte in Österreich führe bereits jetzt schon zu höheren Zinsen.APA (BARBARA GINDL)

Ewald Nowotny

Österreichs Notenbankgouverneur spricht von einer politisch motivierten Aktion. Das Statement der Agentur sei nicht an einzelne Länder, sondern an die ganze Eurozone gerichtet und stehe eindeutig im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Eurogipfel. Er halte das jedenfalls für bedenklich, sagte Nowotny.REUTERS (Heinz-Peter Bader)

Friedrich Mostböck

"Die Rating-Agenturen sind jetzt offensichtlich vollkommen durchgeknallt", sagt der Erste-Analyst. Solch "unprofessionelle Ankündigungen" zeigten, dass dieser Sektor reguliert gehöre." Länder wie Österreich, Deutschland, Dänemark oder Finnland sollten nicht ihre Super-Ratings verlieren, wenn es noch mit rechten Dingen zugeht", betonte er.Clemens Fabry

Bernhard Felderer

"Der Zeitpunkt mag etwas merkwürdig sein, die Entscheidung selbst verstehe ich aber völlig", so der Ökonom und IHS-Chef. "Die Eurozone ist derzeit mit 88 Prozent bezogen auf das BIP verschuldet, laut den Programmen der Regierungen wird dieser Wert nächstes Jahr auf über 90 Prozent steigen." Unter diesen Umständen komme einer verfassungsmäßig verankerten Schuldenbremse eine besondere Bedeutung zu.APA (HERBERT NEUBAUER)

Karl Aiginger

Für Österreich und auch für Deutschland rechnet der Wifo-Chef "eigentlich nicht" mit einer Herabstufung: "Ich glaube das ist ein Warnschuss." Die Warnung sei zwar "ungerechtfertigt", allerdings mache sie Druck auf Österreich, doch noch heuer die Schuldenbremse in der Verfassung unterzubringen.REUTERS (Lisi Niesner)

Kai Carstensen

Der Konjunkturchef des Münchner IFO-Instituts sagt: "Die S&P-Drohung könnte Merkel und Sarkozy bei den Verhandlungen auf dem EU-Gipfel sogar Rückenwind geben. Die Erfahrung zeigt: Wenn der Druck steigt, bewegt sich Europa eher". Allerdings: "Sollte es zu einer Herabstufung der AAA-Länder kommen, wäre dies unangenehm, weil die Konstruktion des Euro-Rettungsschirms an der Topbonität führender Länder hängt."AP Photo (Miguel Villagran)

Ludwig Scharinger

Der scheidende Chef der Raiffeisenlandesbank OÖ sagt, das Verhalten von S&P "gleicht einem angloamerikanischen, imperialistischen Vorgehen". Europa müsse handeln und den Ratingagenturen "ein klares Reglement vorschreiben"APA (ROLAND SCHLAGER)
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