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Reisen wird Luxus: Rückgang bei Niedrigverdienern

10.02.2012 | 12:09 |   (DiePresse.com)

Das Reisen ist eine Domäne der Städter und der Besserverdiener. 2011 gaben die Österreicher für einen Inlandsurlaub 698 Euro aus. Die Deutschen wenden sich im Sommer zusehends von Österreich ab.

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Reisen wird zum Vergnügen für Besserverdiener. Während die Zahl der gut verdienenden Urlauber (Netto-Haushaltseinkommen über 3.600 Euro monatlich) im Jahresvergleich 2011 um zwei Prozent auf 63 Prozent zulegte, sank die Zahl der reisenden Personen mit einem Netto-Haushaltsverdienst von unter 1.500 Euro von 34 auf 23 Prozent. Fernreisen sind primär ein Minderheitenprogramm für Wohlhabende, geht aus einer Studie Der Fachhochschule Salzburg hervor. Insgesamt haben gerade einmal 46 Prozent der Österreicher im Vorjahr mehr als fünf Tage am Stück geurlaubt. Ein Rückgang von zwei Prozentpunkten gegenüber 2010.

"Der Anteil von Arbeitern, Pensionisten oder formal niedriger Gebildeten bei Reisen liegt deutlich unterhalb des österreichischen Gesamtdurchschnitts. Eine überdurchschnittlich hohe Reisetätigkeit zeigten dagegen fast zwei Drittel der Wiener, höher Gebildete und Selbstständige", so Prof. Reinhold Popp, wissenschaftlicher Leiter an der FH Salzburg. Im Vorjahr gingen 62 Prozent der Stadtbewohner mindestens fünf Tage auf Urlaub, während dies nur 39 Prozent der ländlichen Bevölkerung taten, geht der Umfrage hervor. Immerhin 16 Prozent gehen grundsätzlich nicht auf Reisen. Lediglich zwei Prozent der Österreicher nutzen ihren Urlaub für Fortbildung. 

Angebot wird immer unerschwinglicher

Das fehlende Urlaubsbudget ist laut Umfrage auch der Hauptgrund, warum mehr als ein Viertel der Österreicher nicht einmal ein paar Tage verreist. Für einen Inlandsurlaub gaben die Österreicher im Vorjahr im Schnitt 698 Euro aus, für eine Reise in das "Billigland" Türkei hingegen fast das Doppelte. Eine Fernreise ließen sie sich rund 2.500 Euro kosten.

Der deutsche Professor Ulrich Reinhadt von der FH Salzburg ermahnte am Donnerstag die heimischen Hoteliers, die Kaufkraft der Kundschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Die Jagd nach immer mehr Sternen und mehr Tennisplätzen mache das Angebot für immer mehr Menschen unerschwinglich, gab er zu bedenken.

Gunst der Deutschen lässt nach

Auffällig ist, dass Österreich für die Deutschen im Sommer immer uninteressanter wird. Von den Deutschen Urlaubern wollen heuer nur mehr 3,8 Prozent nach Österreich fahren, im Jahr 2010 waren es noch 4,4 Prozent. Vor allen Frauen finden Österreich zusehends unattraktiv - während sie bei Kroatien ins Schwärmen kommen. Und das weibliche Geschlecht ist es, dass laut Popp in erster Linie bestimmt, wohin die Reise geht. Bedenklich für heimische Touristiker ist auch, dass sich höher Gebildete und Junge immer weniger von der Alpenrepublik angezogen fühlen.

(APA)

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3 Kommentare
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abwarten

bald erklaeren die politiker reisen als menschen-grundrecht und stellem jedem reisegutscheine zur verfuegung - bezahlt mit neuen schulden - funktioniert doch mit allem anderen auch hervorragend

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da lob ich mir meine steirische sommerfrische

bei ruhe und bergluft - und der schweinsbraten im dorfwirtshaus samt krügel bier ist mir lieber als alle malediven der welt.

lb15
09.02.2012 15:29
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Womit sich so eine FH so beschäftigt....

Es fällt mir nur ein Wort dazu ein: hanebüchen.
Oder: no na net!
Der Rentner mit 1200 € Familieneinkommen wird eine Studienreise nach Papua-Neuguinea machen.
Allerdings hätte ich mir schon von den Grünen erwartet, dass sie sich darüber beschweren, dass die BMS nicht für 3 Wochen Malediven reicht.

Na ja, genug der bissigen Kommentare.

Mein Geld

  • Kein Plan vom eigenen Geld
    Um das Finanzwissen in Europa ist es schlecht bestellt. 93 Prozent der Österreicher wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule.

Hobbyökonom