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Berlakovich: "Steuerzuckerl für E10 ist vom Tisch"

21.08.2012 | 16:40 |  von Matthias Auer (Die Presse)

Egal ob der umstrittene Agrarsprit E10 diesen Herbst eingeführt wird oder nicht. Der grüne Treibstoff dürfte auf jeden Fall teurer werden als herkömmliches Benzin. Denn steuerliche Begünstigung wird es keine geben.

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Alpbach. Am Zeitplan will Umwelt- und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) offiziell nicht rütteln. Noch in diesem Herbst sollen die ersten Tankstellen E10 anbieten - den umstrittenen Treibstoff mit zehn Prozent Ethanolanteil aus Getreide. Doch egal wann der Agrarsprit an den Tanksstellen landen wird, eines scheint klar: er wird es schwer haben, preislich mit dem Konkurrenten an der Zapfsäule mitzuhalten.

„Das Steuerzuckerl für E10 ist vom Tisch", sagt Berlakovich im Gespräch mit der „Presse". Ursprünglich war geplant, den Bioanteil im Treibstoff von der Mineralölsteuer zu befreien, so wie es beim derzeit an den Tankstellen verkauften Benzin mit fünfprozentiger Ethanol-Beimischung (E5) bereits der Fall ist. Ein Liter E10 hätte so mit 3,3 Cent bezuschusst werden sollen. Daraus wird nun nichts. Weder die zuständige Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) noch der Umweltminister wollen davon noch etwas wissen. Die früheren Kalkulationen der Mineralölwirtschaft seien überholt, sagt Berlakovich. Der Ölpreis steige stetig an, sodass keine zusätzliche steuerliche Entlastung für Biosprit notwendig sei. Damit sei auch die befürchtete Belastung der Autofahrer von 50 bis 160 Millionen Euro pro Jahr Geschichte.

Problem bei älteren Autos

An der Zapfsäule wird E10 damit aber aller Voraussicht nach teurer sein als herkömmliches Superbenzin (E5). Und so wichtig eine Reduktion des CO2-Ausstoßes im Verkehr auch ist, für die Politiker wird es damit noch schwieriger werden, den Autofahrern den Griff zum umweltschonenden Sprit schmackhaft zu machen. Diese haben ohnedies schon Grund genug zu zögern. Denn nicht alle Autos vertragen den hohen Alkoholanteil im Treibstoff. Bei älteren Modellen kann es im schlimmsten Fall sogar zu Motorschäden kommen, weil das Ethanol zu einer erhöhten Korrosion von Aluminum- und Kunststoffteilen (etwa Leitungen oder Dichtungen) führt.
Was passiert, wenn Autofahrer aus Sorge um ihren Wagen den neuen Biosprit nicht tanken wollen, zeigt das Beispiel Deutschland. Dort fühlte sich bei der Einführung von E10 niemand zuständig, den Autofahrern zu erklären, welche Modelle E10 vertragen. Heute verzichten vier von fünf Deutschen auf E10. Das Umweltministerium will mit einer umfassenden Informationskampagne gegensteuern.

Berlakovich bezweifelt auch, dass E10 zwangsläufig teurer sein müsse als herkömmliches Benzin. Die Preisgestaltung hänge letztlich davon ab, welchen Preis die Mineralölwirtschaft bei ihrem Ethanol-Lieferanten Agrana erzielen könne. Steige der Ölpreis weiter an, könne Agrarsprit zudem preislich schon bald mit fossilem Treibstoff mithalten. Die Mineralölindustrie sieht das freilich anders und warnt vor deutlich höheren Preisen für E10. Außerdem könnten im Rahmen der Einführung Kosten von bis zu 100 Millionen Euro für die Ölkonzerne anfallen. Zudem bräuchten die Tankstellenbetreiber eine Vorlaufzeit von rund einem Jahr für die Umrsütung.

Österreichweit erst 2017

„Technisch wird es tatsächlich immer schwieriger", räumt auch der Umweltminister mit Blick auf den geplanten Herbsttermin ein. Das Umrüsten der Tankstellen brauche Zeit und noch haben weder die Finanzministerin noch das Gesundheits- oder Verkehrsministerium (beide SPÖ-geführt) der Novelle zur Kraftstoffverordnung zugestimmt. Erst dann kann Berlakovich die Einführung zumindest tröpfchenweise starten. Der Minister will die Einführung trotzdem im Herbst starten. Zumindest einige Großtankstellen sollen E10 anbieten. In ganz Österreich wird der Agrarsprit auch im besten Fall frühestens 2017 zu haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2012)

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94 Kommentare
 
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Gast: morpheus x
28.08.2012 10:18
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Benzin und Diesel sparen mit Aceton

Eine sinnvolle Sache die schon seit langem praktiziere ist die Zugabe von Aceton zum Treibstoff (ca. 20% Ersparnis):

http://www.efodon.de/html/archiv/energie/SY8744%20Augustin%20-%20Aceton.pdf

http://www.borderlands.de/net_pdf/NET0305S18-19.pdf

Gast: Fr
22.08.2012 13:27
2 3

Besser wäre für die CO2 Reduktion:

Mit dem Methanol und der Energie vom Acker könnten wir (falls es wirklich energetisch ein Gewinn ist und nicht eine Verlagerung zu Betriebsstoffen und geleisteter Arbeit) doch viel besseres tun! Ob primär in Chemie oder selbst im Hausbrand...

Wirklich - aber das traut sich keiner - einsparen könnten wir:
- durch Zusassungsbeschränkung oder Verteuerung großer schwerer Autos
- oder Parkverbot in Städten für große Spritschlucker
- Förderung von Wärmedämmung in Gebäuden

Getreide für den Teller!
Brandy für den Nachtisch!

Gast: jaga
22.08.2012 13:24
7 0

kann denn den berlakovic wirklich niemand verjagen


Gast: friedhofsgärtner
22.08.2012 10:27
5 0

wozu haben wir den

eigentlich ? Ist nichts, kann nichts, weiss nichts.

Antworten Gast: ovi
22.08.2012 13:40
4 0

Re: wozu haben wir den

der Niki ist halt ein Raiffeisen treuer Scherge ...


5 0

Re: wozu haben wir den

na das passt doch super zum Bild eines Politikers. Diese Politiker wissen sogar mehr als die Fachleute .... siehe Rettungsgasse......

6 0

Minister?

Dieser Berlakovich fällt nur durch Blödheiten auf.
Jeder Wirtshausexperte kann mehr als der.
Unglaublich wie sich die ÖVP schwächt.
Stronach und die anderen Parteien profitieren von solchen erhabenen und über den Dingen stehenden Persönlichkeiten.


Gast: Unser täglich Brot gib uns
22.08.2012 10:11
4 3

Lebensmittel statt für Hungernde und Arme in den Tank

Was ist nur aus der ehemals christlich sozialen Partei geworden!

Re: Lebensmittel statt für Hungernde und Arme in den Tank

Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass Sie da ungeprüft Unsinn wiedergeben, der Ihnen geziehlt vorgedacht wird? oder wie ist zu verstehen dass km² Ackerfläche für die Produktion von Zucker verschwändet wird, den in diesen Mängen kein Mensch essen kann (soll) und niemanden kümmerts?


1 0

egal was man jetzt von e10 haltet..

..wir brauchen/bräuchten bis 2017??!!

dann auch noch für so einen 10%en Blödsinn. wie lange dann für was wirklich innovatives..

0 0

Wird dann

auf den 10% Anteil nur die Umsatzsteuer eingehoben und keine Mineralölsteuer?

3 0

total bescheuert

bloss nicht aus den fehlern der anderen lernen. vorsicht, debakel voraus!

Gast: Rational
22.08.2012 09:43
3 2

betrachtet

wurden vor der umfassenden Motorisierung Mitte des 20. Jd. bis zu 35% der landwirtschaftlichen Erträge zur Fütterung der Arbeitstiere aufgewandt. Für die Herstellung von ausreichend Ethanol für E10 wären in Österreich jedoch nur wenige Prozent der Anbaufläche nötig. Dass also die Verspritung von Lebensmitteln ein ethischer Frevel sei, ist Unsinn.
Ein größerer Unsinn ist es jedoch einerseits, den Biosprit nicht preislich zu begünstigen, andererseits nicht im Vorfeld mit der Autoindustrie die technischen Grundlagen für einen (zer)störungsfreien Betrieb der Motoren zu gewährleisten.
Fazit: Technisch und ethisch machbar, in der Praxis zur Zeit keine Alternative.

Re: betrachtet

Sie sagen es!

In den letzten Jahrzehnten wurden sogar Anbauflächen gigantischen Ausmaßes in Europa stillgelegt!

Na sauber

E10 wird bei uns teurer als das NORMALE Superbenzin, wer kauft das dann ??????

Das steht erstens die vielleicht gegebene Unverträglichkeit, dann der höhere Verbrauch (das dürfte unbestritten sein) und dann soll es auch noch teurer sein. Für den Verbraucher, ausser vielleicht von Obergrünen, gibt es kein Argument die E10-Suppe wirklich zu tanken.

Lernen wir eigentlich nichts ????? Müssen doch nur nach D gucken, dort gibt es E10 ist mit 3-6 Cent billiger als E5 und trotzdem tanken es nur sehr sehr wenige.

Und selbst bei freigegebenen Fahrzeugen gibt es Probleme. Ich habe E10 in Deutschland ausprobiert an meinem Motorrad das von Honda für E10 freigegeben ist. Ergebnis: schlechter Leerlauf, weniger Motorleistung, höherer Verbrauch. (und das alles nennt Honda auch als "möglicherweise" auftretende Nachteile.

Also warum sollten wir das kaufen bzw. warum sollten wir etwas einführen was in anderen Ländern bereits gefloppt ist ????

Wir sind wirklich unbelehrbar.

3 0

Re: Na sauber

Der Verbrauch ist natürlich höher, da Ethanol eine geringere Energiedichte hat als Benzin. D.h. für die gleiche Leistung braucht man mehr Liter Treibstoff. Damit relativiert sich auch der niedrigere Preis. Man spart sich dann zwar beim Tanken ein paar Cent kommt aber weniger km weit, als mit herkömmlichen Sprit. E10 ist und bleibt ein Mist, der nur von der Agrarlobby gepusht wird.

Gast: Studieren bildet
22.08.2012 09:33
3 0

Unglaubliche Lernresistenz

Zig namhafte Studien zeigen, dass E10 sogar nachteilig für die Umwelt ist.

Im Artikel redet man hingegen von umweltschonend. Wie Lernresistenz kann man sein? Das konterkariert Qualität.

Antworten Gast: neuer
22.08.2012 13:26
0 0

Re: Unglaubliche Lernresistenz

der nowak ist schon spürbar

4 0

E10

die polit marionette berlakovich darf nur seinen kopf hinhalten ob E10 kommt oder auch nicht das bestimmen andere! und wenn er brav ist darf er ja dann vieleicht einmal nach bruessel gehn und sich vollstopfen


Wir sehen uns bei der nächsten Wahl.

Und nicht vergessen: Rotgrünschwarz ist wohl echt keine Alterrnative mehr.

Gast: General Schnitzelsemmel
22.08.2012 08:43
5 0

Was hat der bisher geleistet, für sein Gehalt?

Außer hie und da Inserate geschaltet, oder illusorische Kyoto-Ziele ausgehandelt die uns eine ordentliche Stange Geld kosten?????

Na als ÖVPler ist er hoffentlich nach der nächsten Wahl weg.

Antworten Gast: DEFSportler
22.08.2012 09:42
2 0

Re: Was hat der bisher geleistet, für sein Gehalt?

eine Reise nach Frankreich

Gast: Harshcloudx
22.08.2012 08:32
2 0

E10 ist wohl ein Witz

Wenn er teurer als normaler Super-Benzin ist, wer tankt ihn dann? Total sinnlos, zudem man nicht jeder Ottomotor E10 verträgt und wer weiß, vielleicht geht ein Motor, der es verträgt, früher kaputt. In Deutschland macht es für den Konsumenten einen Funken Sinn, da dort E10 ja billiger ist als Super. Trotzdem tankt dort niemand E10... Das sollte unseren Hanseln zu denken geben, anstatt hier wieder 50Millionen reinzupulvern.

Antworten Gast: Gastastast
22.08.2012 09:48
1 0

Re: E10 ist wohl ein Witz

Wer tankt ihn dann? Wenns so geregelt wird wie in Deutschland, dann werden die Leute dazu gezwungen. Dort haben sie an vielen Tankstellen den "normalen" Super ganz einfach abgeschafft. Die Alternative ist dann der nochmals deutlich teurere Premiumsprit (also z.B. V-Power oder Ultimate, etc.) der noch unversetzt ist (aber auch ~30c mehr kostet pro Liter)

Also ganz einfach: Die meisten die einen Benziner fahren, sie werden nämlich "alternativlos" gemacht.

Gast: Dr. Brunnbauer Em.
22.08.2012 08:29
1 1

Berlakowitz -- oder der Bauer, der die Wehrpflicht erhalten will !


 
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