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Junge Arbeitslose: Gewerbeschein statt Arbeitsamt

21.08.2012 | 16:51 |  Von Matthias Auer und Jeannine Hierländer (Die Presse)

Junge Spanier träumen vom Beamtendasein, der Nachwuchs in Schweden von einer Karriere als Unternehmer. Experten bezweifeln allerdings, dass dies ein sinnvolles Mittel gegen wachsende Arbeitslosigkeit ist.

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Alpbach. Gäbe es die Finanz- und Schuldenkrise nicht, Europa hätte genügend andere Debakel parat: Fast ein Viertel der jungen Europäer steht derzeit ohne Job da. In Spanien und Griechenland ist es gar jeder Zweite. „Die Situation ist alarmierend“, sagt Anna Ekström, Direktorin der Swedish National Academy for Education, beim Europäischen Forum Alpbach.

Die Arbeitsmärkte in vielen EU-Ländern sind für Einsteiger verschlossen. Der umfassende Schutz bereits Beschäftigter macht es für junge Griechen, Italiener und Spanier fast unmöglich, in einem Beruf Fuß zu fassen.
Fast die Hälfte der jungen Europäer, die trotzdem arbeiten, haben nur Kurzzeitverträge, sagt Isabelle Deganis von der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO (ILO). Dabei waren Europas Jugendliche nie so gut ausgebildet wie heute. „Die Qualifikation der Jungen steigt stetig“, sagt Ekström. Aber: „Ein Uni-Abschluss ist nur ein Visum für den Arbeitsmarkt“, die Chance, überhaupt eine Karriere starten zu können. „Eine Garantie für einen Job ist er nicht.“

Wie lange ein schlechter Start ins Arbeitsleben nachwirken kann, zeigt das Beispiel Schweden: Das Land erlebte Anfang der 1990er-Jahre eine Finanzkrise. Viele, die damals neu auf den Arbeitsmarkt drängten, mussten ein, zwei Jahre in die Warteschleife. Die Folgen spüren sie noch heute. Studien zeigen, dass die damaligen Jobeinsteiger auch zwanzig Jahre nach ihrem Fehlstart ins Berufsleben deutlich weniger verdienen und häufiger arbeitslos sind als andere.

Von der Uni zur Firmengründung?

Die Lösungsstrategien der Jugendlichen variieren von Land zu Land. Während Spaniens Junge am liebsten Beamte wären, träumt Schwedens Nachwuchs von einer Karriere als Unternehmer. In Österreich kann sich immerhin jeder Zwanzigste vorstellen, sich selbstständig zu machen. Auch wenn es ihnen nicht leicht gemacht wird, schaffen es sieben von zehn Jungunternehmern, ihren Betrieb zumindest vier Jahre am Leben zu erhalten. Als Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit lässt Ekström den Unternehmerwillen der Jungen nur bedingt gelten. Denn Studien zeigen: Wirklich erfolgreiche Gründer, die in ihrem Unternehmen mehr verdienen, als wenn sie angestellt wären, kommen selten direkt von der Uni, sondern haben ein, zwei Jahrzehnte Berufserfahrung vorzuweisen.

Auch in Österreich versucht man, Arbeitslosigkeit mit Selbstständigkeit zu begegnen. Etwa mit dem Gründerprogramm des Arbeitsmarktservice (AMS). Leiter Johannes Kopf wehrt sich gegen Vorwürfe, dass Arbeitslose in die Selbstständigkeit gedrängt würden. „Das AMS rät nicht zur Selbstständigkeit“, sagt Kopf zur „Presse“. Was den unternehmerischen Erfolg der ehemals Arbeitslosen betrifft, sei das Programm aber gut: Nach fünf Jahren beschäftigten die Gründer im Durchschnitt 1,3 Arbeitnehmer. Das liege daran, dass man stark selektiere: „Die Menschen müssen von sich aus kommen, mit der Idee und dem Wunsch, sich selbstständig zu machen“, so Kopf.

Ideen für bestehende Firmen

Nicht einmal jeder dritte Bewerber werde zum Gründer. Im Vorjahr starteten mit dem Programm 5000 Menschen ein Unternehmen, fünf Prozent waren jünger als 25 Jahre. Laut Anna Ekström von der schwedischen Bildungsagentur muss es auch nicht für jeden die Selbstständigkeit sein. „Genauso wünschenswert ist es, wenn junge Menschen neue Ideen in bestehende Firmen einbringen und dort Verantwortung übernehmen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2012)

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2 Kommentare

EUROPA braucht mehr Zuwanderung!!

Sarkasmus OFF!!

Gast: gildo putzteufel
22.08.2012 10:44
1 0

akademiker als reinigungspersonal bzw bauhelfer

jajja die arbeitslosigkeit der fluch des "kapitalismus" das problem ist das
der druck von oben nach unten ist anstatt
von unten nach ... (ihr wisst schon)
weil wer findet es ok wenn eine akademikerin als putzfrau arbeitet evt
das ams aber sonst niemand
bzw was hat ein magister ahnung von zb einer autowerkstatt ich meine besser ist es einen mechaniker eine autowerkstatt führen zu lassen als einen doktor /mag ect.

"umgekehrt hat ja noch nie lange ein arbeiter als frauenartz praktiziert - ihr versteht jetzt aber schon die irronie des fehlers von siehe artikel presse = gleicher schmarrn wie in wirklichkeit"