Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat beim Forum Alpbach eine Jugend-Initiative in Bewegung gesetzt. Bei einem Pressegespräch kündigte er die Ausarbeitung einer Jugendstrategie an und gab kund, dass der sogenannte Jugendcheck bereits am heutigen Mittwoch in Begutachtung geht. Ferner angepeilt wird vom Minister, dass informell erworbene Kompetenzen, etwa die Organisation einer großen Jugendveranstaltung, zertifiziert werden sollen und somit Jugendlichen bei Bewerbungsgesprächen behilflich werden können.
Auch Mitterlehner ließ es beim Forum, das heuer die Perspektiven der Jugend zum Thema hat, nicht aus, eine Studie zum Thema zu präsentieren. Das Ergebnis des vom Politikwissenschaftler Peter Filzmaier durchgeführten aktuellen Jugendmonitors zeigt eine ziemlich optimistische Jugend. 80 Prozent sehen der Zukunft zuversichtlich entgegen. Das ist - Krise hin, Krise her - gerade einmal ein Prozentpunkt weniger als Anfang 2010.
Erwartungen an Europa sinken
Dass die Jugend dabei durchaus zu differenzieren weiß, sehen Mitterlehner und Filzmaier dadurch belegt, dass die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage auf Österreich bezogen in den letzten Jahren ziemlich stabil geblieben ist, während die Erwartungen für Europa insgesamt merkbar gesunken sind.
Was die persönlichen Berufswünsche angeht, spielen Geld und Karriere offenbar eher Nebenrollen. In der Prioritätenliste ganz oben stehen Interesse an der Aufgabe und ein angenehmes Betriebsklima. Gespalten ist Österreichs Jugend, was die Mobilität angeht. Zwar hält man die zu vier Fünftel für wichtig, jedoch wollen trotzdem zwei Drittel in der Nähe des aktuellen Wohnorts arbeiten.
Workshops sollen zu Ergebnissen führen
Um den Erfordernissen der Jugend möglichst gut entsprechen zu können, lässt Mitterlehner nun eine Jugendstrategie entwickeln. Bereits ab September werden in allen Bundesländern Workshops abgehalten, um auf möglichst breiter Basis unter Einbindung unterschiedlichster Milieus die Wünsche und Probleme von Jugendlichen zu eruieren und davon vernünftige Maßnahmen abzuleiten. 2013 sollen erste Ergebnisse vorliegen.
Bereits auf den Weg gebracht hat Mitterlehner einen Gesetzesentwurf zum "Jugendcheck", der nun drei Wochen begutachtet wird. Dieser schreibt bei allen Gesetzesmaterien vor, dass die Auswirkungen für die Jugend berücksichtigt werden müssen. Interessant würde dies etwa bei Fragen zur Erhaltung der sozialen Systeme, meinte der Minister.
Sinnvolle Mediennutzung
Schließlich propagierte Mitterlehner noch eine Ausweitung seines Medienkompetenzpakets, das sich in Wien bewährt habe. Jugendliche lernen dort, wie sie das Internet sinnvoll für die Berufswahl nützen können. Zudem gelehrt wird etwa das Schreiben von Bewerbungen. Das entsprechende Angebot soll ab Herbst auf die Bundesländer ausgeweitet werden.
(APA)
