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Barack Obamas Schwester: „Afrika ist nicht verloren"

29.08.2012 | 19:44 |   (DiePresse.com)

Auma Obama, die Schwester des US-Präsidenten, erklärte wie sich afrikanische Länder besser entwickeln könnten und warum China mit seiner Entwicklungshilfestrategie in Afrika erfolgreicher ist als Europa.

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Alpbach/ku. Es gibt nicht „das eine" Afrika. „In dem Bild, das in Europa und Amerika von Afrika gezeichnet wird, finde ich mich selbst nicht wieder", sagte Auma Obama, die Schwester des US-Präsidenten Barack Obama, bei ihrem Besuch in Alpbach. Die 54 Länder Afrikas seien sehr verschieden, es gebe sehr viele Gesichter Afrikas. „In Togo bin ich noch fremder als in Europa", betonte sie bei einer Veranstaltung des Management Clubs am Mittwoch.
Auma Obama ist in Kenia geboren und aufgewachsen und ging dann zum Studium nach Deutschland - sie spricht exzellent Deutsch und Englisch, schreibt Bücher und setzt sich weltweit dafür ein, dass zwischen den reichen Industriestaaten und den afrikanischen Ländern eine echte Partnerschaft entsteht.

Es sei ehrenwert, dass Europa die Wunden aus der Kolonialzeit wiedergutmachen wolle - doch bei jeder „Entwicklungshilfe" oder bei Investitionen in afrikanischen Staaten müsse man ehrlich sein: „Wer mit Geld kommt, der will etwas dafür. Die Menschen kommen letztlich nach Afrika, um Geschäft zu machen." Beide Seiten müssten sich das bewusst machen - und beide Seiten müssten sich darüber klar werden, welchen Wert ein Engagement habe. Europäer, die helfen wollen, müssten sich auf jeden Fall viel genauer über ein Land und seine Probleme informieren. „Oft heißt es: Ihr habt das und das Problem - und wir haben die Lösung. Zurück bleiben dann verrostete Brunnen ohne Menschen", so Obama.

Europäischer Perfektionszwang

Warum ist China in letzter Zeit in manchen afrikanischen Ländern so erfolgreich tätig - jedenfalls erfolgreicher als Europa? „Die Chinesen sind auf uns eingegangen." Es gebe in Europa und Amerika eine gewisse Faulheit, sich mit dem Kontinent Afrika in seiner Vielfalt zu beschäftigen. „Es ist einfacher, alles in einen Topf zu werfen", sagt Obama. Außerdem sei der Perfektionszwang kontraproduktiv: Bei einer Straße in Kenia etwa diskutiere man schon sein 20 Jahren mit Europa - und ständig gebe es neue Ideen, Genehmigungen, Änderungen et cetera. China habe hingegen innerhalb weniger Jahre eine Straße gebaut. „Besser eine schlechte Straße als keine Straße", so Obamas Kommentar.

Aber auch die afrikanischen Länder wüssten oft nicht, was sie wollen und welchen Wert ausländisches Engagement habe - sei es wegen Korruption oder einfach wegen Faulheit. „Wir Afrikaner müssen viel bewusster und aktiver sein", ist sie überzeugt. Obama will ihren Beitrag dazu leisten, indem sie jungen Menschen klarmachen will, welche Ressourcen sie haben. „Viele leben in ärmsten Verhältnissen in Städten, obwohl sie daheim am Land Grund besitzen." Die Leute sollten bemerken, dass das Land die Grundlage zum Leben sein könne. „Man sagt: Wer auf dem Land bleibt, der hat es zu nichts gebracht, der hat versagt." Das will sie ändern.

An der verbreiteten Armut im Land sei die Regierung mitverantwortlich. „Die Regierung erlaubt die Ungleichheit." In Nairobi zu leben sei genauso teuer wie in Europa, die Löhne seien aber viel niedriger, es gebe keine Wohlfahrtsprogramme. Eine Folge davon sei auch starker „Brain-Drain", die Abwanderung von gut ausgebildeten Menschen. „Die meisten, die nach dem Studium im Ausland zurückkommen, finden keinen Job und flüchten ein zweites Mal. Der Brain-Drain passiert zweimal."

Kein Kommentar zum Bruder

Über ihren Bruder wollte Auma Obama in Alpbach nicht sprechen. Nur so viel: Zum einen habe Barack die USA und das Bild Amerikas in der Welt verändert. Und zum anderen will sie sich diesmal - anders als im letzten Wahlkampf - nicht persönlich engagieren. Barack Obama ist Sohn der zweiten Frau seines Vaters, als dieser in den USA studierte. Der Vater ging dann zurück nach Kenia, Barack blieb bei seiner Mutter in Illinois.

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10 Kommentare
Gast: Volker Seitz
30.08.2012 10:00
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Only good governance

"The only thing that matters is governance, governance, governance" sagt Mo Ibrahim, dessen Stiftung vorbildliche ehemalige Staatschefs auszeichnet. Problem: die Stiftung findet oft jahrelang niemanden, der das Preisgeld verdient hätte. Gouvernance oder gute Regierungsführung, das ist ein zentraler Begriff des afrikanischen Übels. Es geht darum, dass Politiker nach klaren politischen und ethischen Standards arbeiten; sauber, transparent, für ein unabhängiges und professionelles Justizsystem sorgen, keine Günstlingswirtschaft und Korruption dulden. Schlechte Regierungsführung und die Korruption als wesentlicher Bestandteil, ist der Hauptgrund für die Armut bzw. die Verarmung eines Landes.Das Abzweigen von öffentlichen Geldern verhindert die wirtschaftliche Entwicklung und damit Wohlstandsfortschritte für eine breite Bevölkerung. In solchen Ländern sollte auf Entwicklungshilfe verzichtet werden, da sie die korrupten Mechanismen verewigt. Kaum ein von Hilfe abhängiges Entwicklungsmodell kann unter diesen Bedingungen wirklich erfolgreich sein. Das sagte übrigens auch ihr Bruder in Accra. Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"

Antworten Gast: @Volker seitz
30.08.2012 22:03
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Vielleicht

fokussiert sich ja Mr Ibrahim genau deswegen mit seiner Stiftung auf Afrika - der einzige verbliebene Kontinent mit Hoffnung auf eventuelle "good governance" - dort wo "good governance" noch möglich sein KÖNNTE ^^ überall sonst, mit Ausnahme von Neuseeland, scheint sich "bad governance"ja schon institutionalisiert zu haben und wird vollkommen als "Part of the Game" betrachtet..

Ui, as war jetzt vlt ein wenig zu hart, aber andererseits.. :DDD

Schon komisch,

dass sie in Kenia geboren wurde und ihr Bruder angeblich auf Hawaii!?

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Re: Schon komisch,

Barack Obama ist nur ihr Halbbruder. Nur der Vater (Kenianer) ist derselbe. Baracks Mutter war jedoch US-Bürgerin und hat ihn laut eigenen Angaben auf Hawaii zur Welt gebracht.

Re: Re: Schon komisch,

Aber davon gibt es keine

Original-Geburtsurkunde!

Antworten Antworten Antworten Gast: @Aaron
30.08.2012 22:10
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ja, weil die Originale bei der kenianischen Flut, in '62(?) glaub ich, vernichtet worden ist...^^

Na Und? hat er halt keine "originale" Geburtsurkunde..Hat er halt SEEEEHR viel Glück gehabt in den Präsidenten Sessel zu kommen!

Gehört sich eh irgendwann einmal geändert, diese Bestimmung. Es gibt ja Nicht Amerikaner die tausendmal patriotischer sind als so manche Amerikaner themselves.

Gast: gast1984
29.08.2012 22:17
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Afrika retten! Geht!

Nur muss dafür der IWF und die Weltbank rausgeschmissen werden!

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Re: Afrika retten! Geht!

Oder aufhören mit dem versuch Europa zu retten...

Gast: Tom22
29.08.2012 21:10
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korrupt und lebensgefährlich

Afrika ist verloren. Eine Diktatur löst die nächste ab, alle bereichern sich in unvorstellbarem Maße.

Antworten Gast: Volker Seitz
31.08.2012 17:43
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Re: korrupt und lebensgefährlich

Nicht überall.Ruanda ist heute ein Vorbild für den Kontinent. Kein anderes afrikanisches Land hat innerhalb so kurzer Zeit eine vergleichbare Aufstiegsgeschichte. Das Wirtschaftswachstum liegt bei durchschnittlich mehr als sechs Prozent im Jahr, Gesundheitswesen , Bildungssystem, Frauenförderung sind im Vergleich zu den Nachbarstaaten hervorragend. Die Führung des Landes hat verstanden wie stark der Wohlstand und Lebensqualität eines Landes von der Bildung abhängt. Die Anstrengungen lohnen sich. Das Bildungsniveau ist heute ein zuverlässiger Gradmesser für die langfristige Wohlstandsentwicklung und Stabilität eines Landes. Es spielt eine Vorreiterrolle bei gutem Regierungsmanagement. Es hat eine qualitativ hohe Bildungsinfrastruktur. Ausstattung als auch Qualitätssicherung sind sehr gut und die Bevölkerung profitiert davon. Ruanda aber auch Botswana zeigen, dass es nicht auf die Größe eines Landes ankommt, sondern was man damit macht. Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert" www.Bonner-Aufruf.eu