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EU will Hedgefonds an die Kandare nehmen

08.02.2007 | 20:15 |  CHRISTINE DOMFORTH (Die Presse)

Superfund-Chef Baha weist Kritik zurück.

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Wien. Hedgefonds erhitzen wieder einmal die Gemüter: Nach Ansicht des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück (SPD) stellen die milliardenschweren Geschäfte der Fonds ein Risiko für die Weltfinanzmärkte dar. Das Thema steht deshalb am Wochenende auf der Agenda des G-7-Treffens in Essen. Vor allem in der EU fordern zahlreiche Experten mehr Transparenz und Kontrolle der Fonds, die in Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen investieren und keinen gesetzlichen oder sonstigen Beschränkungen unterliegen.

Die US-Regierung ist gegen eine strenge Regulierung, die US-Börsenaufsicht SEC verlangt hingegen, dass künftig nur mehr Superreiche mit Vermögen über 2,5 Mio. Dollar Hedgefonds kaufen dürfen. In Österreich will die Finanzmarktaufsicht (FMA) Kleinanleger komplett von Hedgefonds fernhalten, das Mindestinvestment soll bei 50.000 Euro liegen. Begründung: Viele Hedgefonds seien intransparent, teilweise auch hoch spekulativ. Kleinanlager könnten sich darüber nur schwer informieren.


Für Kleinanleger verboten?

Christian Baha, Gründer und Chef der heimischen Hedgefonds-Anbieters Superfund, weist die Kritik zurück: „Da wird viel Angstmacherei betrieben. Die Kritiker übersehen, dass es viele verschiedene Hedgefonds-Stile gibt und nur ganz wenige davon sehr riskant sind,“ sagt Baha zur „Presse“. Hochspekulativ war beispielsweise der US-Fonds Amaranth, der mit Erdgaskontrakten handelte und im Vorjahr rund sechs Mrd. Dollar „versenkte“. „Wenn man alles auf eine Karte setzte, kann so etwas passieren. „Superfund-Fonds sind völlig anders, durch Diversifikation auf mehr als hundert nicht korrelierenden Märkten wird das Risiko reduziert,“ betont Baha. Generell verfolge die Mehrzahl der Fonds die Strategie, das Risiko zu reduzieren und den Ertrag zu steigern. Immerhin, so argumentiert „Mr. Superfund“, würden prominente US-Universitäten wie Harvard oder Stanford Hedgefonds seit Jahren Milliardenbeträge anvertrauen.

Für völlig falsch hält es Baha, Kleinanleger das Investment in Hedgefonds grundsätzlich zu verbieten. Damit würde diesen die Möglichkeit genommen, ihr Portfolio zu diversifizieren. Baha plädiert dafür, dass Hedgefonds, die ihre Daten offen legen, mit Aktien- und anderen Fonds gleich gestellt und für Kleinanleger zugelassen werden. Gespräche mit EU-Behörden darüber gibt es bereits. „Man sollte uns nicht länger diskriminieren. Und die FMA, die derzeit ja schwer unter Beschuss ist, sollte die Anleger lieber vor Turbo-Optionsscheinen oder hoch spekulativen Aktien schützen.“

Bei Superfund kann man ab 100 Euro monatlich einsteigen. Die von Baha 1996 gemeinsam mit dem Software-Spezialisten Christian Halper gegründete Gesellschaft, die zunächst Quadriga hieß, hat derzeit 50.000 Kunden. 2005 machten die Superfund-Fonds aufgrund der Entwicklung an den Kapital- und Warenmärkten Verluste. 2006 gab es für die Anleger wieder kräftige Gewinne, dennoch ging das verwaltete Vermögen von 1,7 auf 1,5 Mrd. Dollar zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2007)

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