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Voest kommt bei Kartellstrafe billig weg

05.07.2012 | 18:12 |   (Die Presse)

Der Konzern muss 8,5 Mio. der Gesamtbuße von 124,5 Mio. Euro zahlen – die Schadenersatzforderungen der Deutschen Bahn stehen aber noch aus.

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Wien/Apa/Eid. Am Mittwoch hatte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder die Strafe wegen illegaler Preisabsprachen im deutschen Schienengeschäft mit fünf bis zehn Mio. Euro beziffert. Gut geschätzt: Am Donnerstag wurde die Buße des deutschen Bundeskartellamts offiziell. Die Voest muss 8,5 Mio. Euro zahlen, was im Vergleich zur Gesamtstrafe für vier Stahlkonzerne von 124,5 Mio. Euro milde ist.

Das ist allerdings nur der Anfang: Der weitaus größere Brocken– die Schadenersatzleistungen an die Deutsche Bahn, die von den Kartellmitgliedern am massivsten geschädigt wurde– steht noch aus. In Branchenkreisen ist von bis zu einer Mrd. Euro die Rede. Möglicherweise ist das der Grund, warum die Voest-Aktie am Donnerstag um knapp zwei Prozent gefallen ist.

Die Voest hat für die Gesamtbelastung aus Bußgeld, Schadenersatz und die Schließung des Schienenwerks in Duisburg schon 205 Mio. Euro rückgestellt. Die Voest hatte das Verfahren durch eine Selbstanzeige ausgelöst und einen Kronzeugenstatus beansprucht. Die geringe Strafe habe diese Position bestätigt, sagte Eder.

 

Außergerichtliche Einigung

Die Voestalpine will mit der Deutschen Bahn eine außergerichtliche Einigung erzielen. „Wir gehen davon aus, dass die Gespräche jedenfalls noch Monate dauern werden“, sagte Konzernsprecher Peter Felsbach. Heuer dürfte es keinen Abschluss geben.

„Jetzt steht zweifelsfrei fest, dass die Deutsche Bahn über Jahre systematisch betrogen wurde – wir erwarten von den am Kartell beteiligten Firmen einen vollständigen Ausgleich des Schadens“, sagte der für Rechtsfragen zuständige Vorstand der DB, Gerd Becht. Auf Grundlage des Bußgeldbescheids werde die Deutsche Bahn die Ansprüche auf Schadenersatz durchsetzen, notfalls auch vor Gericht.

Die Deutsche Bahn bestellt rund 200.000 Tonnen Schienen pro Jahr. Den heurigen Schienenbedarf deckt die Deutsche Bahn laut „Handelsblatt“ bei den Stahlherstellern Tata, Voestalpine und Moravia.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2012)

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