Frankfurt/Reuters. Der amerikanische Hedgefonds Elliott Management will dem steirischen Anlagenbauer Andritz bei der Übernahme der deutschen Schuler AG Steine in den Weg legen. Der Investor, der sich nach dem Bekanntwerden der Übernahme mit zehn Prozent (rund 60 Mio. Euro) bei Schuler eingekauft hat, hält die gebotenen 20 Euro je Aktie für zu niedrig – und warnt den Vorstand davor, den Aktionären die Annahme des Angebots zu empfehlen.
Ende Mai hatte Andritz angekündigt, den deutschen Metallpressenhersteller übernehmen und in die eigene Metalldivision eingliedern zu wollen. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 590 Mio. Euro. Neben der VA Tech Hydro ist das der größte Zukauf des ATX-Schwergewichts.
Elliott Management kritisiert, die gebotene Summe liege „deutlich unter dem wahren Wert des Unternehmens“. Vergleichbare Firmen würden an der Börse mit mehr als dem Sechsfachen des für 2012 erwarteten Gewinns gehandelt, während Andritz nur das 5,3-Fache biete. Die für 2014 geplanten Umsätze würden nach Analystenschätzungen zudem schon dieses Jahr erreicht.
Übliche Strategie des Investors
Diese Strategie des Hedgefonds ist nicht unbekannt. Er kauft sich öfter in laufende Übernahmeprozesse ein und spekuliert oder drängt auf ein höheres Angebot. Auf ähnliche Weise hatte sich der Investor bereits beim Kranbauer Demag Cranes und beim Elektronikhersteller Medion engagiert.
Allerdings hat der Hedgefonds im Fall von Andritz nur wenig Druckmittel. Die Steirer besitzen bereits 63,5 Prozent an der deutschen Schuler AG. Eine Beteiligungsschwelle, die erreicht werden muss, damit das Angebot gilt, haben sie nicht gesetzt. Jedoch kann Andritz erst mit mehr als 75 Prozent der Anteile einen Beherrschungsvertrag abschließen, der dem Konzern Zugriff auf die Finanzmittel von Schuler gibt.
Am Donnerstag wird die Stellungnahme des Schuler-Vorstandes erwartet, die er zu dem Angebot abgeben muss.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2012)

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