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Trotz Krise: Euro als Reservewährung (noch) robust

11.07.2012 | 13:45 |   (DiePresse.com)

Der Anteil des Euro an den Weltwährungsreserven sank im Vorjahr nur um 0,4 Prozentpunkte auf 25 Prozent. 2012 könnte sich das aber ändern.

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Die Schuldenkrise kann der internationalen Bedeutung des Euro als weltweit zweitwichtigster Reservewährung bisher kaum etwas anhaben. Wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Jahresbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) zur internationalen Rolle des Euro hervorgeht, sank der Anteil der europäischen Gemeinschaftswährung an den Weltwährungsreserven im vergangenen Jahr trotz der Eskalation der Krise in Europa nur um 0,4 Prozentpunkte auf 25 Prozent.

Allerdings deutet sich nach Darstellung der EZB an, dass sich dieses Bild im laufenden Jahr ändern könnte, da die Skepsis gegenüber dem Euro wegen der Schuldenkrise global zugenommen hat. Erste Beweise dafür finden sich in jüngsten IWF-Daten zu den Weltwährungsreserven im ersten Quartal. In diesem Zeitraum, in dem sich in der Euro-Zone nach zwei Zinssenkungen der EZB und zwei massiven Liquiditätsspritzen der Notenbank die Krise etwas beruhigte, nahm der Anteil des Euro an den Reserven gut einen halben Prozentpunkt ab. Keine Daten sind bisher für das zweite Quartal verfügbar, in dem sich die Schuldenkrise wieder massiv zuspitzte.

Chinesische Währung wird Yen überholen

2011 hingegen scheint für den Euro noch eine beinahe heile Welt geherrscht zu haben - allerdings mit abnehmender Tendenz. So stieg der Anteil des Euro an Transaktionen im weltweiten Devisenhandel binnen Jahresfrist um 1,5 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent, während der Anteil der in Euro begebenen Schuldpapiere um 1,3 Prozentpunkte zurückging. Auch das Interesse der in Euro begebenen Wertpapiere, vor allem an Staatsanleihen in Euro, ging zurück. Von dieser Entwicklung waren besonders die Problemstaaten in der Euro-Peripherie betroffen, weniger die Kernländer wie etwa Deutschland.

Der Euro steht mit einem Viertel der weltweiten Reserven, die hauptsächlich von Notenbanken und Staatsfonds gehalten werden, an Nummer zwei hinter dem US-Dollar. Immer stärker wird dem EZB-Bericht zufolge der chinesische Renmimbi, der sich anschickt, auf absehbare Zeit den japanischen Yen als drittwichtigste Reservewährung abzulösen. Insgesamt betrugen die globalen Währungsreserven nach Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) im vergangenen Jahr 10,2 Billionen US-Dollar. Allerdings sind die Daten unvollständig, vor allem was die Zusammensetzung der Reserven angeht, weil einige wichtige Notenbanken in Asien keine Zahlen veröffentlichen.

(APA/Reuters)

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3 Kommentare
Gast: jung und interessiert
11.07.2012 19:01
0 0

Frage

Hallo, ich bin 18 Jahre alt und kenne mich nicht wirklich gut in Währungsthemen aus.

Dazu meine Frage: Was sagt dieser Artikel aus?
Was können mögliche Folgen für den Verlust von Anteilen des Euro an den Weltwährungsreserven sein? Ist das schlecht für die Erhaltung unseres Wohlstands?

Danke im Voraus.

Gast: Fprester
11.07.2012 17:50
0 0

Andere Sichtweise

Die gesamten Devisenreserven weltweit betrugen im ersten Quartal 2011 9640 Mrd. US$. 25% davon seien Reserven in Euro, also rund 2400 Mrd. US$ oder 2000 Mrd. Euro. Die Schweiz hat derzeit Devisenreserven von rund 250 Mrd. Euro, die sie liebend gerne wieder los hätte. Sie musste diese Euro zur Stützung desselben resp. zur Bremsung des Höhenflugs des Schweizer Frankens herein nehmen. Ohne diesen Euro-Berg der Schweiz läge der Anteil der Devisenreserven in Euro deutlich tiefer. Auch andere Fluchtländer mussten aus dem gleichen Grunde Euro aufnehmen.

Und genau diese 25 % sind es !

Mehr duldet die Wall Street einfach nicht !! Und schon gar nicht duldet sie Öl-Notierungen in € !!