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Libor: Banken drohen Milliardenstrafen

13.07.2012 | 18:29 |   (Die Presse)

Laut einer aktuellen Studie könnten die am Libor-Zinskartell beteiligten Banken bis zu 22 Milliarden Dollar an Strafen und Schadenersatz zu zahlen haben.

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Wien/Jil/Ag. Der Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze kann für die beteiligten Banken richtig teuer werden. Analystenschätzungen zufolge drohen zahlreichen Instituten teils milliardenschwere Strafen und Schadenersatzforderungen. Ermittelt wird gegen mehr als zehn Großbanken, die an der Erstellung des Interbanken-Zinssatzes Libor beteiligt sind. Darunter sind so illustre Namen wie JP Morgan, HSBC oder Citigroup. Die britische Barclays hat den Betrug bereits zugegeben und einen Vergleich in der Höhe von 363 Mio. Euro geschlossen.

Eine aktuelle Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley kommt nun auf mögliche Strafzahlungen von insgesamt 22 Mrd. Dollar (18,1 Mrd. Euro), die die am Zinskartell beteiligten Banken schlimmstenfalls zahlen müssten. Dabei nahmen die Analysten die Summe von umgerechnet 450 Mio. Dollar als Basis, die britische und US-amerikanische Aufsichtsbehörden der Barclays Bank aufgebrummt hatten. Allerdings schränkten die Experten ein, ihre Schätzungen seien nur „grob“.

 

Geithner warnte BoE schon 2008

Neben Barclays stehen weitere Banken aus Europa, den USA und Asien im Visier der Aufsichtsbehörden, darunter auch die Deutsche Bank. Die finanziellen Belastungen für die Frankfurter könnten sich nach Schätzungen der Morgan-Stanley-Analysten auf 1,04 Mrd. Dollar belaufen. Es sei die zweithöchste Summe unter allen Banken, stellte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg fest, nur übertroffen von der Royal Bank of Scotland mit 1,06 Mrd. Dollar.

Wie am Freitag bekannt wurde, drängten die USA offenbar bereits vor vier Jahren die Bank of England (BoE) zu Änderungen bei der Festsetzung des Londoner Interbanken-Zinssatzes Libor. US-Finanzminister Timothy Geithner empfahl schon im Juni 2008 als damaliger New Yorker Regionalchef der Notenbank Federal Reserve dem BoE-Chef Mervyn King in einem privaten E-Mail sechs Möglichkeiten, um die Glaubwürdigkeit des Libor-Satzes zu stärken. Die BoE reagierte damals nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2012)

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1 Kommentare
Gast: Geldschöpfung betrachten! Nicht nur die Umverteilung anschauen!
13.07.2012 22:44
5 1

...am Libor-Zinskartell beteiligten Banken bis zu 22 Milliarden Dollar an Strafen und Schadenersatz zu zahlen haben

- wen soll dies beruhigen? - dies ist ja nur ein oberflächlicher Schritt.

Dank der Politdarsteller darf der Bürger dann wahrscheinlich die 22Mrd.€ zahlen, da die Banken es von diesem direkt oder indirekt holen: Die Politdarsteller erlassen ein Gesetz, die Banke(nbesitze)r holen sich das zu bezahlende Geld entweder
a) indirekt: weil der Staat Banken wieder retten "darf" und dank Politdarsteller wird (-> Staat = Bürger haftet, zahlt über Steuern, Steuererhöhung, Geldentwertung oder Zwangsenteigung)
b) direkt: Kontenoführungskosten etc.

Echte Politiker sollen und werden die Geldschöpfung in privater Hand hinterfragen.
Es kann nicht sein, dass Volksvertreter wenigen die Möglichkeit der Geldschöpfung ermöglichen, diese dann die Staaten und das Volk konstant in Geisel nehmen und Politdarsteller das Volk konstant an der Nase herumführen.

Politdarsteller wacht einmal auf, bevor das Volk aufwacht! Ihr werdet früher oder später von echten demokratisch gewählten Volksvertretern ohnehin abgelöst werden und die Sieger werden die Geschichte über Euch objektiv schreiben, nachdem Ihr davor per Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen worden seid!