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Immobilienblase: Sloweniens Banken in ernsten Nöten

16.07.2012 | 18:39 |  CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

Slowenien entpuppt sich zusehends als Spanien Osteuropas. Das staatliche slowenische Wirtschaftsinstitut geht davon aus, dass die Banken in Summe sechs Milliarden Euro an Problemkrediten in ihren Büchern haben.

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Wien/Ljubljana. Die slowenischen Banken brauchen mehr Geld: Eine von der Regierung angeordnete Überprüfung hat nun ergeben, dass die „Nova Ljubljanska Banka“ (NLB) auf faulen Krediten von 1,5 Mrd. Euro sitzt. Zur Abdeckung der Risken ist ein Kapitalbedarf von weiteren 500 Mio. Euro erforderlich. Bereits Ende Juni musste der Staat bei der NLB über 380 Mio. Euro zuschießen.

Die Probleme bei der „Nova Ljubljanska“ sind kein Einzelfall: Das staatliche slowenische Wirtschaftsinstitut geht davon aus, dass die Banken in Summe sechs Mrd. Euro an Problemkrediten in ihren Büchern haben.

 

Kandidat für Rettungsschirm?

Die Regierung hat daher veranlasst, dass auch die Geschäfte des zweit- und drittgrößten Instituts, der „Nova Kreditna Banka Maribor“ und der Abanka, unter die Lupe genommen werden. Damit soll geklärt werden, wie viel Geld diese Institute brauchen. Auf den Finanzmärkten wird Österreichs Nachbarland bereits als nächster Kandidat für den Euro-Rettungsschirm gehandelt. In der Vorwoche sind die Renditen für zehnjährige slowenische Staatsanleihen vorübergehend über die kritische Marke von sieben Prozent gestiegen. Laut Berechnungen der Ratingagentur Fitch könnte die Sanierung des slowenischen Finanzsektors bis zu drei Mrd. Euro kosten. Das wäre für das nur zwei Mio. Einwohner zählende Land eine enorme Herausforderung.

Doch die Regierung in Ljubljana versichert, dass sie kurzfristig ohne ausländische Hilfe auskommen wird. Auch die EU-Kommission bemüht sich um eine Beruhigung der Situation. Ein Sprecher sagte am Montag, man erwarte keinen Hilfsantrag von Slowenien. Allerdings hatte der slowenische Finanzminister Janez Šušteršič in der Vergangenheit eine ausländische Unterstützung nicht ausgeschlossen, sollte sich die Lage bei den Banken verschlechtern. Die Analysten von Raiffeisen Research in Wien gehen davon aus, dass Slowenien um ein Hilfsgesuch nicht herumkommen wird, falls die Zinsen für die Staatsanleihen nicht unter fünf Prozent sinken.

Zur Bewältigung der Krise prüft die slowenische Regierung nun die Gründung einer riesigen „Bad Bank“ – diese soll die faulen Kredite der staatlichen Finanzinstitute übernehmen.

 

Viele Parallelen zu Spanien

Slowenien weist viele Ähnlichkeiten zu Spanien auf. In beiden Ländern ist nicht die Staatsverschuldung, sondern der Finanzsektor das Problem. Dabei war Slowenien lange Zeit ein Musterland und wurde 2004 als erste Teilrepublik des ehemaligen Jugoslawiens in die EU aufgenommen.

Nach dem EU-Beitritt setzte ein Bau- und Immobilienboom ein. Dieser war mit einer exzessiven Kreditvergabe durch die Banken verbunden. Die Blase platzte mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Seit 2008 gingen führende slowenische Baufirmen in Konkurs. Die faulen Kredite stiegen auf ein Rekordniveau. Die Situation dürfte sich weiter verschlimmern, denn auch für 2012 sagen Wirtschaftsforscher eine Rezession voraus.

Österreichs Finanzkonzerne sind von der dortigen Krise nicht so stark betroffen, denn bei den meisten slowenischen Banken gibt der Staat den Ton an. Glück hatte Erste-Bank-Chef Andreas Treichl. Er bemühte sich einst um einen Einstieg bei der „Nova Ljubljanska Banka“ (NLB), doch zum Zug kam die belgische Finanzgruppe KBC. Die Belgier sind jetzt an der NLB mit 25 Prozent beteiligt und wollen den Anteil loswerden.

Probleme in Slowenien gab es bei der Hypo Alpe Adria, die im Vorjahr bei der dortigen Tochter wegen umstrittener Geschäfte fast das gesamte Führungsteam auswechselte. Auch am Wochenende gab es in Slowenien Razzien im Zusammenhang mit früheren Hypo-Mitarbeitern. Die Ermittler haben dabei Geldtransfers nach Liechtenstein im Visier. Die Betroffenen bestreiten alle Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Kärntner Sparkasse teilte am Montag mit, dass im Dezember bei der Slowenien-Tochter der langjährige Vorstandschef Josef Laussegger ausscheiden wird. Ein Grund für den Abgang wurde nicht genannt. Die Sparkasse hatte 2011 in Slowenien einen Verlust von 800.000 Euro erwirtschaftet, nach einem Minus von neun Mio. Euro im Jahr zuvor.

Die Raiffeisen Bank International machte in Slowenien im Vorjahr einen Verlust von sechs Mio. Euro. Im ersten Quartal 2012 war das Ergebnis ausgeglichen. Die Bank Austria konnte dagegen 2011 trotz der Krise den Vorsteuergewinn um 13,8 Prozent auf 18 Mio. Euro steigern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2012)

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44 Kommentare
 
12
Gast: _warum_
17.07.2012 18:02
3 0

gibts nicht! slwenien ist doch musterschüler...

...wie irland, malta, zypern usw...oder hab ich mich da geirrt?

Gast: aaa
17.07.2012 17:18
0 1

janez jansa

all die Probleme liegen in der konservativen Regierung
in 2006 ,2007 und 2008

Gast: sentiyx
17.07.2012 15:37
4 0

lügen wohin man schaut

es ist noch nicht so lange her, da überschlugen sich die pressemeldungen in bezug auf den beitritt sloweniens in die eu. slowenien sei das herzeige land aller beitrittswilligen ländern. bestens vorbereitet und alles paletti. jetzt bettelt slowenien, dass sie unter dem rettungsschirm schlümpfen darf. so wird in der eu gelogen, dass sich die bretter biegen.

Gast: BauerBauer
17.07.2012 13:57
0 0

Ackerland statt Ackermann

Das ist der Link zur Krisenerklärung durch Peak Oil:
www.youtube.com/watch?v=UvyHZhYjFwQ

Gast: BauerBauer
17.07.2012 13:01
0 0

Ackerland statt Ackermann

Die Antwort auf Peak Oil für Investoren ist Farmland statt Büro- und Geschäftsimmobilien.
Die Immokrise kommt von den USA über Spanien doch auch zu uns. In diesem Video ist alles genau erklärt:
http://www.youtube.com/watch?v=UvyHZhYjFwQ
" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=UvyHZhYjFwQ


0 0

Re: Ackerland statt Ackermann

Stimmt, die Preise für Agrarprodukte steigen ziemlich stark an, sind aber historisch noch immer sehr tief.

Agrarland kann man auch bei uns bald wieder rentabel bewirtschaften.


Sloweniens Banken in ernsten Nöten

Nicht in "ernsten" sondern in "ersten". Das sind ja noch Peanut-Beträge. Teuer wird´s wie gewöhnlich erst, wenn die Wahrheit rauskommt. Erfahrungsgemäss dauert´s also noch ein paar Wochen, bis die Summen plötzlich deutlich grösser werden.


Auch so ein Afrika in Europa

warten auf Spenden ...

wenn man wartet "kann" man nicht arbeiten ...

Gast: hereinspaziert
17.07.2012 10:19
7 2

Hereinspaziert, Ihr Glücksritter! Österreich hat genug Geld für die ganze Welt!

Alle Länder bis auf Österreich und Deutschland sollen unter den Rettungsschirm!

Ob Österreich 100 Milliarden oder 100 Billionen Staatsschulden hat, ist auch schon egal. Zurückzahlen kann das längst niemand mehr.

Der ehemalige Ostblock ist sehr schlau. Zuerst nimmt er unsere Transferzahlungen (Österreich war immer ein EU-Nettozahler, der Ostblock immer ein Nettoempfänger) und "wirbt" mit den dadurch möglichen Steuervorteilen unsere Industrie ab. Bei uns steigen Arbeitslosigkeit und Kriminalität, während in Rumänien und Co. die Luxuskarossen ihre Runden drehen. Und wenn diese Schiene ausgelutscht ist, kommen sie eben mit dem Rettungsschirm.

Zum Glück gibt es seit dem EU-Beitritt kein österreichisches Regime mehr, das auch nur eine Sekunde lang an das Wohl des eigenen Volkes denkt.

Macht nur weiter so, wir sind gerne Masochisten!

Gast: TassemitTee
17.07.2012 10:18
5 0

wir können nur froh sein

dass die euro-blase noch geplatzt ist, bevor die ganzen ostblock-länder den euro eingeführt hätten. dann wäre es nämlich wirklich vole in den abgrund gegangen. denn das muster war und ist immer das gleiche: neues, unterentwickeltes land in die eu aufnehmen, von ausländisches konzernen ausbeuten lassen, euro einführen, billiges geld reinpumpen um "nachfrage" anzkurbeln.........und am ende bleiben milliarden uneinbringlich zurück, die dann steuerzahler aus deutschland, österreich und skandinavien übernehmen "dürfen". dieser ganze wahnwitz muss ein ende haben, jetzt warten schon kroatien, serbien&co auf den beitritt, wo soll das alles noch hinführen??


Gast: Nebelkerzerl
17.07.2012 09:36
2 0

Systemfehler


In einem System, in dem Banken dank göttlicher Fügung und Beihilfe des Gesetzgebers aus dem Nichts Geld schöpfen können, und für diese aus dem Nichts geschöpften Kredite notfalls die Allgemeinheit zur Tilgung "fauler" Kredite heranziehen kann, einem schleimige Politmarionetten was von "Rettung" vorkaspern, die Medien die breite Bevölkerung nicht über die Grundlagen der Geldschöpfung aufklären - tolle Demokratie.

Die Fassade bröckelt jetzt jeden Tag mehr und mehr, und dahinter ist der alte Moder.

Gast: Eusebius
17.07.2012 09:30
6 0

Immer dasselbe Muster

Die Konvergenz wird nicht gestimmt haben, das ist sehr wahrscheinlich.
Mit dem Euro kamen die niederen Zinsen, mit den niederen Zinsen kam der Bauboom und nach einiger Zeit kracht es. Wie lange kann das noch funktionieren?
Nicht mehr lange.......

Osteuropa?

Sehr geehrter Herr Höller!
Ist Ihnen schon der Gedanke gekommen, daß Slowenien südlich von Österreich liegt und damit nicht – wie etwa Weißrußland oder die Ukraine – zu Osteuropa gehören kann?

Antworten Gast: Messalina-C
17.07.2012 09:13
3 2

Re: Osteuropa?

aber Slowenien gehörte zum Osttblock

Antworten Gast: Halbwissen
17.07.2012 08:57
3 3

Re: Osteuropa?

Und trotzdem gehört es zu Osteuropa !

Ist ja keine geographische, sondern eine historisch / politische Einteilung.

Gast: from another point of view
17.07.2012 08:04
7 0

Schön dumm!

Wer sich in den letzten Jahren in SLO und CRO umgesehen hat wird folgenden Eindruck haben: Jede Menge sehr teurer Yachten, Häuser, Autos, etc.
Wer hat das alles (noch nicht) bezahlt? Offensichtlich eine gigantische Umverteilung!
Dumm ein jeder, der in diesen Ländern nicht kräftig investiert hat, denn zahlen müssens eh andere!

Gast: Hans M..
17.07.2012 07:39
8 0

Und immer wieder die Banken

Es muss endlich mit dieser Bankenrettung ein Ende haben. Oder wollen wir bis in alle Ewigkeit diese Pleitebanken retten? Zumal die Reichen nicht einmal bereit sind ihr eigenes Vermögen zu retten. Wir haben eine Einlagensicherung von 100.000 Euro,also pleite gehen lassen. Gebt uns unsere soziale Marktwirtschaft wieder zurück.
Gilt eigentlich die Schuldenbremse bei der Bankenrettung nicht?

Re: Und immer wieder die Banken

Und wer zahlt diese 100.000,-- Euro? Na?

Antworten Antworten Gast: Hans M..
17.07.2012 09:47
2 0

Re: Re: Und immer wieder die Banken

Schauen Sie nach Island. Da hat man sogar die verantwortlichen Politiker und Bankster eingesperrt und das Land steht besser als je zuvor da ohne diese kranken Pleitebanken.

Re: Re: Und immer wieder die Banken

Werfen Sie einen Blick auf´s Beispiel SWE. Die haben das auch gelöst. War nachweislich billiger als unser Ansatz.

Antworten Antworten Gast: Hans M..
17.07.2012 08:40
2 0

Re: Re: Und immer wieder die Banken

Ja der Steuerzahler oder wer denn sonst? Immer noch billiger als auf Lebzeiten Pleitebanken zuretten. Vor allem ist es ja nicht so das die Banken gar nichts mehr haben. Das muss man halt herziehen für die kleinen Sparer den Rest müssen halt wir drauf zahlen nützt ja nichts. Obwohl 100.000 Euro sehr hoch angesetzt sind die Hälfte würde es auch tun.

Gast: Rettettetten
17.07.2012 03:30
6 0

könnte es bald in Europa

knattern, wenn die Polit-Dumpfbacken nicht bald Währungsgeschichte und Geldtheorie lernen werden.

vorbild slowenien

die so vorbildlichen slowenen schulden meiner familie ca . 40000 euro ohne zinsen!!!! in der damaligen zentralsparkasse eingezahlt so zu sagen im herzen wiens aber trotzdem geben die uns das geld nicht!!! wenn die vorbildlich sind das alles gute für die eu!!!

Re: vorbild slowenien

was bitte genau meinen sie?

 
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