19.06.2013 03:12 Merkliste 0

HSBC: "Durch und durch verseuchte Unternehmenskultur"

17.07.2012 | 14:45 |   (DiePresse.com)

Terrorismus, Drogen, Geldwäsche: Der US-Senat wirft der Großbank in einem scharf formulierten Bericht vor, das Finanzsystem für Milliarden Dollar verdächtiger Herkunft geöffnet zu haben. HSBC entschuldigte sich und sagte Besserung zu.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der US-Senat hat am Montag in einem Bericht der internationalen Großbank HSBC die Öffnung des Finanzsystems für Terroristen, Drogendealer und Geldwäscher vorgeworfen. Die Unternehmenskultur sei seit langem "durch und durch verseucht", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus dem scharf formulierten Bericht. Die Senatoren kamen zu dem Schluss, dass die HSBC-Zentrale in London ihren Filialen in Ländern wie Mexiko, Bangladesch und Saudi-Arabien erlaubt hat, Milliarden Dollar verdächtiger Herkunft ohne hinreichende Kontrollen in die USA zu schleusen.

HSBC habe ihre US-Filialen als "Einfallstor in das amerikanische Finanzsystem" benutzt und dabei zahlreiche US-Regelungen missachtet, sagte der Ausschussvorsitzende Carl Levin. "In Zeiten des internationalen Terrorismus, der Drogengewalt auf unseren Straßen und der organisierten Kriminalität ist es eine unbedingte Notwendigkeit der nationalen Sicherheit, den illegalen Geldfluss, der solche Scheußlichkeiten unterstützt, zu stoppen", meinte Levin.

HSBC verspricht einheitliche Standards

HSBC entschuldigte sich und sagte Besserung zu. In einer "Ära des internationalen Terrorismus, der Drogengewalt auf den Straßen und der organisierten Kriminalität" sei es zwingend, gegen illegale Geldflüsse vorzugehen, die solche Verbrechen finanzierten, erklärte Senator Carl Levin. HSBC habe ihre Filiale in den USA unter Umgehung der Regeln des Bankensystems genutzt, um anderen Zweigstellen Zugang zum US-Finanzmarkt zu geben. Levin warnte, dass die Aufsichtsbehörden darüber nachdenken müssten, der Bank die Lizenz zu entziehen, wenn sie ihre eigenen Filialen nicht richtig kontrolliere.

HSBC reagierte umgehend. "Wir gestehen ein, dass wir in der Vergangenheit manchmal die Standards nicht eingehalten haben, die Kontrolleure und Kunden erwarten", erklärte die Bank. Sie entschuldige sich für diese Fehler und versichere, die Verfehlungen zu korrigieren. Zudem sagte die Bank zu, sich bei einer Anhörung am Dienstag dem Senat zu stellen. In Zukunft würde für alle Filialen weltweit ein einheitlicher Standard gelten, der sich an dem höchsten geltenden Standard orientiere, versicherte die Bank.

(APA/AFP/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

14 Kommentare

Tut mir leid ..

Das mach ich morgen. I geh in meine Bank, steig der Schalter-Tussi auf die Füß, verlang an Patzn Dollars, kane Euro, bin ja nicht deppert, geh. Dann tu i mi entschuldigen, sag, dass i manchmal a Fehlverhalten an den Tag leg und gelob umgehend Besserung, dann passts. Wahnsinn, wieso bin i da nicht schon früher drauf gekommen. Im Aldi geht des sicher a. Tut leid, heut zahl i nicht, Fehlverhaltn, Besserung, passt.

Gast: aitschsbisi
17.07.2012 21:21
0 0

am Radarschirm der Amerikaner, oder man reizt keinen Riesen ungestraft

Firmen die zu erfolgreich sind, werden von den Amerikanern zurechtgestutzt.
So erging es Toyota, als sie ansetzten die größte Autofirma der Welt zu werden. Oder UBS als sie die größte Investmentbank der Welt werden wollte.
Auch HSBC, die mit ihrem hohen Asienanteil mit Bravour durch die Krise gekommen ist und an Größe jede amerikanische Bank überragt, könnte den Neid erweckt haben und im Fadenkreuz sein.

Jetzt heißt es -klein machen-bescheiden sein-zurückrudern-nicht auffallen-entschuldigen-zahlen.


Und sonst????

Geht jemand ins Gefängnis????Mehr und mehr versteht man warum sich gerade die Briten so vehement gegen jede Kontrolle des Bankensektors wehren- würde man einmal wirklich genau kontrollieren und sanktionieren könnte London zusperren...........

1 0

Man kritisiert HSBC,

aber die eigenen Banken, die geradezu offensichtlich kriminell in den USA agieren, lässt man unbehelligt ??

uiuiui, ja wir schämen uns ja so

und geloben besserung! glaubt ihr es ja eh alle? gut, dann kanns ja weitergehn...

Gast: Levinbeobachter
17.07.2012 16:30
3 0

Herr Levin liebt nur die eigenen Verbrecher

Wo komm ma da hin, wenn alien Banken sich so wie amerikanische benehmen? Das geht aber wirklich nicht! Alien raus!

Die Bank hat sich entschuldigt!

Ach wie nett!

0 0

Re: Die Bank hat sich entschuldigt!

. . . was sind das für Gesetze?
Unverständlich, dass Banken gegebenenfalls nicht die Lizenz entzogen wird.

Banken dürften keine grenzüberschreitende Dependancen haben.

Gast: Hammvieh
17.07.2012 15:28
2 0

"Milliarden Dollar verdaechtiger Herkunft"

Ja, die FED ist nicht ganz koscher.

Ursache der Krise sind Korruption und Organisierte Kriminalität.

Kristallisiert sich immer stärker heraus.

Antworten Gast: Hans im Glück
17.07.2012 15:19
3 0

Re: Ursache der Krise sind Korruption und Organisierte Kriminalität.

Die staatlich organisierte Kriminalität...
wie steht es damit?


Re: Re: Ursache der Krise sind Korruption und Organisierte Kriminalität.

do not steal !
- the government hates competition

Gast: Schnauze voll
17.07.2012 10:50
6 0

Und ich dachte immer

die italienische Mafia wäre die richtige Mafia. So kann man sich täuschen. Wie lange werden sich die Völker der Erde das noch gefallen lassen? Weil Staaten kann man ja nicht mehr sagen den die Politiker sind doch nur die Handlanger dieser Bankenmafia.
Gott sei Dank kommt der ESM und Fiskalpakt dann können sie Gott spielen dann müssen sie nicht einmal mehr Politiker kaufen.

Gast: pan-tora
17.07.2012 10:16
6 0

die kurzfassung!

die bank wurde ertappt - jetzt wird nach alternativen zu dieser masche gesucht und weiter gehts!