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Das Internet bringt nur Verluste

20.07.2012 | 18:21 |   (Die Presse)

Während Google mit Onlinewerbung Kasse macht, stürzt dasselbe Geschäft Microsoft erstmals seit 1986 in rote Zahlen. Mit dem Rücken zur Wand setzt Ballmer radikale Schritte.

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Wien/Auer. Erfolg und Misserfolg liegen im Internet eng nebeneinander. Während der Suchmaschinengigant Google im letzten Quartal fast drei Milliarden Dollar mit Online-Werbung einspielen konnte, legte der Konkurrent Microsoft mit genau dem gleichen Geschäft eine Bruchlandung hin.

Erstmals seit dem Börsegang im Jahr 1986 rutschte das Softwarehaus im vergangenen Quartal mit einem Minus von 492 Millionen Dollar in die roten Zahlen. Schuld daran ist just der Versuch von Microsoft-Boss Steve Ballmer, dem Konkurrenten das digitale Werbegeschäft streitig zu machen. Vor sechs Jahren legte er 6,3 Milliarden Dollar für die Online-Werbefirma aQuantive auf den Tisch.

 

Online-Geschäft ist kein Geschäft

Es war der bis dahin größte Zukauf des Unternehmens. Den Vorsprung von Google konnte Microsoft aber auch mit diesem Batzen an Geld nicht verringern. Heuer wird die Suchmaschine in den USA rund 15 Milliarden Dollar Nettoumsatz mit Onlinewerbung in den USA machen, schätzen die Marktforscher von Emarketer. Microsoft muss sich mit 1,4 Milliarden begnügen. Nun musste auch Ballmer die Attacke für gescheitert erklären und sechs Milliarden Dollar auf die Werbefirma abschreiben. Ein herber Schlag für die gesamte Online-Sparte. Die Suchmaschine Bing, das Webportal MSN, das Onlinevideospiel Xbox Live: Sie alle sind mehr (Xbox) oder minder (Bing) erfolgreich, hängen finanziell aber gleichermaßen von sprudelnden Werbegeldern ab. Da die Anzeigenerlöse aber ausbleiben, verbrennt Microsoft seit 2006 in jedem einzelnen Quartal mit seinem Internetgeschäft Geld (siehe Grafik).

Das Unternehmen hatte die Abschreibung schon Anfang Juni angekündigt, entsprechend gefasst reagierten die Investoren. Die Aktie stieg leicht. Immerhin kann sich Microsoft-Chef Ballmer auf seine Goldesel verlassen: Dank starker Verkaufszahlen bei der Bürosoftware Office und einem stabilen Geschäft mit Unternehmens-Servern legte der Umsatz im Gesamtjahr auf 73,7 Milliarden Dollar zu, der Gewinn lag bei knapp 17 Milliarden Dollar.

Doch Ballmer weiß, dass stabile Umsätze zu wenig sind, um ihm langfristig den Job zu sichern. Längst schon fordern Großaktionäre unverhohlen den Abgang des Nachfolgers von Bill Gates. Sie will der Manager nun mit einer Extradosis Elan überzeugen. Es gibt kaum einen Stein im Konzern, den Ballmer auf dem anderen lässt.

 

Ballmer bricht mit Traditionen

Das Herzstück, das Betriebssystem Windows, wird ebenso runderneuert und für die neue Zeit fit gemacht wie Office selbst. Wenn die Programme im Herbst auf den Markt kommen werden, sollen sie für den Computer genauso tauglich sein wie für mobile Geräte mit berührungsempfindlichen Bildschirmen. Denn während Private immer seltener zu klassischen Computern greifen, steigen die Verkaufszahlen von Smartphones und Tablets in ungeahnte Höhen.

Derzeit profitiert Microsoft davon herzlich wenig. Um das zu ändern, hat der Konzern vor wenigen Wochen noch einen zweiten radikalen Schritt angekündigt: Da es mit den bisherigen Gerätepartnern im mobilen Geschäft nicht so recht klappen will, baut Microsoft künftig neben dem Betriebssystem auch die Hardware erstmals selbst. Noch im Herbst sollen zwei Surface-Tablets auf den Markt kommen.

Sollte es Microsoft nicht gelingen, endlich im mobilen Internet Fuß zu fassen, ist wohl auch der Kampf um die digitalen Werbegelder endgültig verloren.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)

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23 Kommentare
Gast: gast:1
23.07.2012 12:32
0 0

ich bin sicher...

...dass der Großteil der Leser die Grafik da oben so miss-interpretiert, dass es das Gesamt-Ergebnis von Microsoft wäre...

Es ist aber nur das Ergebnis der Online-Sparte, sonst nix.

Gast: M$beobachter
23.07.2012 10:37
0 2

Wer ist Mirco-Soft?

Ah, das war eine Firma, die kurz nach Digital Equipment pleite gegangen ist. SIe war nicht einmal faehig, ein einziges Hardwareprodukt herzustellen, kopierte daher nur das Design von Software anderer, und wurde, aehlich wie die Printmedien, vom Internet voellig ueberrascht.... Und ihr Gruender? Der verwendet seien Milliarden zur weltweiten Abtreibungsfoerderung.

2 2

Die Luft ist draußen.

Microsoft ist und wird nie ein richtiger Internetkonzern, den Zug haben sie schon in den 90ern verpaßt, als sie, sie üblich, das INternet abwürgen und durch eigene, properitäre Produkte ersetzen wollten. Das ist ihnen schon damals nicht gelungen und sie mußten ihr Netzwerk zähneknischend im Internet integrieren.
Microsoft kann froh sein, wenn ihnen die Office-Schiene erhalten bleibt, die ist derzeit (noch) eine Cash-Cow.

Gott sei Dank

schreibt MS wenigstens mit der Internetsparte Miese.

Die Quasimonopolstellung im Betriebssystem und Office-Sektor ist ohnedies zum Kotzen. Es lebe Apple, Linux, Android

5 0

wenn ich 6,3 Mrd in den sand setze...

...und ich noch immer ein Ergebnis von nur -400 Mio mache - dann ist meine cashflow basis aber sowas von hervorragen!!!!!

Gast: Aladin…
20.07.2012 12:46
0 1

Weil Reiche immer früher informiert werden als Arme,

hat Warren Buffet und sein Freund Bill Gates zur Jahrtausendwende massiv in Silber investiert. Damals ist die Unze zu Preisen zwischen zwei und vier Dollar gehandelt worden. Heute schwankt sie zwischen 25 – 45 Dollar: Verkaufen, ins Unternehmen einbringen, so einfach ist das! Der Tiefststand heute ist bis zu diesem Zeitpunkt bei 27,02 Dollar/Ounce gewesen, was eigentlich keiner schlechten Wertsteigerung entspricht zumal Gold im Jahr 2000 zu 300 Dollar zu haben gewesen ist und dann auf verhältnismäßig nur 1889,70 Dollar/Ounce gestiegen ist.

Re: Weil Reiche immer früher informiert werden als Arme,

deswegen sind ja reiche Leute reich und arme Leute arm, weil die einen haben einen informationsvorsprung und die anderen eben nicht. das ist eben der Unterschied zur linken Wohlstandsgesellschaft die uns klarmachen will das es am besten ist wenn keiner mehr informiert ist, damit alle zu richtigen Koffern werden
also die einen sind die gescheiten und die (vorwiegend linken)Massen sind die dödln

so funktioniert das leben eben

Scheibe

Microsoft im Minus und die Erde ist eine Scheibe - mal unterscheiden zwischen Verlust und die Erwartungen der Börse nicht erfüllen


Ganz einfach : zuviele Mitarbeiter die zuviel verdienen.

Solange der Konzern recht einfach aufgebaut war und die Struktur überschaubar blieb gab´s Gewinne. Seit einiger Zeit sind dort aber regelrechte Seilschaften eingezogen und das vermehrte das Personal.
Fünfzig Prozent rausschmeissen und es läuft wieder.

Re: Ganz einfach : zuviele Mitarbeiter die zuviel verdienen.

Wer nicht weiß was eine einmalige Abschreibung ist, sollte nicht zu Wirtschaftsthemen posten - und schon gar nicht irgendwelche "ganz einfache" Lösungen mit Milchmädchenrechnungen posten.

Ohne diese einmalige Abschreibung wäre das nämlich ein weiteres Rekord-Quartal mit Rekord-Gewinn gewesen.

Gast: Volksverrat
20.07.2012 11:02
6 2

Der Anfang vom Ende?

Mit Microsoft geht es schon eine Weile bergab.. Frag mich wirklich, wie man es schafft als ein so großes Unternehmen kontinuierlich so viele Dummheiten und Totgeburten zu produzieren und aus diesen dann anscheinend auch noch nichts zu lernen..

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Re: Der Anfang vom Ende?

Microsoft hat bis jetzt am Ende immer alles richtig gemacht. Bei aller Kritik, wie sich die vor allem früher aufgeführt haben, aber mit Microsoft geht es alles andere als bergab.

Re: Der Anfang vom Ende?

Sinnerfassend lesen ist nicht so deine Stärke?
Oder brauchtest du nur Platz, um dein generisches und besserwisserische Gesudere anzubringen?

Na, MS vergoldet den MitarbeiterInnen...

...auch das Leben und zockt bei den Geschäftskunden ab, wie es nur geht.
Beides tötet Innovationskraft.
Beim ersteren strengen sich MitarbeiterInnen einfach nicht mehr an. Das zweiter suggeriert Schlaraffenland ad in finitum.

Sowas kann auf Dauer nicht klappen. Wer heute auf MS setzt, sitz morgen auf einem toten Pferd a la Nokia.

Re: Na, MS vergoldet den MitarbeiterInnen...

Na ja, "stack ranking" ist nicht unbedingt mitarbeiterfreundlich und auch für das Unternehmen ist es nicht ideal.

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Re: Na, MS vergoldet den MitarbeiterInnen...

Das Schlaraffenland für MitabeiterInnen soll aber Google sein und daher dürfte ihre These falsch sein.

http://karrierenews.diepresse.com/home/karrieretrends/1263806/Ranking_Red-Bull-und-Google-bleiben-Traumarbeitgeber?from=gl.home_karrierenews

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Re: Re: Na, MS vergoldet den MitarbeiterInnen...

Bei Google hatten die einmal ein paar Tage lang kein Mittagessen bekommen, weil die neue Malerei am Gang in der Firma beschmutzt war und sich der Schuldige nicht gemeldet hatte. Die werden eher wie eine Sekte geführt. Da sind auch alle glücklich.

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Re: Na, MS vergoldet den MitarbeiterInnen...

Das Schlaraffenland für MitabeiterInnen soll aber Google sein und daher dürfte ihre These falsch sein.

http://karrierenews.diepresse.com/home/karrieretrends/1263806/Ranking_Red-Bull-und-Google-bleiben-Traumarbeitgeber?from=gl.home_karrierenews

Ich kanns nicht glauben

doch 6.5 (seien wir uns ehrlich) wegzulegen ist schon stark, ms kann halt mit kreativität *ab-so-lut* nicht umgehen.

Ich kanns nicht glauben

doch 6.5 (seien wir uns ehrlich) wegzulegen ist schon stark, ms kann halt mit kreativität *ab-so-lut* nicht umgehen.

Re: Ich kanns nicht glauben

Pardon, da war einer zu ungeduldig …

Gast: gast:1
20.07.2012 10:27
1 0

lies nach bei Heise...

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-nach-Abschreibung-in-den-roten-Zahlen-1647846.html

Quintessenz: MS hätte ohne die erwähnten Abschreibungen eh wiedermal einen Rekordgewinn eingefahren... (6,93 Mrd USD).