Moskau/est. In den Poker um das Schicksal des drittgrößten russischen Ölkonzerns TNK-BP hat sich nun auch der staatliche Branchenprimus Rosneft eingeschaltet. Wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab, verhandle man mit dem britischen Konzern BP darüber, dessen Hälfte an TNK-BP zu kaufen. BP bestätigte dies.
Die Briten, die mit TNK-BP ein Drittel ihrer weltweiten Ölförderung abdecken, haben damit Parallelverhandlungen gestartet. Seit der Vorwoche laufen nämlich schon Gespräche mit dem russischen Oligarchenkonsortium AAR, das bereits die anderen 50 Prozent an TNK-BP hält. Mit dem AAR-Konsortium liegt BP seit Jahren im Clinch um die Vorherrschaft im Joint-Venture. Als BP im Vorjahr eine Parallelallianz und einen Aktientausch mit Rosneft vollziehen wollte, hat die erzürnte AAR gerichtlich das Vorhaben verhindert.
Vorschlag von Rosneft offen
Seither erinnert die Situation bei TNK-BP an einen Rosenkrieg. AAR bot aber an, die Hälfte des BP-Anteils, der auf 20 bis 30 Mrd. Dollar geschätzt wird, zu übernehmen. AAR hat auch andere Varianten vorgeschlagen: etwa den eigenen Anteil den Briten zu verkaufen und dafür mit 10 bis 12 Prozent größter Aktionär von BP zu werden, was die Briten ablehnen. Was Rosneft den Briten nun vorschlägt und in welcher Form sie in Russland weiter tätig bleiben können, ist offen.

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