Wien/Bloomberg/red. In den USA wurden im Juli so viele Unternehmensanleihen wie noch nie platziert, und auch in Europa hat das Emissionsvolumen wohl einen neuen Rekord seit 2001 erreicht. Weltweit hat das Geschäft mit Unternehmensanleihen jedenfalls deutlich angezogen, im Juli wurden mehr Anleihen als noch einen Monat zuvor emittiert.
Der weltweite Ertrag mit Firmenanleihen erreichte im Juli 2,23 Prozent, noch im April hatte die Rendite 1,54 Prozent betragen, wie Zahlen der Bank of America zeigen. Sichere Anleihen haben im Juli dabei etwas bessere Erträge erzielt als Hochzinsanleihen, die als spekulatives Investment gelten. Sie kamen auf eine Rendite von 1,8 Prozent.
Konzerne verschulden sich billig
„Der Markt für Unternehmensanleihen ist derzeit nicht besonders besorgt wegen einer drohenden Rezession. Und an der Hochzinsfront ist die Gefahr für Zahlungsausfälle moderat“, sagt John Lonski von Moody's Capital Markets. Die Ausfallrate für spekulative Firmenanleihen lag im zweiten Quartal bei 2,7 Prozent, im Gegensatz zum historischen Schnitt, der seit 1983 bei 4,8 Prozent liegt.
Konzerne wie Unilever können sich derzeit zu äußerst niedrigen Zinsen verschulden. Das Unternehmen legte zuletzt eine dreijährige Anleihe mit einem Kupon von 0,45 Prozent auf. Auch eine 2015 fällige Anleihe von Texas Instruments wurde zu diesem Wert verzinst. Die Emittenten nutzen das Geld vor allem, um Verbindlichkeiten zu bedienen.

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