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Deutsche Bank streicht 1900 Stellen

31.07.2012 | 17:57 |   (Die Presse)

Die Schuldenkrise vermieste dem deutschen Großinstitut das Geschäft. Wegen dem Einbruch im Bereich des Investmentbankings werden nun massiv Jobs abgebaut. Die meisten Jobs sollen außerhalb Deutschlands wegfallen.

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Wien/Ag./Red. Verkehrte Welt in der Deutschen Bank: Wegen der nach wie vor ungelösten Schuldenkrise kommt der Gewinnmotor des Hauses, das Investmentbanking, mächtig ins Stottern. Ausgerechnet der neue Chef Anshu Jain, der die Sparte jahrelang verantwortet hatte, musste am Dienstag bei der Präsentation der Halbjahreszahlen einräumen, dass das Privatkundengeschäft in den vergangenen drei Monaten ertragreicher gewesen war als das einst so lukrative Kapitalmarktgeschäft.

Insgesamt verdiente die Deutsche Bank im zweiten Quartal nach Steuern 661 Mio. Euro, weniger als die Hälfte von dem, was im Vorjahreszeitraum übrig geblieben war. Im Investmentbanking, wo das Geld etwa mit Beratungen bei Übernahmen und Börsengängen verdient wird, brach der Vorsteuergewinn um 60 Prozent auf 357 Mio. Euro ein. Das größte deutsche Geldhaus schnitt damit schlechter ab als amerikanische Banken oder das britische Institut Barclays, die in der Vorwoche ihre Zahlen vorgelegt hatten. Die Erwartungen der Analysten wurden nicht erfüllt.

Aufsichtsrat entlastet Jain

Die Bank reagiert auf die Entwicklung mit einem Sparprogramm, das drei Mrd. Euro bringen soll. Weltweit werden gut 1900 Stellen abgebaut, 1500 davon im Investmentbanking. Die meisten Jobs sollen außerhalb Deutschlands wegfallen. Im Moment beschäftigt das Institut rund 100.700 Mitarbeiter. Weltweit kämpft die Branche mit der permanenten Krisenstimmung. Laut der Beratungsgesellschaft A. T. Kearney ist der Markt für Firmenübernahmen im ersten Halbjahr – gemessen am Wert der Transaktionen – um 26 Prozent eingebrochen. Bei den Börsengängen sieht es keinen Deut besser aus.
In der Affäre um Tricksereien bei den Referenzzinsen Libor und Euribor sieht der Aufsichtsrat derweil kein Fehlverhalten der Topmanager. Besonders der gebürtige Inder Jain steht unter Beobachtung, weil er die Sparte, in der die Manipulationen vorkamen, zum fraglichen Zeitpunkt geführt hatte.

„Nach aktuellem Stand der Untersuchungen war kein amtierendes oder früheres Mitglied des Vorstands auf irgendeine unangemessene Weise in die untersuchten Vorgänge um Referenzzinssätze verwickelt“, versuchte der neue Aufsichtsratschef Paul Achleitner die Bedenken zu zerstreuen. Vielmehr habe eine kleine Zahl von Mitarbeitern ein Verhalten an den Tag gelegt, das nicht den Standards der Bank entspreche, schrieb er in einem Brief an die Belegschaft.

Der Österreicher forderte gar einen generellen Kulturwandel in der Branche, damit solche Skandale künftig nicht mehr vorkommen. „Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Bank sind entschlossen, dass unsere Bank eine Vorreiterrolle bei diesem Wandel spielen muss. Wandel beginnt oben“, betonte der frühere Allianz-Chef.

Aktie mit Kurssprung

Die Aktie der Deutschen Bank rutschte in Frankfurt zunächst ins Minus, hüpfte am frühen Nachmittag aber – das neue Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen erklärte gerade seine Strategie – schlagartig nach oben. Der Grund: Eine Kapitalerhöhung, über die zuletzt öfter spekuliert worden war, komme für den Vorstand nur im Extremfall infrage, hieß es.

Um das Kapitalpolster schnell aufzubessern, will Finanzchef Stefan Krause vor allem Risken reduzieren, die zum Teil schon seit Jahren in der Bilanz schlummern. Mit dem Gewinn für 2012 wird er die Kapitalquote voraussichtlich nämlich nur um zwei anstatt wie bisher vorgesehen um drei Mrd. Euro aufbessern können.

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3 Kommentare
Gast: Glatte Lüge:
31.07.2012 21:37
0 0

"... das nicht den Standards der Bank entspreche ..."

"... Wandel beginnt oben ..." - Na, so 'was, und ich habe mir schon Hoffnungen gemacht!

Gast: Die.
31.07.2012 20:47
1 0

Die

Die Stellen werden bestimmt im "Investmentbanking" gestrichen - wetten?

Gast: b754
31.07.2012 20:43
0 0

die hauptverantwortlichen für das krisenfiasko das merkel verursacht