Die Österreicher wohnen zwar gerne zusammen, die Hälfte bevorzugt jedoch ein getrenntes Bankkonto. Laut einer Trendstudie von Andrea Baidinger von der bauen wohnen immobilien Kommunikationsberatung pflegen nur aktuell 38 Prozent der Paare in ihrer Lebensgemeinschaft einen offenen und transparenten Umgang mit ihrem Einkommen und damit die Vermeidung von programmierten Konflikten rund um die Finanzen und verfügen nur über ein gemeinsames Bankkonto, mit dem alle Ausgaben bestritten werden. Geld ist in Partnerschaften ein hoch sensibles Thema und der zweithäufigste Anlass ernsthafter Beziehungsprobleme bis hin zur Trennung.
Jüngere Paare trennen häufiger
Gerade beim Gemeinschaftskonto zeigen sich zudem deutlich die gesellschaftlichen Veränderungen, denn nur die über 50-Jährigen stehen zu 50 Prozent zum gemeinsamen Konto. Je jünger, desto eher werden getrennte Bankkonten geführt. Knapp 80 Prozent der jungen Paare unter 30 haben getrennte Konten und nur mehr 18 Prozent ein gemeinsames Bankkonto.
Bei der Entscheidungsfindung größerer Anschaffungen hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert: "Vor zehn Jahren waren weniger als zehn Prozent der Frauen in die ultimative Entscheidung über den Kauf von Auto oder Wohnungseinrichtung eingebunden. Heute zählen diese beiden zu den Top-Gemeinschaftsentscheidungen", sagte Baidinger.
Während der Dekobereich noch immer eine Domäne der Frauen ist, lassen sich Männer dagegen beim Kauf von Handwerksmaterialien nicht gerne reinreden. Die Anschaffung von Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten sowie Laptop oder PC wird weitgehend gemeinsam entschieden.
Ein Drittel macht halbe-halbe
Ein Drittel der Paare teilt sich die Haushaltsausgaben halbe-halbe. Aber das Selbstbild und die Einschätzung des Partners in Bezug auf die Ausgaben innerhalb des Haushaltsbudgets differenzieren eklatant, vor allem Männer gewichten den eigenen finanziellen Beitrag weitaus höher als den ihrer Partnerin. Denn etwa 60 Prozent der Männer sind der Meinung, ihre Partnerin würde weniger als die Hälfte zum Budget beitragen, während nur 45 Prozent der Frauen diesen Wert für sich angeben.
(APA)

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