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Adidas im Olympia-Rausch

02.08.2012 | 17:38 |   (Die Presse)

Im Jahr der Sportgroßereignisse läuft Europas größer Sportartikelhersteller Adidas aus Herzogenaurach zur Hochform auf. Die Prognose wird angehoben. Das Unternehmen sieht keinen Bedarf für Sparprogramme.

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Herzogenaurach/ag./red. Europas größer Sportartikelhersteller Adidas hat im zweiten Quartal von der starken Nachfrage nach Trikots im Zuge der Fußballeuropameisterschaft profitiert. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis kletterte um 17 Prozent auf 256 Mio. Euro.

Anders als der kleinere Rivale Puma, der die Märkte im Juli mit einer Gewinnwarnung schockiert hatte, hob Adidas seine Prognosen an: Der Konzern rechnet nun damit, dass der Konzernüberschuss heuer auf einen Rekordwert von 770 bis 785 Mio. Euro ansteigen wird. Das wäre ein Plus von 15 bis 17 Prozent zum Vorjahr. Beim Umsatz rechnet man mit einem Plus von zehn Prozent. Anders als Puma sieht das Unternehmen daher auch keinen Bedarf für Sparprogramme.

Aktie seit Jahresbeginn im Plus

Die Aktie gab am Donnerstag in einem äußerst schwachen Umfeld zwar nach, seit Jahresbeginn hat sie jedoch um 19 Prozent zugelegt und zählt damit zu den erfolgreichsten Papieren im Frankfurter DAX. Auch die Analysten sind überwiegend positiv gestimmt. Daten von Bloomberg zufolge empfehlen 26 das Papier zum Kauf, zehn raten, es zu halten, und zwei raten zum Verkauf.

Gegenwärtig profitiert die Marke mit den drei Streifen von den Olympischen Spielen. In China, das bis dato die meisten Goldmedaillen in London gewonnen hat, gelten Produkte von Nike oder Adidas als Statussymbol und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. China ist für Adidas bereits der zweitwichtigste Markt nach den USA. Doch der Wettbewerb ist sehr stark, die Margen leiden. Globale Marken wie Adidas können sich dabei allerdings vergleichsweise gut halten und Preiserhöhungen eher durchsetzen.

Probleme für Adidas gibt es dagegen mit der US-Tochter Reebok. Dort ging der Umsatz im zweiten Quartal währungsbereinigt um ein Viertel zurück. Ende April hatte Adidas frühere Unregelmäßigkeiten bei Reebok-Geschäften in Indien bekannt gegeben. Auch werden die Teams der National Football League NFL seit Kurzem nicht mehr von Reebok, sondern vom Adidas-Konkurrenten Nike ausgerüstet. An einen Verkauf der US-Tochter denke man aber nicht, meinte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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