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Nach Börsen-Chaos: Knight Capital droht Bankrott

03.08.2012 | 14:56 |   (DiePresse.com)

Eine 45 Minuten dauernde Softwarepanne könnte die New Yorker Finanzfirma Knight Capital ihre Existenz kosten. Die Aktie verlor 75 Prozent an Wert.

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440 Millionen Dollar (356 Mio. Euro) Verlust in 45 Minuten: Nach der folgenschweren Panne mit einer neuen Handelssoftware des Unternehmens sucht der Börsen-Dienstleister Knight Capital laut US-Medienberichten unter Hochdruck nach Investoren oder Kaufinteressenten. Ein Deal müsse binnen weniger Tage stehen, meldete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Freitag.

Die Katastrophe hatte am Mittwoch ihren Lauf genommen. Die neue Software überflutete den Markt zum Start mit fehlerhaften Handelsaufträgen. Mehr als 140 Aktien waren betroffen, die Kurse schlugen aus, der Handel mit diversen Papieren musste zeitweise ausgesetzt werden. Das meiste Durcheinander spielte sich von 9.30 bis 10.15 New Yorker Zeit ab, bis Techniker der Firma die Software stoppen konnten. Besonders verheerend war der Fehler für Knight Capital selbst: Die Firma blieb nach dem Order-Feuerwerk auf vielen zu teuer gekauften Aktien sitzen, die Verluste addierten sich auf 440 Millionen Dollar.

Aktie verliert 75 Prozent an Wert

Die Investoren ließen Knight daraufhin fallen: Die Aktie verlor in zwei Tagen 75 Prozent ihres Werts, der Börsenwert schrumpfte auf gut 250 Millionen Dollar. Dabei galt die 17 Jahre alte Firma als ein Stützpfeiler des Marktes mit einem täglichen Handelsvolumen von 20 Milliarden Dollar, wie das "Wall Street Journal" betonte. Knight-Chef Thomas Joyce hatte sich der Zeitung zufolge am Dienstag am Knie operieren lassen, seit Mittwoch versuchte er stundenlang, Kunden zu beruhigen, und schlief die Nacht auf der Couch in seinem Büro. Die Aufsichtsbehörde Finra habe mittlerweile erste Untersuchungen zu dem Fall aufgenommen.

Knight habe inzwischen die Bücher für mehrere potenzielle Käufer geöffnet, darunter Finanzinvestoren und mindestens einen Konkurrenten aus der Branche, berichtete Bloomberg. Es gehe um einen Einstieg oder eine Übernahme. Unter anderem die Investmentbank Goldman Sachs helfe bei der Suche nach einem Investor, hieß es. Angesichts möglichen Ärgers mit den Aufsichtsbehörden sei unsicher, ob eine große Bank ein ernsthaftes Gebot wage, berichtete der Sender CNBC unter Berufung auf seine Quellen. Inzwischen sei auch das Handelsvolumen drastisch gefallen, weil sich viele Partner verabschiedet hätten.

(APA/dpa)

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2 Kommentare

Ein Beta-Test mit echtem Geld... Mutig...

Ich kann mich an unendlich lange Tests und Simulationsphasen bei der Einführung neuer Handelssysteme erinnern.

Jedes Release-Update wurde unendlich lange mit den Marktteilnehmern getestet, dann nur langsam Stück für Stück, Gattung für Gattung in Produktion gestellt. Und permanent überwacht.

Neue SW auf beiden Seiten, und sofort Vollgas. Welcher Vorstand wohl das OK für den Produktionseinsatz gegeben hat...

Gast: zweiter Börsentrader
03.08.2012 19:50
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wir wissen doch was wirklich passierte


dieser Market Maker hat alle Gelder verspekuliert. Jetzt muss ein Programmfehler herhalten.