Wien/Apa/Red. Auf den Anleihemärkten ist Sicherheit Trumpf: Je besser die Bonität eines Staates, desto günstiger kann sich ein Land laut Lehrbuch verschulden. Eine Regel, die auch für Unternehmen gilt. Immer mehr Konzerne sind in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, Anleihen zu begeben. Auch weil es für Firmen immer schwieriger wird, Bankkredite zu erhalten.
Österreichs Unternehmen haben in diesem Jahr mehr als vier Mrd. Euro auf dem Kapitalmarkt eingesammelt. Unternehmen, die nicht dem Finanzsektor (Nicht-Banken, staatlich dominiert und privat) zuzuordnen sind, haben Investoren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Schnitt eine Rendite von 3,69 Prozent geboten. Noch im Vorjahr mussten sie 4,51 Prozent an Zinsen zahlen. Das geht aus Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank hervor. Private Unternehmen, die Anleihen mit einer Laufzeit zwischen fünf und zehn Jahren am Markt platziert haben, zahlten im ersten Halbjahr heuer nur noch 4,16 Prozent Zinsen. Das ist um knapp ein Viertel günstiger als im Vorjahr, als Renditen von 5,39 Prozent auf dem Markt bezahlt wurden.
Im Inland verschuldet
Vor allem staatliche und teilstaatliche Unternehmen sind mit ihren Anleihen überwiegend im Ausland verschuldet. Freilich variiert die Auslandsbeteiligung – je nach Größe und Finanzbedarf.
Bei privaten Firmen bleibt ein größerer Teil der Schulden im Inland. Nur 43 Prozent der Anleiheinhaber kommen aus dem Ausland. 20 Prozent der Anleihen halten dabei die Banken, österreichische Privathaushalte sind mit einem Anteil von 14 Prozent bei den Firmen engagiert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)

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