Wien/Jps. Was vor Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist heute Realität. Die Austria Metall AG (Amag), einst Milliardengrab der verstaatlichten Industrie, macht gute Gewinne und schafft sich mit einer breiten Produktpalette und einem hohen Spezialisierungsgrad internationalen Ruf.
Das schlägt sich auch in der Halbjahresbilanz 2012 wieder. Ein höherer Mengenabsatz trug zu einem stabilen Umsatz von 430 Mio. Euro bei. Der deutlich gesunkene Aluminiumpreis drückte jedoch die Erträge: Das Betriebsergebnis (Ebit) sank um ein Fünftel auf 47,4 Mio. Euro. Netto verdiente die Amag 39,4 Mio. Euro, ein Rückgang von 18 Prozent. Die Börse reagierte positiv. Die Amag-Aktie, die nach dem Börsengang im Frühjahr 2011 eine Berg- und Talfahrt mitgemacht hatte, stieg leicht auf 18,24 Euro.
„Grünes“ Aluminium
Konzernchef Gerhard Falch gab sich trotz des Gewinnrückgangs optimistisch: „Wir sind zu 100 Prozent ausgelastet und haben Aufträge für fast drei Monate, was in unserer Branche überdurchschnittlich ist.“ Die Amag, die in die Maschinen-, Automobil-, Luftfahrt- und Verpackungsindustrie liefert, profitiere vom Bedarf nach umweltfreundlichen Materialien. So etwa hat das Unternehmen mit Sitz in Ranshofen ein Aluminiumblech mit einem 90-prozentigen Recycle-Anteil entwickelt. Dieses Blech wird in den Kofferraum des neuen Mercedes-Benz SL eingebaut. „Wir sind bei Mercedes Erstlieferant“, berichtete Falch.
Ein weiteres Plus ist die Beteiligung an der kanadischen Alouette, in der auch die Elektrolyse stattfindet. Der hohe Dollarkurs (gegenüber dem Euro) bescherte der Amag im Halbjahr einen Kursgewinn von 2,5 Mio. Euro.
Falch sieht auch im zweiten Halbjahr keine maßgeblichen Einbrüche, obwohl die Stimmung aufgrund der Eurokrise eindeutig schlechter geworden sei. Die Großinvestitionen von 220 Mio. Euro in den österreichischen Standort könne man daher „locker stemmen“, sagte Finanzvorstand Gerald Mayer.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)

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